Elisabeth Harlake (r.) und die Frauen des SuS Legden werden nicht als Team in seiner jetzigen Form bestehen bleiben. © Johannes Kratz
Fußball: Frauen-Landesliga

Frauenteam des SuS Legden ist Geschichte: Fusion statt Auflösung

Nicht genügend Spielerinnen bleiben dem SuS Legden, um den Spielbetrieb perspektivisch aufrechtzuerhalten. Statt sein Team komplett aufzulösen, hat der SuS nun eine andere Lösung gefunden.

Die 50-jährige Ära des Frauenfußballs beim SuS Legden endet nach der Saison 2020/21. Vergangenen Sommer noch gemeinsam in die Landesliga aufgestiegen, haben offenbar zu viele Spielerinnen ihren Abgang signalisiert. „Wir hätten uns vielleicht noch eine Saison durchschlagen können“, sagt die aktuelle Spielertrainerin Christina Krause. Sie sehe aber keine wirkliche Perspektive für den Frauenfußball in Legden, zumal beim SuS kein Mädchenfußball angeboten wird.

Krause habe bereits im Herbst im Verein angekündigt, auf dieser Basis nicht weiter in Legden arbeiten zu wollen und dem SuS nahegelegt, sich nach einem Partner umzuschauen. Andernfalls hätte die Mannschaft wohl ersatzlos vom Spielbetrieb abgemeldet werden müssen. Eine Lösung fand sich allerdings in der direkten Nachbarschaft. Wie schon seit zehn Jahren im Mädchenbereich als Jugendspielgemeinschaft Holtwick/Legden praktiziert, schließen sich beide Vereine künftig auch im Frauenbereich zusammen.

Die beiden Nachbarklubs haben sich jetzt auf Vorstandsebene darauf geeinigt, auch eine Trainerin für die neue erste Mannschaft steht mit Christina Krause bereits fest. Klar ist auch schon jetzt, dass dieses Team der neuen SG nicht in der Landesliga antreten wird. Das erlauben zum einen die Statuten des Fußball- und Leichtathletikverbandes nicht, zum anderen haben auch die Spielerinnen signalisiert, den Neustart lieber in der Bezirksliga angehen zu wollen.

Erste Mannschaft der SG Holtwick/Legden könnte in der Bezirksliga antreten

Das wird nach einer anstehenden Regeländerung auf Verbandsebene zum 1. Juli dieses Jahres auch möglich sein. Nachdem eine solche Fusion bislang nur auf Kreisebene möglich gewesen ist, heißt es nun: „Eine JSG, die mindestens drei Jahre lang am Spielbetrieb teilgenommen hat, kann im Frauenbereich eine bestehende Frauenmannschaft unter Beibehaltung der Spielklasse (bis einschließlich Bezirksliga) in eine neue Frauen-SG umgewandelt werden“. Die erste Mannschaft aus Holtwick spielt derzeit in der Bezirksliga, rangiert aber auf einem Abstiegsplatz.

Wie genau sich das neue Team dann zusammensetzt, ist laut Christina Krause noch nicht klar: „Das ist alles noch zu frisch. Ich denke, dass etwa zehn Spielerinnen aus unserer jetzigen Legdener Mannschaft dabei sein werden.“ Die restlichen kommen aus den jetzigen zwei Holtwicker Frauenteams und den nachrückenden Juniorinnen.

Sportlich fair verhielt sich das U17-Mädchenteam der JSG Holtwick/Legden.
Sportlich fair verhielt sich das U17-Mädchenteam der JSG Holtwick/Legden. © Sascha Keirat (A) © Sascha Keirat (A)

Christina Krause, bereits seit 2012 beim SuS und sportlich verantwortlich für den Durchmarsch von der Kreisliga in die Landesliga, sieht im Zusammenschluss eine „tolle Lösung“ für den Legdener Frauenfußball. Auch die Holtwicker begrüßen die Entwicklung, wie Geschäftsführer Thomas Uppenkamp gegenüber der Allgemeinen Zeitung sagte: „Uns kommt das sehr entgegen. Wir hatten ohnehin überlegt, eine dritte Damen-Mannschaft ins Leben zu rufen.“

Außerdem müssten sich die Spielerinnen aus der JSG nun nicht mehr für einen der beiden Vereine entscheiden, wenn es in die Senioren geht.

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Sportredaktion Ahaus