Auch für die Bezirksligisten soll die Saison laut Plan am 2. Mai fortgesetzt werden. Dann könnten Leon Kernebeck (l., SuS Stadtlohn) und Kai Epping (SV Heek) mit ihren Teams wieder Ligaspiele bestreiten. © Sascha Keirat
Fußball

Re-Start am 2. Mai: Neuer Plan begeistert nicht alle im Altkreis Ahaus

Auf ein Datum, wann es mit der Meisterschaft weitergehen könnte, haben alle Fußballer gewartet. Seit Dienstag gibt es nun eins. Wir haben uns bei den Teams von Ober- bis Bezirksliga umgehört.

Rückkehr ins uneingeschränkte Mannschaftstraining ab 5. April, Rückkehr zum Spielbetrieb am 2. Mai. So sieht das Szenario aus, das Verantwortliche des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen am Dienstag im Rahmen einer Videokonferenz mit den Oberliga-Vereinen präsentiert hat.

„Für mich kam das ziemlich überraschend“, sagt Christoph Kondring, Vorsitzender der SpVgg Vreden, der an der Konferenz teilgenommen hat. „Denn vorher war ja der 11. April als mögliches Startdatum genannt worden.“ Dass nun von Anfang Mai bis Ende Juni an neun Wochenenden plus Terminen unter der Woche zwölf Spieltage durchgeführt werden, damit die 50-Prozent-Marke und damit eine Saisonwertung gelingen kann, hält Kondring kaum für machbar.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass das Coronavirus immer mal wieder eine Mannschaft stoppen könnte, deren Spiele dann wiederum ausfallen. Insgesamt müssten in der Oberliga mit ihren 21 Teams noch 123 Spiele ausgetragen werden, um die 50 Prozent zu erreichen. Bei zehn Partien pro Spieltag kann man leicht ausrechnen, dass nicht allzu viele Ausfälle dazukommen sollten. „Aber wir werden das natürlich so hinnehmen und das Beste draus machen“, sagt Kondring.

Große Freudensprünge macht auch Frank Wegener, Trainer bei Landesligist Eintracht Ahaus, nicht beim Blick auf die Planspiele. „Natürlich wollen wir alle zurück auf den Platz und Fußball spielen, das ist ganz klar. Aber ob es Sinn macht, die Saison auf Biegen und Brechen durchzuziehen, weiß ich nicht.“

Frank Wegener von Landesligist Eintracht Ahaus macht sich vor allem wegen der Verletzungsgefahr für seine Spieler Gedanken.
Frank Wegener von Landesligist Eintracht Ahaus macht sich vor allem wegen der Verletzungsgefahr für seine Spieler Gedanken. © Sascha Keirat © Sascha Keirat

Wegener sieht vor allem ein erhöhtes Verletzungsrisiko bei den Spielern. „Die haben fast ein halbes Jahr kein echtes Training gehabt.“ Interessant sei dabei auch die Frage, ab wann wieder Testspiele durchgeführt werden können. Eintracht Ahaus müsste in der Landesliga 4, in der insgesamt 18 Mannschaften vertreten sind, noch neun Hinrundenspiele austragen.

Bei den Bezirksligisten aus Ahaus und Umgebung stößt der Plan des Verbands schon auf mehr Gegenliebe. Als 16er-Staffel erscheint das noch zu absolvierende Programm machbar, haben doch die meisten Mannschaften mit acht Partien im Herbst schon mehr als die halbe Hinserie absolviert.

Bezirksliga-Trainer begrüßen die Pläne größtenteils

„Sportlich gesehen ist das eine sehr gute Nachricht, weil wir jetzt wieder eine Perspektive haben“, findet Trainer Stefan Rahsing vom Tabellenführer SuS Stadtlohn. Er hofft für die kommenden Wochen, dass die Infektionszahlen den möglichen Re-Start nicht verhindern und dass alle Mannschaften möglichst gleiche Voraussetzungen in der Vorbereitung haben.

Auch Jochen Kloster vom ASV Ellewick bewertet die Nachricht vom Dienstag als positiv. „Wenn das alles so klappt, wäre das natürlich gut für uns. Wir hätten dann vier Wochen Vorbereitung und könnten die Saison sportlich beenden.“ Auch für Kloster persönlich, der Ellewick nach der Saison verlässt, wäre ein solches Saisonende natürlich angenehmer. In der gleichen Situation steckt Markus Krüchting beim VfB Alstätte, der im Sommer aufhört. Auch ihn würde es freuen, wenn die Hinrunde noch beendet werden könnte. „Wir würden vor allem gern unsere gute Leistungen vom Saisonstart bestätigen.“

Von einer guten Lösung spricht auch Gustav Mauritz von der SpVgg Vreden II. „Unser Programm sollte in der Zeit machbar sein. Auch dass wohl vier Wochen Vorbereitung möglich sind, finde ich super.“ Rainer Hackenfort, Spielertrainer beim SV Heek, findet positiv, dass er und seine Mannschaft „jetzt endlich wieder auf den Platz dürfen und hoffentlich auch bald wieder um Punkte spielen“.

Anders sieht es Johannes Dönnebrink, Spielertrainer beim TuS Wüllen. Ähnlich wie Frank Wegener argumentiert er mit der Verletzungsgefahr: „In einer normalen Saison hören wir im Mai auf, machen dann vier Wochen Pause und bereiten uns sechs Wochen auf die nächste Saison vor. Jetzt sollen wir nach fünf Monaten Stillstand innerhalb von vier Wochen wieder auf das Level kommen? Für mich wäre es sinnvoller, über das Training und Testspiele im Sommer erst mal wieder reinzukommen und dann im August in die neue Saison zu starten.“

Dönnebrink: „Mir geht es nicht um den Tabellenplatz“

Dönnebrink betont, dass seine Meinung nicht mit dem Tabellenplatz der Wüllener zusammenhänge. „Klar stehen wir derzeit in der Abstiegszone, aber wir haben auch ein Spiel weniger ausgetragen als viele Konkurrenten. Mit geht es wirklich nur um die Gesundheit.“

Die Gesundheit, also die Corona-Entwicklung, wird in den kommenden Wochen der wichtigste Faktor dafür, wann und wie die Fußballer zurück auf die Plätze dürfen. Der Stufenplan der Bund-Länder-Runde am 3. März erlaubt ab dem 22. März bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 wieder Sport – allerdings mit einem Schnelltest. Bleibt der Wert stabil unter 100, darf ab dem 5. April wieder normales Training stattfinden.

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Sportredaktion Ahaus