Oedings Keeper Chris Harmeling klärt, nachdem sich der Schöppinger Andreas Neumann bis in den Strafraum gedribbelt hatte. © Stefan Hoof
Fußball-Kreisliga A

Rote Karte: FC Oeding schwächt sich und verliert deutlich in Schöppingen

Der ASC Schöppingen ist zurück auf Platz eins. Im Flutlichtspiel setzten sich die Gastgeber gegen den bisherigen Spitzenreiter FC Oeding 3:0 durch. Das war bis zur 28. Minute so nicht zu erwarten.

Während es im zweiten Durchgang keine Frage mehr nach dem Sieger gab, verlief die Partie im ersten Durchgang anders. Durch einen Platzverweis schwächten sich die Gäste aber entscheidend.

Es war kein Chancenfestival, das den Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz geboten wurde. ASC-Schlussmann Jens Kortüm klärte gegen Oedings Guido Vierhaus zur Ecke. Dann stand Philipp Große Daldrup auf der Torlinie goldrichtig und wehrte den Schuss von Oedings Kapitän Christopher Wewers ab. Eine weit geschlagene Flanke erwischte Oedings Pierre van de Sand vor Kortüm mit dem Kopf, brachte aber keinen Druck auf den Ball, sodass die Hausherren klären konnten.

Böses Foul im Niemandsland

Spielentscheidend die 28. Minute: Eigentlich im Niemandsland leistete sich Jannik Börnemeier ein grobes Foul gegen Rafael Figueiredo. Das hätte böse für den ASC-Spielertrainer ausgehen können. „Das grenzte an Körperverletzung“, erklärte er später, „ich bin froh, dass mein Knie gehalten hat.“ Selten war über die Farbe einer Karte weniger zu diskutieren. Schiedsrichter André Deelen zückte Rot.

Wenig später ergab sich die erste gute Möglichkeit für den ASC. Andreas Neumann zielte aus der Distanz knapp vorbei.

Noch vor der Pause musste der bisherige Klassenprimus den nächsten Wirkungstreffer hinnehmen. Hatte der ASC aus seinem Freistoß aus zentraler Position wenig gemacht, wurde der Ball nicht geklärt. Nils Kröger war zur Stelle und wuchtete den Ball direkt neben den Pfosten zur 1:0-Führung ins Netz – und das zwei Minuten vor der Pause.

ASC bestimmt das Spiel

Nach dem Seitenwechsel sah es kurz so aus, als ob der FC Oeding gegenhalten könnte. Konnte er aber nicht. In Überzahl und mit der Führung im Rücken bestimmten die Schöppinger das Spiel, ihr Schlussmann wurde nicht mehr ernsthaft auf die Probe gestellt.

Das sah auf der anderen Seite des Platzes anders aus. Schon in der 49. Minute klärte Keeper Chris Harmeling einen Schuss von Figueiredo. Nach dem Eckball verpasste Vitali Neumann. Eine Viertelstunde später dribbelte sich Andreas Neumann durch, vier Oedinger ließen ihm viel Raum. Harmeling wusste den zweiten Gegentreffer aber zu verhindern (64.). Nach einem Schuss von Figueiredo, der ins Feld abprallte, zielte Andreas Neumann zu hoch (66.).

Kuchinke ist zur Stelle

Das zweite Tor lag in der Luft. Und tatsächlich: Nach 68 Minuten hieß es 2:0. Malek Mallaamine flankte präzise auf Noah Kuchinke, der per Kopf verwandelte.

Damit stand der Sieger fest. Der FC Oeding hatte sich mit der Roten Karte selbst aus dem Spiel genommen und fand nicht zurück ins Match. Figueiredo per Freistoß und der eingewechselte Nabil El-Haji, der zu hoch zielte, hatten den dritten Treffer auf dem Fuß. Der aber war Mohammed Mallaamine vorbehalten. Keine Minute auf dem Platz, stand er nach Flanke von Tim Bitter komplett frei und markierte mühelos das 3:0 (85.).

„Haben uns selbst geschlagen“

„Das war dumm, das war klar Rot. Damit haben wir uns heute selbst geschlagen“, erklärte Oedings Spielertrainer Jeroen van der Veen, der wegen einer Verletzung selbst nicht auflaufen konnte. „Auch das erste Gegentor war ärgerlich. Wir lassen den ASC schießen, bringen keinen Druck auf den Ball.“

„Zu Null, drei Tore geschossen, kaum etwas gegen den Spitzenreiter zugelassen“, war Schöppingens Rafael Figueiredo sehr zufrieden mit seiner Mannschaft: „Zu Beginn war es ein Geduldsspiel. Dann hat uns der Platzverweis in die Karten gespielt. Wir haben dann auch noch zum richtigen Zeitpunkt das erste Tor gemacht und absolut verdient gewonnen.“

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