Trainer Sebastian Förster hatte seinen Weggang vom VfL Ahaus schon vor einiger Zeit bekanntgegeben. Auch einige Spielerinnen stehen künftig nicht mehr zur Verfügung. © Sascha Keirat
Volleyball

Rückzug geplant: Das Kapitel Oberliga ist wohl Geschichte beim VfL Ahaus

In den vergangenen Jahren gab es für die Volleyballabteilung des VfL nur eine Richtung: nach oben. Doch nun ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Das Oberliga-Team wird es so nicht mehr geben.

Von der Bezirksliga bis in die Oberliga hat sich das Frauenteam des VfL Ahaus in den vergangenen Jahren hochgearbeitet. Und sich seit 2018 auch in der fünften Liga etabliert. Nun dürfte es aber gleich mehrere Spielklassen zurückgehen für die Mannschaft.

Offiziell wäre die dritte Oberliga-Saison in der VfL-Geschichte mit dem letzten Heimspiel gegen die Sportfreunde Datteln am 26. März zu Ende gegangen. Wo die Ahauserinnen, mit sechs Punkten aus sechs Spielen gestartet, sie abgeschlossen hätten, darüber kann man nur spekulieren. Doch egal, wie die Spielzeit ausgegangen wäre – eine Oberliga-Zukunft hätte die Mannschaft wohl ohnehin nicht gehabt.

Wie VfL-Abteilungsleiter Manfred Schlettert berichtet, wird der Verein die Mannschaft höchstwahrscheinlich aus der Oberliga zurückziehen. „Offiziell ist das noch nicht. Fakt wird aber sein, dass wir die Mannschaft in ihrer bisherigen Form nicht wieder melden werden.“ Dafür gebe es mehrere Gründe.

Ein Auslöser war sicherlich die Ankündigung von Erfolgstrainer Sebastian Förster, den Verein nach der Saison zu verlassen. Das hatte er Mitte Februar bekanntgeben. Eigentlich wollte der Coach auch dabei behilflich sein, seinen eigenen Nachfolger zu finden. „Das gestaltetet sich aber gerade jetzt in der Corona-Zeit äußerst schwierig“, erklärt Manfred Schlettert.

VfL-Abteilungsleiter Manfred bedauert die Entwicklung einerseits, blickt aber auch optimistisch nach vorn.
VfL-Abteilungsleiter Manfred Schlettert bedauert die Entwicklung einerseits, blickt aber auch optimistisch nach vorn. © Sascha Keirat © Sascha Keirat

Zum einen hätte kein Nachfolger die Gelegenheit gehabt, sich ein Bild von der Mannschaft zu machen. Zum anderen wird auch diese wohl in großen Teilen auseinanderbrechen. Einige Spielerinnen wollen aus privaten Gründen (Hausbau, Familie) aufhören, wie der Abteilungsleiter berichtet. „Im Umfeld der Mannschaft kam dann die Frage auf, ob wir nicht einfach neue Spielerinnen holen können. Aber wir sind hier nicht beim Fußball, können mal eben ein bisschen Geld in die Hand nehmen und die Spielerinnen kommen zu uns.“

So würden sich nun wohl diejenigen, die weiterhin spielen wollen, nach einem neuen Verein umschauen, oder am Neustart des VfL-Teams mitwirken. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Mannschaft in der Bezirksliga antritt. Unser wichtigstes Ziel ist es in jedem Fall, mit unserer Jugend etwas aufzubauen“, so Schlettert.

Mit Talenten nach oben gearbeitet

Auf diesem Weg hatte sich die Ahauser Mannschaft auch in den vergangenen Jahren nach oben gearbeitet. Ein Stamm mit talentierten Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs, etwa Jule Lösing, Annika Dresemann, Larissa Dues oder Karlotta Wigger, hatte sich über Jahre eingespielt. Mit dem Erfolg kam zum Beispiel auch die Ahauserin Jana Schlettert zurück, die in der Regionalliga bei Union Lüdinghausen gespielt hatte. Der VfL eilte von Erfolg zu Erfolg und wurde dafür auch zur Ahauser Mannschaft des Jahres 2018 gewählt.

Zuletzt schafften aber kaum noch Spielerinnen aus der VfL-Jugend den Sprung, sodass Neuzugänge etwa aus Coesfeld oder Stadtlohn dazukamen. Auch über persönliche Kontakte des Trainers. Vor der laufenden Spielzeit suchte der VfL sogar per Aufruf über die Sozialen Medien nach neuen Mitspielerinnen für den Oberliga-Kader.

Dass dieser nun zerbricht, findet Manfred Schlettert einerseits bitter. „Aber es ist doch auch schön, dass wir diese erfolgreiche Zeit erleben durften. Für einen kleinen Verein wie uns ist nicht das Entscheidende, wie hoch wir spielen. Dass alle mit Spaß dabei sind, ist deutlich wichtiger.“

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Sportredaktion Ahaus