Sebastian Förster hört nach der Saison als Trainer der Oberliga-Frauen vom VfL Ahaus auf. © Sascha Keirat
Volleyball

Sebastian Förster hört auf: VfL muss neuen Oberliga-Trainer suchen

Mit Sebastian Förster hat der VfL Ahaus den größten Erfolg seiner Abteilungsgeschichte gefeiert: den Oberliga-Aufstieg 2018. Jetzt kündigt der Coach seinen Abschied an. Aus mehreren Gründen.

In der Oberliga sind die Frauen des VfL Ahaus mittlerweile heimisch geworden. In ihrer dritten Spielzeit nach dem Aufstieg 2018 belegen sie aktuell Platz sieben. Ob die Saison noch fortgesetzt wird, ist unklar. Klarheit hat der VfL nun aber über die weitere Zusammenarbeit mit Trainer Sebastian Förster: Der legt sein Amt nach der Spielzeit nieder.

Für seine Entscheidung seien mehrere Faktoren ausschlaggebend gewesen, wie Förster im Gespräch mit der Münsterland Zeitung erklärt. Zum einen die Dreifach-Belastung als Regionalliga-Spieler der SG Coesfeld, Schiedsrichter und Trainer beim VfL Ahaus. „Da bin ich ständig unterwegs, mal in Leverkusen, mal im Siegerland. Unterm Strich bleibt da einfach wenig Zeit fürs Privatleben.“

Aufstieg in die dritte Liga als Ziel

Seinen Fokus möchte der 34-Jährige nun erst einmal aufs Spielen legen. „Ich bin ja nun auch schon in einem fortgeschrittenen Alter und will jetzt ein, zwei Jahre noch mal Vollgas geben, um mit meiner Mannschaft in die dritte Liga aufzusteigen, das ist das klare Ziel.“

Allerdings habe ihn nicht allein die persönliche Situation außerhalb des VfL zu seinem Entschluss bewogen – auch intern sei nicht alles komplett im Lot, wie Förster erklärt: „Ich habe schon das Gefühl, dass ich zu einigen Spielerinnen keine Bindung habe, dass ich nicht mehr alle so erreiche, wie es sein sollte.“ Daher werde dem Team ein neuer Impuls in Form des Trainerwechsels guttun.

Grundsätzlich wolle der Coesfelder dem Verein aber treu bleiben und auch bei der Suche nach seinem eigenen Nachfolger aktiv mitwirken. „Die Mannschaft braucht schon einen Trainer mit der entsprechenden Lizenz. Die Mädels sollten ihr aktuelles Level halten und keine Rückschritte machen.“

VfL bedauert Entscheidung, kann sie aber nachvollziehen

Einige Spielerinnen hätten schockiert auf die Nachricht reagiert, wie Förster berichtet. Abteilungsleiter Manfred Schlettert sagt, beim VfL bedauere man die Entscheidung des Trainers: „Er macht hier einen guten Job und hat die Spielerinnen trotz der geringen Mittel, die wir hier haben, auf ein sehr gutes Niveau gebracht.“ Dennoch könne Schlettert die Beweggründe des Trainers, die dieser in einem offenen Gespräch erklärt habe, nachvollziehen.

Auf der Suche nach einem Nachfolger habe der Verein seine Fühler bereits ausgestreckt. „Aber die Trainersuche gestaltet sich zurzeit schwierig, da der Volleyball sich ja irgendwie noch im Halbschlaf befindet“, so der Abteilungsleiter.

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Sportredaktion Ahaus