„Sensationell“: Ahauser überraschen auf dem Nürbürgring

Die Starter der Roadrunner (v.l.): Patrick Söller, Christian Schulze Icking, Dieter Merchel, Florian Frankemölle, Patrick Hußmann, Michael Witt. © Verein
Lesezeit

Auf der Formel-1-Arena Nürburgring war am vergangenen Wochenende an drei Tagen die „grüne Hölle“ nur für den Radsport offen. 8500 Radsportbegeisterte nutzten dieses einmalige Erlebnis, um auf der „Nordschleife“ in der Eifel die „Hohe Acht“ mit 17 Prozent Steigung zu bezwingen, um sich anschließend mit fast 100 Sachen in die „Fuchsröhre“ zu stürzen.

Dabei hat eine Runde mit 26 Kilometern immerhin 537 Höhenmeter. Diesem Reiz konnten sich auch in diesem Jahr sechs Ahauser Roadrunner nicht widersetzen.Sie meldeten in der Königsklasse, dem 24-Stunden-Rennen mit 4500 Teilnehmern, zwei Teams. Ziel war es, möglichst viele Runde zu fahren.

Das Vierer-Team, bestehend aus Patrick Söller, Michael Witt, Dieter Merchel und Christian Schulze Icking, hatte sich gut vorbereitet und mit einer vielversprechenden Wechseltaktik den entsprechenden Erfolg versprochen. Da mittags gestartet wurde, musste auch nachts gefahren werden. Das Wetter spielte diesmal mit: Kein Regen und keine Kälte wie in vergangenen Jahren. Anfangs wurde vom ersten bis zum vierten Fahrer durchgewechselt.

Immerhin drei Stunden Schlaf

Und in der Nacht umgeschaltet auf einen Zweier- Wechselrhythmus. So konnten die anderen Fahrer immerhin drei Stunden schlafen. Diesen Luxus konnte sich das Zweier-Team, bestehend aus Florian Frankemölle und Patrick Hußmann, nicht leisten. Ihnen blieben zwischen den Wechseln nur etwa 40 Minuten, um reichlich Kalorien zu sich zu nehmen, die Kette zu ölen und den Toilettengang nicht zu vergessen. Schon war der Partner wieder da zum Wechsel.

An Schlaf war beim Zweier-Team ohnehin nicht zu denken. Vorgekochte Nudeln, literweise selbst gemachte Smoothies, Salztabletten und Energieriegel bis zu Abwinken sollten den hohen Energiebedarf decken. Bei Halbzeit erfuhren dann die zwei Roadrunner, dass sie ganz weit vorne lagen. Das war nicht geplant. Jetzt war aber der Ehrgeiz angestachelt und am Ende standen 27 Runden zu Buche. Das bedeutete für jeden 350 Kilometer mit über 7000 Höhenmetern mit einem durchschnittlich gefahrenen Tempo von 29 km/h.

Die Anstrengung hatte sich gelohnt: mit dem sensationellen ersten Platz in der Altersgruppe M1 (30-40 Jahre) und dem gesamten vierten Platz in der 2er-Wertung. Das Vierer-Team der Roadrunner präsentierte sich mit ebenfalls 27 gefahrenen Runden genauso stark und belegte den achten Rang in der Altersgruppen-Wertung.

Am Ende waren alle sechs Ahauser Roadrunner stolz auf ihre Leistung, aber auch froh, die Strapazen beendet zu haben. Patrick Hußmann: „Das brauche ich nicht noch einmal.“ Die nächste Herausforderung steht bereits in ein paar Wochen an, der „Ötztalmarathon“, das „härteste“ Radrennen für Amateure, über 227 Kilometer und 5500 Höhenmeter.