Zwei seiner bislang elf Saisontreffer erzielte Nils Sterken (M.) am Sonntag beim 6:1-Sieg gegen den FC Ottenstein. © Raphael Kampshoff
Fußball: Kreisliga A

Südlohns neuer Goalgetter: Viel Sterken, wenig Schwächen

Der SC Südlohn ist die Mannschaft der Stunde in der Kreisliga A. Zuletzt gewann das Team fünfmal am Stück, stellt mit 25 Treffern die beste Offensive. Und mit 11 Toren auch den besten Schützen.

Als zu Saisonbeginn durchsickerte, dass der frühere Oberliga-Stürmer Markus Krüchting wieder im Kader des SC Südlohn steht und dass auch Markus Schmittmann-Wehning aus Stadtlohn an die Doornte zurückkehrt, war mit einer verstärkten Südlohner Offensive zu rechnen. Im Fokus steht aktuell aber ein anderer.

Nils Sterken läuft in seiner zweiten Spielzeit für den SC 28 auf. Schon in der ersten hat er trotz Rotsperre und Verletzung mit fünf Treffern an den sieben Spieltagen vor dem Saisonabbruch eine Duftmarke gesetzt. Aktuell surft der Weseker wie das gesamte Südlohner Team auf der Erfolgswelle: Zu den zuletzt fünf Siegen in Serie steuerte Nils Sterken immer mindestens einen Treffer bei, steht insgesamt schon bei elf und führt damit die Torjägerliste der Liga an (zur Torjägerliste bei fussball.de).

Überrascht über diese starke Quote zeigt sich Südlohn-Trainer Jörg Krüchting nicht unbedingt: „Nils hat ja vorher in Weseke auch schon unter Beweis gestellt, dass er weiß, wo das Tor steht.“ Nach drei Spielzeiten bei Bezirksligist Adler entschied sich der Angreifer 2020 für einen Wechsel in den Nachbarort. Vor allem wegen freundschaftlicher Beziehungen.

Die entstanden seinerzeit in der Jugend der JSG Oeding/Weseke/Südlohn, wie Nils Sterken erzählt. „Mit Jungs wie Nico Terhörne, Nico Vennes oder Florian Saga bin ich gut befreundet“, so der 23-Jährige, der als D- und C-Junior auch schon beim SuS Stadtlohn kickte. Letztlich wollte er nun gern wieder mit seinen Stammtisch-Kollegen auf dem Platz stehen.

„Er spielt jede Abwehr der Liga schwindelig“

Über Sterkens Wechselwunsch freuten sich auch die Südlohner. Und der bringt sich derzeit als Sturmspitze voll ein. „Wenn Nils Bock hat, spielt er jede Abwehr der Liga schwindelig, er kann mit links, mit rechts oder mit dem Kopf abschließen“, sagt Jörg Krüchting, der als langjähriger Stürmer weiß, wovon er spricht. Bei Sterken sehe er kaum Schwächen, allerdings könne der 23-Jährige noch an seiner Geradlinigkeit arbeiten: „Er muss manchmal aufpassen, dass er nicht überdreht, sondern immer einen klaren Kopf in seinen Aktionen behält.“

Dass Sterken der Mannschaft am besten an vorderster Front hilft, hat der bisherige Saisonverlauf klar aufgezeigt: Aufgrund personeller Probleme spielte der Weseker in den ersten Wochen eine defensivere Rolle. Gegen Oeding (2:3), Wessum (1:1) und Vorwärts Epe II (0:2) fuhr der SC nur einen Zähler ein. Ab Spieltag 4 beorderten die Trainer Jörg Krüchting und Daniel Meyer den bis dahin torlosen Sterken in die Sturmspitze.

Von an fluppte es: Gegen den FC Vreden gelangen der erste Sieg (3:2) und Sterkens erstes Tor. Beim anschließenden 4:0 gegen die DJK Stadtlohn traf er dreifach, danach beim 6:3 gegen Eintracht Ahaus II sogar vierfach, inklusive schönem Seitfallzieher. Auch bei den jüngsten Erfolgen gegen Fortuna Gronau (3:0) mit einem sowie gegen den FC Ottenstein (6:1) mit zwei Einschüssen setzte der Stürmer seinen Lauf fort.

„Ich muss schon sagen, dass mir die Rolle ganz vorne drin am Besten gefällt“, sagt Nils Sterken. Dabei habe er aber natürlich auch von der verbesserten Leistung der gesamten Mannschaft profitiert, deren Startelf zuletzt kaum noch verändert werden musste. Ob Alex Krüchting, Marco Doods, Marco Föcking, Robin Volks oder andere Mitspieler – die Südlohner haben neuen Goalgetter immer wieder gefunden.

Asse in der Hinterhand

A propos Südohner Goalgetter. Mit Markus Schmittmann-Wehning, zuletzt meist bei der Reserve erfolgreich, und Markus Krüchting, aktuell angeschlagen, haben die Trainer noch weitere Offensiv-Asse in der Hinterhand. „Von einem Yogi Krüchting kann sich natürlich jeder im Training eine Scheibe abschneiden. Aber auch insgesamt haben wir eine brutale Qualität im Kader“, sagt Nils Sterken. Der Feinwerkmechaniker hoffe deshalb, dass sich sein Team, aktuell Tabellenzweiter, weiter in der Spitzengruppe halten kann.

Was die Zukunft dann mal bringt, darüber mache sich der Stürmer aktuell keine Gedanken. „Klar würde ich irgendwann gern noch mal höher spielen. Aber momentan will mich einfach nur auf Südlohn konzentrieren und mit der Mannschaft erfolgreich sein.“

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Sportredaktion Ahaus