Ende Februar drängten sich noch starke Teilnehmerfelder an die Startlinie beim Internationalen Volkslauf des TV Vreden. Dann durchkreuzte Corona die weiteren Pläne von Veranstaltern – und auch Ende Februar 2021 werden derartig emotionale Bilder wie im Vorjahr in Vreden schier utopisch sein. © Johannes Kratz
Laufsport

Termine stehen – aber viele Fragezeichen bleiben vor dem Start ins Laufjahr 2021

Nach einer Saison mit fast ausschließlich Absagen von Laufevents planen die Organisatoren weiter mit großer Ungewissheit. So wird auch der Auftakt ins neue Jahr in Vreden kein normaler.

Es wäre der klassische Jahresabschluss für die regionale Laufszene gewesen: zunächst die acht oder 15 Kilometer angehen, um dann in der Burgsporthalle auf ein gelungenes Laufjahr anzustoßen. Doch der Stadtlohner Silvesterlauf reiht sich in die Serie ausgefallener Laufveranstaltungen in 2020 ein. Erst zum zweiten Mal in der Geschichte seit 1984 fällt der traditionelle Jahresabschluss aus – 2010 erfolgte die Absage witterungsbedingt: wegen Glatteis. Nun macht Corona den Sportlern einen Strich durch die Rechnung. Somit endet ein denkwürdiges Sportjahr auch für die Laufsportler.

Ende Februar war die Lauf-Welt noch in Ordnung: Der Vredener Volkslauf stimmte emotional auf das Laufjahr 2020 ein. Es sollte nahezu die einzige Chance in der Region bleiben, sich bei einer Großveranstaltung mit Gleichgesinnten zu messen. Ab März ging dann nahezu nichts mehr.

Nun sollten die intensiven Vorbereitungen auf diesen Jahresauftakt 2021 anlaufen: eigentlich. Denn jetzt sehen sich die Organisatoren in Vreden ebenso den Auswirkungen der Corona-Pandemie ausgesetzt. Die offizielle Ausschreibung für den 27. Februar steht noch aus. Dass es kein normaler Volkslauf werden wird, dessen ist man sich angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens beim TV Vreden bewusst.

Volkslauf-Organisatoren erarbeiten Konzept

„Wir müssen nun erst einmal die Entwicklung abwarten, auch die politischen Entscheidungen. Sollte mehr Gewissheit vorliegen, werden wir uns etwas einfallen lassen“, erklärt Anna Volks für das Orgateam. Ausgeschlossen sei nun wohl bereits ein Event mit Massenstarts und mit vielen Zuschauern. „Mitte Januar, so denken wir, werden wir mehr zum Konzept sagen können“, so Volks.

Die Zahlen belegen das schwierige Gesamtbild im Jahr 2020: Von den geplanten 265 Veranstaltungen in Westfalen konnten vor der Corona-Pandemie nur 14 Läufe wie gewohnt mit Massenstart, persönlicher Siegerehrung und Zuschauern stattfinden. Viele Wettbewerbe wurden virtuell ausgetragen, was einen regelrechten „Laufboom“ ausgelöst hat.

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte fällt der Stadtlohner Silvesterlauf aus. Der Schlusspunkt unter einem in allen Belangen denkwürdigen Laufjahr.
© Sascha Keirat © Sascha Keirat

Unabhängig von der Corona-Entwicklung hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) den neuen FLVW-Laufkalender für das Jahr 2021 aufgelegt. In diesem sind circa 220 geplante Lauf- und Walking-Veranstaltungen in Westfalen aufgelistet – und auch die Vereine in der Region haben ihre Veranstaltungen offiziell angemeldet.

Traditionelle Wettbewerbe sind terminiert

Ein Auszug mit Volksläufen von hiesigen Sportvereinen: Der Datenbank des FLVW ist zu entnehmen, dass nach dem Jahresauftakt in Vreden die nächste Auflage des Stadtlohner Kemper-Citylaufs des SuS Stadtlohn am 7. Mai folgen soll.

Gut eine Woche später ist Union Wessum mit dem Klumpenlauf an der Reihe (15. Mai). Den 12. Juni visiert der ASV Ellewick für den Schützenfestlauf an. Den runden Geburtstag des 40. Volkslaufs möchte der SuS Legden am 25. Juni nachholen, wenn er zum Mittsommernachtlauf an die Startlinie bittet.

Ein kleines Jubiläum feiert der Ottensteiner Wottellauf des FC Ottenstein mit der zehnten Auflage am 24. Oktober. Den fünften Durchgang des Ellewicker Adventslaufs führt der ASV Ellewick am 11. Dezember durch. Und zum Jahresabschluss soll es die nächste Auflage des Silvesterlaufs mit dem SuS Stadtlohn geben.

Verband äußert vorsichtigen Optimismus

Es bleiben zumindest große Fragezeichen, auch wenn Peter Westermann, Vizepräsident Leichtathletik im FLVW, zuletzt noch hoffte, „dass wir Ende März/Anfang April wieder zu einer gewissen Normalität kommen.“

Die Zeiten haben sich aber weiter verändert. Einige Events für das Jahr 2021 wurden bereits abgesagt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Veranstaltungen im halbwegs gewohnten Rahmen ablaufen können, wird mit zunehmendem Jahresverlauf steigen.

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