Am 5. Juli 2020 bestritten RW Nienborg und der FC Oeding das erste Freundschaftsspiel der Saison. Wann das nächste Vorbereitungsspiel anstehen wird und ob die Saison überhaupt noch beendet werden kann, das steht mehr denn je zuvor in den Sternen. © Sascha Keirat
Fußball

Wie geht es weiter im Fußballkreis? „Wir müssen nun den 19. April abwarten“

Der FLVW kann den Weg anderer Verbände, die Saison vorzeitig abzubrechen, aus rechtlichen Gründen nicht mitgehen. Im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld blickt man nun gespannt Richtung Mitte April.

Wirklich neue Erkenntnisse hat sie nicht gebracht, die Pressekonferenz des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) zur Situation in der laufenden Saison 2020/21. Fakt ist: Ein vorzeitiger Saisonabbruch bleibt aus rechtlichen Gründen die Satzung und Ordnungen betreffend nicht möglich. Folglich gibt es die Optionen Annullierung der Spielzeit – diesen Weg sind bereits einige Landesverbände gegangen – oder Wertung dieser. Bei letzterer müsste die 50-Prozent-Regel greifen, die vor der Saison in der Spielordnung festgelegt wurde. Und solange diese in den Spielklassen noch zeitlich und organisatorisch bis zum 30. Juni umsetzbar erscheint, müsse diese Option in Betracht gezogen werden.

Somit geht die Hängepartie für die Vereine weiter, die Aussichten sind durch die aktualisierten Vorgaben der Coronaschutzverordnung nicht rosiger geworden. Eine Rückkehr auf den Platz für den Trainingsbetrieb gibt es für Mannschaften ab 15 Jahre aufwärts frühestens ab dem 19. April, eher später. Rund vier Wochen Vorbereitung sollen den Teams zugestanden werden.

Jede Staffel muss für sich betrachtet werden

Die wesentliche Aussage der Konferenz war sicherlich: Es kann in der einen Staffel eine Annullierung erfolgen, in der anderen dagegen eine Wertung mit Auf- und Abstieg. Wohl dem, der vorgesorgt hat wie der Fußballkreis Münster, der auf Kreisebene durch zusätzliche Staffeln für kleinere Klassen gesorgt hat. Dahingegen hatte sich vor der Saison der Verbandsfußballausschuss (VFA) der knappen Abstimmung der Oberligisten für eine eingleisige Oberliga gebeugt. Das Ergebnis ist nun, dass in dieser 21er-Staffel die Annullierung am wahrscheinlichsten ist, bei zwei kleinen Staffeln wäre man schon nahe an den erforderlichen 50 Prozent der Spiele je Klasse.

Neben dem sportlichen Aspekt, der natürlich zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen bei den betroffenen Vereinen führen kann, ist ein weiterer Ansatzpunkt der, dass man den Vereinen noch die Möglichkeit einräumen will, Einnahmen zu generieren, sofern Zuschauer zugelassen werden. Noch denkbar erscheinen die 50 Prozent noch in den hiesigen Kreisligen und in der Bezirksliga 11 mit überwiegend 16 Mannschaften. In der Bezirksliga sind zum Beispiel noch sieben Spieltage zu absolvieren, was bei einer Rückkehr Mitte Mai unter Einbezug der Feiertage noch umsetzbar erscheint. Sofern es die Coronaschutzverordnung dann zulässt und keine weiteren Komplikationen sich einstellen.

Planungen für Rückkehr am 2. Mai sind hinfällig

Horst Dastig, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses (KFA) und auch Staffelleiter der Bezirksliga 11, bleibt weiter gelassen – auch wenn seine ursprüngliche Planung mit Rückkehr in den Spielbetrieb zum 2. Mai obsolet geworden ist. „Wir müssen nun einfach weiter abwarten, was ab dem 19. April gilt. Am gleichen Tag werden wir uns mit dem KFA abstimmen, dann sollten auch weitere Entscheidungen des Verbandes vorliegen.“ Ein Vorteil sei es noch, dass es wenige Nachholspiele gibt. So könnten auch Englische Wochen weitgehend umgangen werden. Noch. „Sorgen bereiten mir allerdings die aktuellen Fallzahlen“, sind Dastigs Gedanken aktuell gewiss nicht nur bei der Planung des Spielbetriebs. Parallel wird sich der Kreis im Rahmen einer Videokonferenz ein Meinungsbild der Vereine einholen.

Dass man Mitte April Optionen für die Vorbereitung schaffen sollte, das sieht auch Willy Westphal als Kreisvorsitzender so. Letztlich sei man abhängig von den Entscheidungen auf politischer Ebene. Einig ist man sich im KFA, dass es immer dünner werden wird, je weniger im Mai gespielt werden kann. Dass man die Saison verlängern könne, das schließt der FLVW weiter kategorisch aus. „Wir wollen die neue Saison vernünftig starten und haben uns dagegen entschieden“, sagte der Vizepräsident Amateurfußball, Manfred Schnieders. Wie der FLVW mitgeteilt hat, sei sogar ein Moduswechsel auf Verbandsebene mitten in der Saison möglich, aber nicht geplant.

„Die Verzweiflung wächst langsam“

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski haderte mit den Beschlüssen der Politik, hat zum Thema Saisonabbruch einen klaren, persönlichen Standpunkt: „Die Verzweiflung wächst langsam. Ich persönlich halte die Beendigung und Annullierung der Saison für am fairsten. Eine sportliche Beendigung scheint nicht mehr möglich. Wir werden intern eine finale Entscheidung vorbereiten. Mir platzt aber langsam der Kragen.“

Entscheidend für die nächsten FLVW-Schritte wird der 18. April sein. Bis dahin gilt die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes. Priorität will der VFA den Spielen im Krombacher Westfalenpokal einräumen, da die Teilnehmer an der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal zum 30. Juni gemeldet werden müssen.

Einheitliche Lösung für den Westen wird angestrebt

Wie geht es weiter? Am 8. April tagt der WDFV-Verbandsfußballausschuss, um eine einheitliche Regelung für den Amateurfußball im Westen zu erreichen. Regelmäßige Sitzungen des westfälischen VFA flankieren dieses Treffen. Am 16. April findet auf FLVW-Ebene auch eine Sitzung des Verbandsjugendausschusses – mit Blick auf die Coronaschutzverordnung ab 19. April – statt, im Bedarfsfall könnte im Nachgang auch kurzfristig eine Sitzung des Jugendbeirats einberufen werden.

Für die neue Spielzeit hat der FLVW bereits ein Datum im Visier. „Geplant ist der Saisonstart für die Senioren für den 15. August, für die Junioren/Juniorinnen im überkreislichen Bereich für den 28./29. August“, erklärte Schnieders.

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