Liegestütze wie die Nationalmannschaft vor der EM 2021 mussten auch die Fußballer des FC Castrop-Rauxel machen. Sogar jede Menge. © picture alliance/dpa
Fußball-Bezirksliga

1000 Liegestütze haben die Kicker des FC Castrop-Rauxel besser gemacht

Eigentlich ist es eine verhasste Übung: Liegestützen. Aber durch diese haben offenbar die Fußballer des FC Castrop-Rauxel das Prinzip „Weiter, immer weiter“, von Torwart-Titan Oliver Kahn (Bayern München) verinnerlicht.

Der FC Castrop-Rauxel steht nach dem vierten Spieltag in der Fußball-Bezirksliga als bestes Castrop-Rauxeler Team auf dem dritten Platz. Jetzt kommt zutage, dass der Erfolg wohl auch mit einer ganz besonderen und ungeliebten Trainings-Übung zu tun hat.

Schiedsrichter lobt den FC Castrop-Rauxel

Trainer Michael Wurst hat seinen Jungs nämlich in der Saisonvorbereitung das Oliver-Kahn-Titanen-Motto „Weiter, immer weiter“ förmlich eingebläut. Und wenn sie es nicht tun, schickt Wurst seinen gesamten Kader inklusive seiner eigenen Person auf den Boden: Liegestütze zur Bestrafung: Über 1000 Übungen dieser Form sollen es schon gewesen sein.

Aufgefallen ist diese „Weiter, weiter“-Methode Schiedsrichter Jörg Imort (Bochum) beim 3:1-Sieg des FC gegen Viktoria Kirchderne. Nach dem Spiel sprach er Trainer Wurst auf diese Besonderheit an. Der Schiri sagte: „Ich habe selten eine Mannschaft gesehen, die auch nach kniffligen Szenen immer weiterspielt und nicht auf einen etwaigen Pfiff wartet.“

FC-Trainer Michael Wurst hat Freude daran, dass seine Schützlinge eine wichtige Vorgabe erfüllen: Sie spielen konzentriert weiter, auch wenn sie einen Pfiff erwarten. © Volker Engel © Volker Engel

Ist das angeboren oder trainiert? „Natürlich antrainiert“, erzählte Michael Wurst dem Reporter unserer Redaktion und sagte weiter: „Die Jungs sind es gewohnt, dass ich in Trainingsspielen kaum ein Foul pfeife. Und wenn sie dann doch aufhören und den Vorteil nicht nutzen, schicke ich den ganzen Kader für Liegestütze auf den Boden. In der Vorbereitung haben wir in dieser Form bestimmt über 1000 dieser Übungen gemacht.“

Das hat Wirkung gezeigt. Trotz der bis zum Sonntag andauernden argen Personal-Misere belegt der FC Castrop-Rauxel am vierten Spieltag, nach drei Siegen in Folge, den dritten Platz in der Bezirksliga. Vor den heimischen Mitstreitern Spvg Schwerin (5.) und SG Castrop (16.). Doch Trainer Michael Wurst, der seit Anfang der Saison 2021/22 mit seinem Cousin Dustin Wurst (spielender Co-Trainer) die fußballerischen Geschicke beim FC Castrop-Rauxel leitet, will den Tabellenstand nicht an die große Glocke hängen: „Dafür ist ja viel zu früh.“

Bemerkenswert ist es dennoch: Disziplin zahlt sich aus. Wenn das in dieser Form sogar einem Schiedsrichter auffällt, ist das enorm. So soll es weitergehen.

Beim Personal hat Wurst wirklich jetzt die Qual der Wahl, wie es Vereins-Chef Uwe Blase noch erwähnte. Selbst Co-Trainer Dustin Wurst und der frische Neuzugang Emre Karaca mussten erst auf der Reservebank Platz nehmen. Dazu sagte Trainer Michael Wurst: „Ich stehe zu meinem Wort. Ich hatte den Spielern, die zuletzt gewonnen hatten, versprochen, dass sie wieder spielen werden.“

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Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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