SG Castrops Trainer Tino Westphal trainiert nicht nur die Großen. © Volker Engel
Jugendfußball

Bezirksliga-Coach Tino Westphal hat einen zweiten Trainer-Job angenommen

Es ist ungewöhnlich, wenn ein Trainer das Seniorenteam eines Fußballklubs trainiert - dort im Nebenjob aber auch die Minikicker betreut. In Castrop-Rauxel gibt es das bei der SG Castrop.

Fußball besteht nicht immer nur aus den Spaßfaktoren, die sich Trainer und Spieler eigentlich wünschen. Bei Bezirksligist SG Castrop hält sich die Freude nach vier Saisonspielen mit vier Niederlagen eher in Grenzen. Trainer Tino Westphal hat mit seinem Team auch gegen den Favoriten FC Roj mit 2:4 verloren, er sah aber „trotz der Niederlage einen deutlichen Aufwärtstrend“.

Zwei Trainingsstunden pro Woche

Das ist aber nur eine Seite von Westphals Trainer-Leben. Die andere, die ihm aktuell viel mehr Freude macht, sind seine Minikicker. Mit ihnen erlebt der Trainer nur die schönen Seiten des Fußballs. „Es macht mir extrem großen Spaß, die Knirpse zu trainieren.“ Jede Woche treffen sie sich montags und donnerstags auf dem Sportplatz an der Bahnhofstraße.

Seit die Corona-Bestimmungen es wieder zulassen, ist Westphal bei der SG Castrop im Nebenjob auch Trainer der jüngsten Fußballer. Zuerst war man nur zu Acht. Darunter Westphals Tochter Alia und sein fünfjähriger Sohn Noah. In sehr kurzer Zeit ist diese Minikicker-Gruppe auf 22 Kinder angewachsen. „Einer hat seinen Freund mitgebracht – ein anderer einen Jungen aus der Nachbarschaft. Weitere kamen über Mundpropaganda zu uns“, freut sich Westphal über den großen Zulauf.

SG Castrops Mini-Kicker spielen derzeit erfolgreicher als die Senioren.
SG Castrops Mini-Kicker spielen derzeit erfolgreicher als die Senioren. © Volker Engel © Volker Engel

Zwei Spiele wurden zu Saisonbeginn ausgetragen – und gewonnen mit 5:2 und 7:3. Mamas, Papas, Opas, Omas und Geschwister bejubelten die Tore der SG-Minis. „Unsere erste Mannschaft wäre froh über so viele begeisterte Fans“, scherzt Westphal. Es sei einfach nur schön, mitzuerleben, mit wie viel Spaß die kleinen Fußballer mit und ohne Ball über den Platz laufen würden.

„Der eine oder andere unserer Fünf- und Sechsjährigen pflückt zwischendurch auch schon mal Blumen – das gehört in diesem Alter aber zum Fußball dazu“, lässt Westphal seinen Minis jede Freiheit im Spiel und beim Training. „Wenn wir ein Tor geschossen haben, jubeln alle Jungs miteinander – fast schon wie die Großen.“

Es mache als Trainer einfach riesigen Spaß, die jüngsten Fußballer der SG Castrop an den Sport heranzuführen. Wer letztlich länger dabei bleibe, werde sich zeigen. Ein paar Talente seien zu erkennen. „Unsere Minikicker geben mir als Trainer so viel zurück mit ihrer Begeisterung und Freude beim Training und in den Spielen“, ist Westphal auch ein Fan der Gruppe.

Die Minis der SG Castrop mit Trainer Tino Westphal (l.). © privat © privat
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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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