Acht Jahre lang hat Dietrich Liskunov (r.) im Trikot des FC Frohlinde für Furore gesorgt. Nun ackert sich der Offensivspieler in der Westfalenliga für den FC Brünninghausen durch - wie hier gegen den Tus Bövinghausen. © Stephan Schütze
Fußball-Westfalenliga

Brünninghausens Dietrich Liskunov denkt nach Abpfiff immer an einen anderen Klub

Acht Jahre lang hat Dietrich Liskunov in Castrop-Rauxel für Furore gesorgt. Seit dem Beginn der Saison 2021/22 ackert sich der Offensivmann für den Westfalenligisten FC Brünninghausen durch.

Als A-Junior hatte sich Dietrich Liskunov dem heutigen Landesligisten FC Frohlinde angeschlossen – und feierte im Mai 2017 als Youngster mit dem Team aus dem Castrop-Rauxeler Süden den Titelgewinn in der Bezirksliga. 2019 machten die Trainer Stefan Hoffmann und Michael Wurst den talentierten Offenspieler zum Kapitän. Im Sommer 2021 ging Dietrich Liskunov den nächsten Schritt in seiner Laufbahn und schloss sich dem Westfalenligisten FC Brünninghausen an.

Harte Duelle mit Kevin Großkreutz

Mit den Brünninghausern erlebte Liskunov am sechsten Spieltag ein weiteres Highlight in seiner Karriere: Im Duell mit dem TuS Bövinghausen konnte er sich mit Weltmeister Kevin Großkreutz, David Odonkor (WM-Teilnehmer 2006) und Ex-Profi Baris Özbek (u.a. Union Berlin und Galatasaray Istanbul) messen. Die Partie endete am Sonntag (3. Oktober) mit einem 0:0.

Dietrich Liskunov sagte nach der Begegnung: „Während des Spiels war mir eigentlich egal, dass ich auf Großkreutz, Odonkor und Özbek treffe. Ich war darauf fokussiert, meine Gegner zu bespielen, die ja zum Großteil schon höher als ich gespielt haben.“ Der 26-Jährige zollt den Ex-Profis aber auch durchaus Respekt und meint: „Es ist schon geil, dass wir solche Spieler in der Westfalenliga haben. Und gegen Großkreutz muss man halt härter zur Sache gehen. Ich glaube, das habe ich geschafft.“

In der Saison 2018/19 waren Kpitän Dietrich Liskunov (l.) und der FC Frohlinde nah dran am Westfalenliga-Aufstieg. Die Hinserie verlief überragend. Danach ging es nicht so weiter. Am 19. Mai 2019 musste der FCF nach einer 0:2-Niederlage beim SC Obersprockhövel (weiße Trikots) alle Hoffnungen begraben. © Jens Lukas © Jens Lukas

Dietrich Liskunov betont: „Wir haben in der ersten Halbzeit das Spiel gemacht und hatten die besseren Chancen. Ich hätte ein Tor machen können. Aber da hat der Torwart gut gehalten. Die zweite Halbzeit war ausgeglichener, und Bövinghausen hatte zwei gute Chancen. Meiner Meinung nach haben wir unsere beste Saisonleistung gezeigt und hätten drei Punkte verdient gehabt.“

Als schade empfand es Liskunov, dass nur 450 Fans zuschauten. Er sagt: „Das Regenwetter wird einige abgeschreckt haben. Die haben dann zum Teil auch auf die Livestreams im Internet zurückgegriffen haben. Ich hatte gehofft, dass durch die Absage des Oberliga-Spiels von Aplerbeck mehr Zuschauer kommen.“

Nach dem Abpfiff seiner Partien im Brünninghausen-Trikot hat Liskunov stets den FC Frohlinde im Sinn. Er erklärt: „Wenn ich in der Kabine bin, geht mein erster Blick auf das Handy und ich will wissen, wie Frohlinde gespielt hat – noch bevor ich mir die anderen Westfalenliga-Ergebnisse anschaue.“

Liskunovs Verbindung zur Castrop-Rauxeler Brandheide bleibt bestehen. Der 26-Jährige sagt: „Es macht mich traurig und es tut mir leid zu sehen, dass Frohlinde in der Landesliga Probleme hat. Das ist auch für die neuen Trainer eine sehr schwere Situation.“ Und: Mehrmals die Woche hat er mit FCF-Goalgetter Mario Djordic und Alexander Sube zu tun.

Aber auch in der Westfalenliga kann sich Dietrich Liskunov wie in seinem Wohnzimmer fühlen. Zum Beispiel wenn es am 14. November zum Duell mit dem Castrop-Rauxeler Vertreter Wacker Obercastrop kommt. Liskunov: „Für mich ist das ein Derby. Ich habe schon oft gegen Wacker hochklassige Spiele bestritten.“

Für den FC Frohlinde zeichnete sich Dietrich Liskunov (l.) oft als Torschütze aus – wie hier gegen die Spvg Horsthausen. © Jens Lukas © Jens Lukas

Ansage an DSC-Torwart Daniel Schultz

Toll wird für den Studenten auch das Aufeinandertreffen mit dem DSC Wanne am 12. Dezember. Denn hier trifft er auf die mit ihm befreundeten Ex-Frohlinder Chris Matuszak und Torwart Daniel Schultz. Liskunovs Ansage: „Schulek soll sich warm anziehen. Ich werde gegen ihn treffen!“

Liskunov fühlt sich nach einem Muskelfaserriss, der ihn vier Wochen in der Vorbereitung außer Gefecht gesetzt hatte, aktuell sehr fit. Vielleicht hat dazu auch beigetragen, dass er stets mit dem Fahrrad zum Training ins Stadion Am Hombruchsfeld gefahren ist: „Wenn ich mit dem Auto fahren würde, würde ich bei meiner Rückkehr daheim im Kreuzviertel keinen Parkplatz finden. Deshalb mache ich das so.“

Ein Comeback nach Frohlinde schließt Dietrich Liskunov derzeit aus. Er erklärt: „Ich kann mir aktuell keinen Vereinswechsel vorstellen. Wir sind eine tolle junge Truppe. Das Trainerteam ist richtig, richtig gut. Und ich habe hier einige gute Freunde gewonnen.“

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas