Die Castrop Raptors (blaue Hemden) haben im Juli 2020 ihr Premieren-Spiel gegen dieDuisburg Dockers bestritten. © Volker Engel
US-Sport

Castrop Raptors verlassen den Fuchsweg in Merklinde

Die Castrop Raptors hatten in Merklinde seit der Gründung ihrer Mannschaft ihre Wurzeln. Diese werden sie jetzt kappen und woanders Flagfootball spielen.

Im Frühjahr 2020 – einige Wochen vor dem ersten Corona-Lockdown in Deutschland – stellten einige heimische Sportler ein Flagfootball-Team auf, um unter dem Namen Castrop Raptors die körperlose Spielart des American Football in Castrop-Rauxel zu etablieren. Die Mannschaft wurde vom SuS Merklinde auf dem Sportplatz am Fuchsweg aufgenommen und bestritt dort nach einigen Trainingseinheiten im Juli auch ihr Premieren-Spiel.

Raptors sind in Aufbruchstimmung

Acht Monate später sind die Raptors in Aufbruchstimmung. Sie möchten Merklinde verlassen und auf einem anderen Sportplatz weitermachen. Jonas Ehm, Spieler und Mitbegründer der Castrop Raptors berichtet: „In den letzten Trainings im Oktober und September wurde deutlich, dass wir einen zweiten Trainingstag brauchen, um unsere Leistung langfristig steigern zu können.“

Jonas Ehm ist Spieler und Mitbegründer der Castrop Raptors. © Volker Engel © Volker Engel

Insbesondere die athletischen Fähigkeiten seien bei nur einem Trainingstag in der Woche nicht mehr steigerbar. Hinzugekommen sei laut Ehm, dass der ursprüngliche Trainingstag bei den Verantwortlichen nicht mehr gepasst habe.

Jonas Ehm: „Deshalb haben wir das Gespräch gesucht. Leider konnte uns kein Trainingstag an einem anderen Wochentag und kein zusätzlicher Trainingstermin zur Verfügung gestellt werden.“ Der Sportplatz am Fuchsweg wird von drei Seniorenmannschaften (SuS Merklinde und FC Castrop-Rauxel) und einer Altherrenmannschaft in den Abendstunden belegt. Weshalb der Platz nur begrenzt nutzbar ist.

Als Frederic Stodt und Jonas Ehm federführend die Idee hatten, die Castrop Raptors aus der Taufe zu heben, wurden sie von der Stadtverwaltung auf den SuS Merklinde als Basis für ihr Projekt aufmerksam gemacht. Ehm: „Der SuS hat uns damals aufgenommen und wir sind dafür bis heute sehr dankbar. Ohne den SuS Merklinde gäbe es keine Castrop Raptors. Wir hätten nicht trainieren können. Daher möchten wir uns als Team ausdrücklich beim SuS Merklinde bedanken.“

Der Henrichenburger Ehm erklärt: „Die Spvg Schwerin wird uns nun aufnehmen. Am Grafweg werden wir zukünftig zweimal pro Woche trainieren und können das Kleinfeld der Sportanlage nutzen. Wir freuen uns sehr, dass wir bei der Vereinssuche sehr schnell erfolgreich waren und eine neue Heimat gefunden haben.“ Ebenso stolz sind die Raptors, dass sie nach dem Start mit 9 Sportlern mittlerweile 20 Mitglieder haben. Ehm: „Uns ist bislang noch niemand verlorengegangen. Obwohl wir schobn seit fünf Monaten nicht mehr trainieren konnten.“

Die Castrop Raptors im Juli 2020 mit (hinten, v.l.) Jonas Ehm, Felix Schindelhauer, Numan Toklu, Jonas Plempe, Matthias Harker, (vorn, v.l.) Florian Dunaj, Leon Nachtwey, Nassir Tamouh, Frederic Stodt und Stefan Block. © Volker Engel © Volker Engel

Sobald wir das Training wieder möglich ist, möchten die Castrop Raptors „in der Spitze noch weiter verbessern“ (Ehm) und suchen weiterhin Mitspieler. Jonas Ehm: „Footballkenntnisse sind dabei keine Voraussetzung. Schnelle und athletische Spieler im Alter zwischen 14 und 40 Jahren werden bei uns immer herzlich aufgenommen.“

Wegen des Lockdowns findet derzeit kein Mannschaftstraining statt. Jonas Ehm: „Jeder Einzelne ist derzeit für sich selbst verantwortlich, indem er individuell trainiert. Damit die Fitness im Lockdown nicht komplett verloren geht, haben wir dem Team Workouts mit an die Hand gegeben, die durch Laufeinheiten ergänzt werden sollen.“

Wäre der 2. Lockdown gewesen, würden die Castrop Raptors in der Saison 2020 am Liga-Spielbetrieb des Verbandes SFL NRW erstmals teilnehmen. Jonas Ehm: „Für unsere Entwicklung ist dies im Nachhinein nicht sonderlich schlecht. So konnten wir zunächst einen Kader aufbauen und Grundlagen schaffen, um einigermaßen erfolgreich in die Liga zu starten. Wir streben zur kommenden Saison eine Liga-Zugehörigkeit an.“

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas