Meinung

Castrop-Rauxel: Die Nummer Eins im Kreis sind wir!

Für die Castrop-Rauxeler Vereine muss die Zeit mit einem Anhängsel-Status im heimischen Fußballkreis endlich einmal vorbei sein - meint unser Autor.
Im Fußballkreis Herne sind Wacker Obercastrop (weiße Trikots) und FC Frohlinde (blaue Trikots) mittlerweile nicht mehr nur "dabei", sondern gehen mit vorneweg. © Volker Engel

Die Nummer Eins, die Nummer Eins, die Nummer Eins im Pott sind wir. Mit diesem Spruch gehen abwechselnd die Fans des BVB, von Schalke 04 und des VfL Bochum in den Stadien lautstark nach vorn. Jeweils mit mehr oder auch weniger Berechtigung. In den vergangenen 25 Jahren ging die „Vormachtstellung“ in den Bundesliga-Abschlusstabellen tatsächlich reihum.

In dieser Zeit hat sich – viele Ebenen tiefer – auch etwas getan. Im Fußballkreis Herne haben sich die Castrop-Rauxeler Mannschaften komplett aus dem Schatten der Nachbarstadt herausgeschossen. Mit den Speerspitzen Wacker Obercastrop (Westfalenliga) und FC Frohlinde (Landesliga) sowie einem Trio in der Bezirksliga ist die Europastadt nicht nur mehr denn je konkurrenzfähig in den Duellen mit den Herner Teams. Eigentlich könnte der Castrop-Rauxeler Slogan bereits heißen: „Die Nummer Eins im Kreis sind wir.“

Belege dafür gibt es mittlerweile viele. Wie etwa die Kreispokal-Endspiel-Paarungen von 2014 und 2020: Wacker gegen Frohlinde. Und auch in den Jahren dazwischen stachen die heimischen Teams die hochgelobten Teams von Westfalia Herne (Oberliga) und DSC Wanne (Westfalenliga) im Pokal aus.

Wenn der bereits seit Jahren abzeichnende Abstieg von Westfalia Herne aus der Oberliga geschieht, ist ehedem die Westfalenliga das Höchste der Gefühle im Fußballkreis Herne/Castrop-Rauxel – so wie der Verbund richtigerweise heißt, aber zumeist verknappt kommuniziert wird. Das ist auch ein Zeichen von bislang nicht gezeigter Wertschätzung, die auch aufgearbeitet werden muss.

Trotz der demonstrierten breiten Brust, darf man nicht vergessen: Der Herner Landesligist Spvg Horsthausen offenbart derzeit eine derart enorme Stärke, dass ihm ein aktueller Nummer-Eins-Status unter den Mannschaften zugesprochen werden kann. Und: Ohne die jahrzehntelangen Anhaltspunkte Westfalia und DSC hätte es vielleicht keine Aufbruchstimmung für die Castrop-Rauxeler Klubs „Raus aus der Bezirksliga“ gegeben.