Im Stadion von Westfalia Herne soll bald eine zweite Mannschaft in der Kreisliga C spielen. Dabei hilft auch ein ehemaliger Castrop-Rauxeler Fußballer mit. © Jens Lukas
Fußball

Castrop-Rauxeler hilft Westfalia Herne bei neuer Mannschaft auf die Sprünge

Im Fußballkreis Herne tut sich etwas. Speziell im Stadion am Schloss Strünkede. Oberligist Westfalia Herne installiert wieder eine zweite Senioren-Mannschaft. Ein Castrop-Rauxeler gibt Starthilfe in der Kreisliga C.

In der Saison 2021/22 startet der Traditionsverein Westfalia Herne das Projekt, wieder eine zweite Mannschaft an den Start zu bringen. Einer der Trainer wird Sascha Padberg vom BV Herne-Süd sein. Seit Ende März steht fest, dass auch ein Castrop-Rauxeler das neue Team in der Kreisliga C aus der Taufe heben wird.

Eine Rückkehr zur alten Wirkungsstätte

Starthilfe für Westfalia Herne II möchte der gebürtige Castrop-Rauxeler Michael Springwald, der in Holthausen wohnt, geben. Seine Bindung zur Europastadt besteht durch einen Schrebergarten auf Castrop-Rauxeler Boden. Der 55-jährige Springwald hatte als aktiver Fußballer für einige heimische Vereine gekickt, ehe es ihn in den Herner Raum zog.

Die beiden neuen Trainer für das Projekt Westfalia Herne II kennen sich gut. Eine Rangordnung gibt es im neuen Job nicht zwischen Springwald und Padberg. „Wir sind gleichberechtigte Trainer“, sagt Springwald. Er und Padberg haben in der Saison 1994/95 für die Westfalia gespielt, sodass es für sie so etwas wie der Weg zurück zu alter Wirkungsstätte ist.

Michael Springwald (am Ball) war bei mehreren Castrop-Rauxeler Vereinen am Ball – wie etwa hier für die Spvg Schwerin II im Jahr 2011. © Archiv © Archiv

Den Kontakt zwischen Springwald und dem Herner Vorstand hatte Padberg geknüpft. „Das Gespräch mit dem Vorstand war kurz. Ich war sofort überzeugt von dem, was Westfalia Herne vorhat. Ich freue mich auf diese Herausforderung“, so der 55-Jährige, für den es im Sommer 2020 als Trainer des SC Pantringshof „nicht wirklich geklappt hat“. Danach legte Michael Springwald eine Pause ein.

Die Übungsleiter sind gefunden für Westfalia II. Wie aber sieht es mit Spielern aus? „Wir haben 13 Spieler eigentlich fest an der Angel. Sie müssen bei ihren alten Vereinen aber erst noch alles klären, ehe wir Namen nennen“, so Springwald. Ein Kader mit 20 Feldspielern soll es werden. Mit den eigenen U19-Junioren sei bislang noch nicht gesprochen worden. Auch sei die ursprüngliche Vorgabe, nur mit Youngstern zwischen 19 und 21 Jahren ein Team aufzubauen, wohl nicht zu halten.

„Wir haben dem Vorstand erklärt, dass wir ein paar erfahrene Leute brauchen, um das Ziel Aufstieg zu schaffen. In der Kreisliga C wird gekloppt und nicht filigran Fußball gespielt“, weiß Springwald. In fünf Jahren soll Westfalia Herne II als klare Vorgabe bis in die Bezirksliga aufsteigen.

Einer der erfahrenen Spieler wird Trainer-Sohn Timo Springwald sein, der aktuell beim RSV Holthausen in der Kreisliga B kickt – und bei der SG Castrop und Spvg Schwerin schon Bezirksliga-Luft geschnuppert hat. „Timo kommt zu uns“, bekräftigt sein Vater.

2005 spielte Michael Springwald für Arminia Ickern. © Martin Goldhahn (Archiv) © Martin Goldhahn (Archiv)

Einen 20-Mann-Kader komplett neu aufzubauen ist nicht preiswert, da sich die Höhe der Ablösesumme nach der Mannschaft richtet, die in der höchsten Liga spielt. Bei Herne ist es die Oberliga.

Geld hat Westfalia aber nicht in Säcken gehortet. Ideen sind folglich gefragt. Springwald: „Wir dürfen den abgebenden Vereinen ein Freundschaftsspiel unseres Oberliga-Teams anbieten, bei dem sie Geld verdienen können.“ Das ist ein Schmankerl, mit der die Ablöse-Kasse geschont werden soll.

Wie Springwald bestätigt, kommen die wechselwilligen Spieler alle aus der Kreisliga A und B. Michael Springwald: „Die Jungs staunen immer Bauklötze, wenn sie vor dem Gespräch im Stadion den Hügel hochgehen. Welcher C-Ligist spielt schon in solch einem Stadion auf Kunstrasen?“ Wenn sie dann hören würden, dass es einen Torwartrainer und Physiotherapeuten gibt, seien alle vollends begeistert.

Bislang hat Springwald keine Spieler aus Castrop-Rauxel angesprochen, schließt das in Zukunft jedoch nicht aus: „Als Schiedsrichter kenne ich viele Jungs auch aus der Stadt – und weiß, was sie am Ball können.“ Bei ihm und Kollege Padberg würden sich sogar telefonisch Spieler anbieten. „Unser Projekt ist tatsächlich so gefragt, dass wir einigen Spielern sofort absagen können. Der Name Westfalia Herne hat eben einen guten Klang.“

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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