Ein Castrop-Rauxeler Fußballer, dessen erste Station der VfR Rauxel war, schaffte den Sprung in die Oberliga. © Sebastian Schneider
Fußball

Castrop-Rauxeler kickte unter Olaf Thon und Ingo Anderbrügge – jetzt ist er C-Liga-Spieler

In der Jugend hat er beim VfR Rauxel, der SG Castrop und SuS Merklinde gekickt. Als Senior für den SuS Merklinde in der Bezirksliga gespielt. Dann aber hat ihn der VfB Hüls mit der Oberliga geködert.

Fünf Jahre, von 2005 bis 2010, hat er beim VfB Hüls am Badeweiher Oberliga-Fußball gespielt – als Mittelstürmer. Vom SuS Merklinde weggelotst hat den 1,90-Meter-Modellathleten Trainer Martin Schmidt und der allmächtige Fußballboss Horst Darmstädter. Der Castrop-Rauxeler Markus Krawietz bestätigte deren Vertrauen mit guten Leistungen.

Echte Karriere endete 2018 als Spielertrainer

Was waren die größten sportlichen Erfolge? „Ganz klar stechen die Aufstiege mit dem VfB Hüls in die NRW-Liga und später mit dem SV Zweckel in die Oberliga heraus“, so Krawietz. Der sportliche Weg nach der Zeit beim VfB Hüls führte ihn noch zu den Westfalenligisten Hammer Spvg, DSC Wanne, SV Zweckel und SV Holzwickede. Die Fußball-Karriere ließ der seit Dezember 36-Jährige im Jahr 2018 als spielender Co-Trainer bei Bezirksligist Teutonia SuS Waltrop ausklingen.

2009 stürmte Markus Krawietz (r.) für den VfL Hüls in der Oberliga. © Olaf Krimpmann © Olaf Krimpmann

„Eine Sprunggelenksverletzung machte mir damals in Waltrop stark zu schaffen – und bereitet selbst heute noch häufiger mal Probleme“, so Krawietz, der in seiner besten Zeit als Fußballer gerne zurück nach Castrop-Rauxel gekommen wäre: „Dort hat aber leider kein Verein in höherklassigen Fußball-Ligen gespielt.“

Ein Sportredakteur-Kollege der Marler Zeitung erinnert sich gut an Markus Krawietz: „Er war ein bulliger Athlet mit einem guten Kopfballspiel. Schnell war er, im Strafraum dynamisch und nur schwer vom Ball zu trennen. Seinen durchtrainierten Körper hat er als Mittelstürmer mit aller Wucht eingesetzt.“

Daher ist es kaum verwunderlich, dass Klaus Täuber als Trainer den größten Eindruck bei Krawietz hinterlassen hat – der „Boxer“ war beim Bundesligisten FC Schalke 04 ein ähnlicher Stürmertyp. Neben Täuber hatte der Ex-Merklinder mit Olaf Thon und Ingo Anderbrügge noch zwei andere Schalke-Legenden als Trainer. „Es ist schade, dass die Hülser nur noch in der Bezirksliga spielen. Zu meiner Zeit war das ein top geführter Verein, der auf hohem Niveau gespielt hat“, bedauert Krawietz.

Obwohl 2018 aufgehört, geht es ganz ohne Fußball offenbar nicht bei Markus Krawietz. Im September 2020 hat er quasi fußballerische Morgenluft geschnuppert – in der Kreisliga C4 beim VfB Waltrop II. Warum tut sich ein Fußballer, der Oberliga und Westfalenliga gespielt hat, die tiefste Liga an? Der Papa von zwei Kindern erklärt: „Mein sechsjähriger Sohn spielt beim VfB Waltrop in der G-Jugend. Meinem Jungen habe ich beim Training und den Spielen im Hirschkamp-Stadion oft zugeschaut. So kam dann eins zum anderen.“

Im April 2004 gehörte Markus Krawietz (am Ball) jenem Bezirksliga-Team des SuS Merklinde an, das auf die Spvg Schwerin traf, © Jens Lukas © Jens Lukas

Waltrop-II-Trainer Dirk Lenze sprach den Ex-Oberliga-Kicker eines Tages an, um ihn wieder als Spieler für Fußball zu begeistern. Krawietz sollte seine Erfahrung in der jungen VfB-Truppe von fast nur 20-Jährigen einbringen. „Der Trainer versprach mir, dass ich alle Freiheiten habe. Trainieren und spielen muss ich nur, wenn ich Lust und Zeit habe. Die Familie geht vor.“ Viermal in sieben C-Liga-Spielen ist er für den VfB II aufgelaufen bis zum Lockdown am 1. November.

Konfrontiert damit, dass der VfB Waltrop II mit dem SV Bossendorf II oben in der Tabelle steht, überraschte Krawietz: „Ist das so? Ich habe die Tabelle nicht im Kopf. Da kann ich ja sogar ein drittes Mal aufsteigen.“

Ein Tor ist dem früheren Torjäger bislang in der Kreisliga C4 Recklinghausen nicht gelungen. Ist es in der untersten Spielklasse etwa ebenso schwer Tore zu schießen wie in der Oberliga? „Nein, das ganz sicher nicht. Aber ich spiele jetzt nicht mehr als Mittelstürmer. Im Mittelfeld als Sechser oder Zehner stehe ich nicht so oft direkt vor der Kiste“, sagt Krawietz zur persönlichen Torflaute.

Wichtig ist für den 36-Jährigen beim C-Liga-Fußball mit dem VfB II ohnehin allein noch: „Ich will Spaß haben beim mit ein paar anderen Leutchen gegen den Ball treten.“ Seine absolute Priorität hat Markus Krawietz – wie schon erwähnt – ohnehin eindeutig in Richtung Familie gelegt.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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