Vor dem Training beim VfB Habinghorst: Trainer Martin Ropat hat bei allen C-Junioren die Temperatur gemessen. © Hermann Klingsieck
Juniorenfußball

Castrop-Rauxeler Nachwuchsfußballer laufen wieder heiß – aber ohne Fieber

Die Lockerung der Corona-Bestimmungen lässt nach fast fünf Monaten wieder Fußball-Training mit 20 Spielern im Alter bis zu 14 Jahren zu. Wir haben uns das in Castrop-Rauxel bei drei Klubs angeschaut - und haben Fotos mitgebracht.

Die Nachwuchsfußballer des SV Wacker Obercastrop, des VfB Habinghorst und des SC Arminia Ickern haben Mitte der zweiten März-Woche das Mannschaftstraining wieder aufgenommen. Viele Mannschaften bevölkern wieder die Erin-Kampbahn, die Kampfbahn Habichthorst und die Glückauf-Kampfbahn. Unser Reporter waren beim Trainingsauftakt nach vielen Monaten Zwangspause dabei.

Beim Wiedereinstieg ins Jugendfußball-Training mussten die Vereine natürlich alle Hygiene-Maßnahmen beachten. Auch Eltern am Spielfeldrand während des Trainings sieht die NRW-Corona-Schutzverordnung nicht vor. Die Stadtverwaltung Castrop-Rauxel hält sich daran. Der Gedanke an Benachteiligung kam schnell auf, als in Herne Eltern mit auf die Plätze dürfen. In Recklinghausen ist es wie in Castrop-Rauxel. Stadtsprecher Hermann Böckmann: „In der NRW-Verordnung steht nichts davon, dass Eltern während des Trainings auf dem Sportplatz zugelassen sind.“

Beim Re-Start des Jugendtrainings war am Mittwoch keine Verärgerung der Eltern zu spüren auf den Sportplätzen des SV Wacker Obercastrop, beim VfB Habinghorst und bei Arminia Ickern. „Wir haben alle Eltern vorher kontaktiert und ihnen erklärt, warum sie beim Training nicht zuschauen dürfen. Überwiegend gab es Verständnis dafür“, sagt Sven Wesolowski, Jugendleiter beim VfB Habinghorst, und fügt hinzu: „Bei den C-Junioren kommen viele Spieler allein mit dem Fahrrad. Schwieriger wird es bei den Minikickern, die sich ihre Schnürsenkel nicht allein zubinden können – auch das werden wir lösen.“

Bei Wacker Obercastrop waren die F2-Junioren die Vorreiter auf dem Sportplatz. Die Trainer Mohamed Hakam und Ümit Kalender begrüßten zehn Jungen und ein Mädchen. Die Ermahnung: „Abstand halten“, war häufig zu hören. Trotz gebotenem Abstand war die Freude spürbar bei den Kids, endlich wieder richtig trainieren zu dürfen. „Unsere jungen Fußballer sollen Spaß haben. Wir Trainer stellen keine großen Anforderungen. Die fast fünf Monate aufgestaute Energie muss raus bei den Kindern“, sagt Trainer Hakam.

Ickerner Minikicker kamen nicht zum Training

Bei Arminia Ickern sollten die Minikicker starten – niemand war da. Was auch der 2. Vorsitzende Toni Weiss nicht zu erklären wusste. Später war auch bei Arminia richtig was los, als die D- und E1-Jugend trainierten – jeweils auf einer Platzhälfte. Letztlich wurde es sogar ein Flutlicht-Training. Die Coaches Kai Veltkamp (D-Jugend) und Andreas Kagelmacher (E1-Jugend) fungierten nebenbei quasi auch als Hygiene-Sheriffs.

Fotostrecke

Trainings-Re-Start bei Wacker, VfB und Arminia

Beim Training der C1- und C2-Jugend ging es beim VfB Habinghorst für jeden Spieler, der die Platzanlage betrat, sofort zum Fieber messen. Trainer Martin Ropat hielt jedem Jungen die Fieberpistole an die Stirn – keiner hatte erhöhte Temperatur. Zur Trainings-Philosophie in den nächsten zwei Wochen sagt Jugendleiter Sven Wesolowski: „Unsere Mannschaften trainieren kontaktlos – als reine Vorsichtsmaßnahme.“

Jede Woche einmal sei während des Corona-Lockdowns beim VfB von den Jugendtrainern kontrolliert worden, ob die Spieler freiwillig trainiert hätten, so Wesolowski: „Einzel-Training mit Laufen ist okay, der Fußballer braucht aber die Gemeinschaft.“

Die Habinghorster C-Junioren sprühten beim ersten richtigen Training voller Tatendrang und Freude. Wenngleich Trainer Ropat bei Dehnübungen mahnend anmerkte: „Jungs, nicht so steif nach fünf Monaten – mehr Bewegung, mehr Bewegung.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.