Wenn die 2G-Regel für Zuschauer und Spieler im Amateurfußball Einzug hält, sind die Vereine gefordert. © Jens Lukas
Fußball

Castroper Funktionär sagt: 2G ist mit Solidarität aller Vereine umsetzbar

Am Mittwoch, 24. November, wird in Nordrhein-Westfalen dem Vernehmen nach wohl eine verschärfte Corona-Schutzverordnung in Kraft treten. Mit einer 2G-Regel auch für den Breitensport. Ist das überhaupt machbar?

Wenn wenige Tage vor dem November-Ende wegen der explodierenden Infektions-Zahlen in Nordrhein-Westfalen eine verschärfte Corona-Schutzverordnung mit 2G-Regel eingeführt wird, trifft das auch die Breitensport-Vereine. Die Amateurfußball-Klubs insbesondere. Denn diese müssen wohl für eine konsequente Kontrolle bei Zuschauern und Spielern sorgen.

SG Castrop braucht mehr Helfer

Wie die 2G-Regel technisch und organisatorisch von den Klubs bei Heimspielen umgesetzt werden kann, ist die große Frage. „Das wird schwierig – ist aber machbar. Im Sinne einer lückenlosen Kontrolle der Zuschauer am Stadion-Eingang muss es dann mehr Helfer aus dem Verein heraus geben“, denkt Marc Dittloff, der Sportliche Leiter des Bezirksligisten SG Castrop. Die 2G-Regel müsse in jedem Fall konsequent und gründlich kontrolliert werden, meint er.

Bis Bezirksligist SG Castrop gefordert ist, dauert es bis zum Sonntag, 5. Dezember, im Heimspiel gegen Teutonia SuS Waltrop. Überhaupt muss die SG die 2G-Regel bis zur Winterpause nur noch dieses eine Mal stemmen. Die Spiele gegen TuS Eichlinghofen (28. November) und den FC Nordkirchen (12. Dezember) sind auswärts.

Marc Dittloiff (r.), Sportlicher Leiter der SG Castrop, macht sich aktuell schon Gedanken, wie sein Klub nach einer möglichen Einführung die 2G-Regeln einhalten und überprüfen kann. © Jens Lukas © Jens Lukas

„Das müssten wir hinbekommen. Wie genau? Darüber müssen wir noch reden“, denkt Dittloff. Und baut grundsätzlich auf die Solidarität aller Bezirksligisten der Staffel 9, die 2G-Regel strikt zu kontrollieren. „Dass es nicht wieder zu einem Saison-Abbruch kommt, liegt im Interesse aller Vereine. Wenn einer schludert bei der 2G-Regel, trifft das automatisch alle anderen.“

Dittloff mahnt an, dass ein weiterer Saison-Abbruch insbesondere im Jugendbereich schwerwiegende Folgen nach sich ziehen würde. „Schon jetzt haben etliche Jugendfußballer aufgehört – bei einem erneuten Saison-Abbruch folgen garantiert noch mehr Jungs diesem Beispiel.“

Die 2G-Regel gilt nicht nur für die Zuschauer – auch die Spieler sind betroffen. Von denen darf niemand kicken, wenn er nicht geimpft oder genesen ist. Für die SG Castrop gibt der Sportliche Leiter in dieser Hinsicht sogleich Entwarnung: „Bei uns sind alle Spieler geimpft.“ Folglich muss Trainer Tino Westphal keinen Verzicht üben bei dem ein oder anderen mit dieser 100 Prozent Impfquote im Kader.

Die SG Castrop hatte sogar einmal eine Ärztin auf dem Sportplatz, die ein Impfangebot vor Ort gemacht hat. „Diese Aktion ist total gut angenommen worden – viele Spieler haben sich impfen lassen“, so Dittloff. Die SG Castrop hatte dafür einen detaillierten Impfplan aufgestellt.

Diese Saison vernünftig zu Ende zu bringen, müsse das Ziel sein. „Die Spieler haben alle Bock auf Fußball. In den vergangenen Wochen lief es bei uns auch sportlich richtig rund.“ Dittloff möchte das Szenario nicht erleben, dass die Staffel mit 16 Mannschaften der SG Castrop bei einem Saison-Abbruch gewertet wird, da bis zur Winterpause die 50-Prozent-Quote aller Spiele erreicht ist. In größeren Staffeln – die auf 18 Teams ausgelegt sind – steigt das abschließende Hinrunden-Spiel erst nach der Winterpause. Sodass es dort bei einem eventuellen Saison-Abbruch keine Wertung geben würde.

„So etwas wäre in meinen Augen keine faire Lösung. Das sage ich nicht nur, weil wir aktuell auf einem Abstiegsplatz stehen. Trotzdem würde uns ein Saison-Abbruch mit Wertung schon hart treffen“, so Dittloff. Sollten die Corona-Zahlen auch bis ins Neue Jahr 2022 hinein weiter hoch bleiben, plädiert der Sportliche Leiter der SG Castrop daher für eine Verlängerung der Winterpause um ein bis zwei Wochen.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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