Frohlindes Trainer Jimmy Thimm (l.) und Daniel Diaz mochten in der Schlussphase des Spiels bei Firtinaspor nicht mehr hinsehen. Nach einer 2:0-Führung verlor ihr Team mit 2:5. © Hermann Klingsieck
Fußball-Landesliga

FC Frohlinde: Trainer fällt vernichtendes Urteil nach Spiel bei Firtinaspor

Dieses Spiel ist nicht zu erklären. Die Fans schüttelten fassungslos den Kopf - Spieler und Trainer waren sprachlos. Was beim 2:5 des FC Frohlinde bei Firtinaspor passiert ist, übersteigt jede Vernunft.

Landesligist FC Frohlinde führte am sechsten Spieltag auf dem Kunstrasenplatz von Firtinaspor Herne in der 63. Minute mit 2:0. Alles schien top zu sein. Was ab der 65. Minute bis zur 2:5-Niederlage über die Frohlinder Fußballer hereinbrach, lässt sich nicht erklären. Selbst nachdem er eine Nacht darüber geschlafen hat, findet Trainer Jimmy Thimm keine Erklärung zum 2:5-Debakel. Nur so viel: „Das darf uns nicht passieren.“

Jimmy Thimm: Die Fitness-Frage stellt sich nicht

Dann aber fällt Thimm doch ein vernichtendes Urteil: „Firtinaspor ist nicht mehr als eine mittelmäßige Bezirksliga-Mannschaft. Bis zum 1:2 hatten die keine einzige Torchance. Nach dem Anschlusstreffer hat es in den Köpfen unserer Spieler wohl einen Klick gegeben und es ging nichts mehr. Das waren sichere drei Punkte, die wir verschenkt haben in Herne.“

Dass es keine Fitness-Frage gewesen sei, habe man ja in der Schlussphase gesehen, als nochmals vergeblich versucht wurde, das Spiel wieder zu drehen, so Thimm. Dem Frohlinder Trainer ist überhaupt völlig unverständlich, warum sein Team gegen Klubs aus dem unteren Tabellendrittel so schwach spielt: „Horst-Emscher und Firtinaspor holen gegen uns ihren einzigen Sieg – die SG Welper gewinnt einen von zwei Punkten bei uns. Das ist unerklärlich.“ Und am Sonntag, 10. Oktober, erscheint mit dem Tabellenvorletzten DJK Wattenscheid wieder einer dieser Kandidaten an der Brandheide.

Nach Firtinaspors 1:2 hatte Gökhan Ceylan sogar das dritte Frohlinder Tor auf dem Schlappen, er scheiterte aber am Keeper. Im Nachhinein glaubt Jimmy Thimm, dass sich „nach dem 2:0 in den Köpfen unserer Spieler festgesetzt hat, dass dieses Ding durch ist – sie sind danach in einen Tiefschlaf gefallen“. Dieses 2:5 müsse nun zwischen Trainern und Spielern unter der Woche sachlich analysiert werden.

Ein Firtina-Spieler nutzte diese totale Frohlinder Abschalt-Funktion: Clement Edache Itolo traf viermal, das fünfte Tor legte er vor. Frohlindes Abwehr, die bis zur 65. Minute einen stabilen Eindruck gemacht hatte, war überhaupt nicht mehr auf dem Platz. Nach dem Schlusspfiff hätten alle Spieler geknickt in der Kabine gesessen. Keiner konnte etwas dazu sagen, was da in den abschließenden 25 Minuten passiert ist, so Thimm.

Die Frage, ob er jemals so etwas erlebt hat im Fußball, beantworte Thimm mit: „In 30 Jahren als Fußballer und Trainer gab es das für mich noch nie, ein so sicheres Spiel mit einer derart hohen Niederlage aus der Hand gegeben zu haben.“

Am Sonntag gegen 23 Uhr hatte Thimm seinen Kollegen Daniel Diaz sogar angerufen, weil er selbst trotz vieler Gedanken über das Spiel keine plausible Erklärung finden konnte. „Daniel hat nur gesagt, dass er total sauer ist und auch nicht weiß, was er zu diesem 2:5 sagen soll.“

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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