Ein Castrop-Rauxeler Fußballer ist ein echter Frühaufsteher, um pünktlich zum Training zu kommen. © Jens Lukas
Fußball-Landesliga

Fußballer steht um 3.45 Uhr auf, um pünktlich zum Training zu kommen – und trifft dreimal

Er ist Frühaufsteher in einem anspruchsvollen Beruf, um rechtzeitig zum Training zu kommen. Jetzt zeigte sich der Intensiv-Altenpfleger mit drei Toren auf dem Platz als gut ausgeschlafen.

Gerade als Stürmer muss man hellwach sein, wenn sich die Chance auf ein Tor bietet. Damit er abends pünktlich zum Training kommt, steht ein Castrop-Rauxeler Fußballer um 3.45 Uhr auf. Viel Zeit für Schlaf bleibt da nicht. Trotzdem präsentierte sich der Spieler im vergangenen Spiel ausgeschlafen und traf dreimal.

Lukas Kothe vom FC Frohlinde ist Intensiv-Altenpfleger

Der FC Frohlinde hat sich mit einem 4:0-Sieg gegen die DJK Wattenscheid die Heimstärke bewahrt. Ein Mann, der in seinem eigentlichen Beruf vor viel schwierigeren Aufgaben steht, war daran maßgeblich beteiligt.

Lukas Kothe, Stürmer des FC Frohlinde in der Landesliga, ist Intensiv-Altenpfleger und arbeitet dort zwölf Tage in Folge. „Ja das stimmt, erzählt der Fußballer, „danach habe ich zwei Tage frei.“

Trainer Thimm verzeiht Kothe die schlechte Laune

Sein Trainer Jimmy Thimm hatte schon auf den anstrengenden Beruf seines Spielers hingewiesen: „Dass Lukas nicht immer mit der besten Laune ist und entspannt zum Platz kommt, ist doch klar.“ In dieser Saison erleben die Fans einen ganz anderen Lukas Kothe.

Er selbst erzählt, dass er „nicht immer der Motivierteste war“, aber gleichzeitig auch, dass er jeden Morgen um 3.45 Uhr aufsteht, um früher Feierabend zu haben. Der mit seiner Freundin mitten in Frohlinde wohnende Kicker, erklärt die freiwillige kurze Nacht: „Das mache ich, damit ich pünktlich zum Training kommen kann.“

Sein Torjubel nach einem Seitfallzieher-Tor kostete Kothe Geld

Das zahlt sich in Fitness und Schnelligkeit aus. Das sieht man. Am siebten Spieltag erzielte er drei Treffer, mit denen er seine Saisonausbeute auf sechs Tore erhöhte und sich damit vor Teamkollege Mario Djordic (4) setzte.

Für diesen Torjubel musste Lukas Kothe Strafe zahlen.
Für diesen Torjubel musste Lukas Kothe Strafe zahlen. © Volker Engel © Volker Engel

Seinen ausgelassenen Torjubel, als er – wie es einige Profis auch immer wieder vorführen – mit einem Seitfallschuss die Eckfahne touchierte, musste er indes trotz aller Freude teuer bezahlen. Coach Thimm sagte lachend: „Das hat 25 Euro für die Mannschaftskasse gekostet.“ Die „Bestrafung“ soll dann wohl eher Nachahmer abhalten.

Kothe spielte erst in der Zweiten des FC Frohlinde

Der Frohlinder, begann beim SV Westrich seine Karriere, wechselte dann in die C-Jugend des TSC Eintracht Dortmund. Immer mit dem Traum, vielleicht doch beim größeren Bruder aus dem Dunstkreis von nebenan, Borussia Dortmund, unterzukommen.

Das klappte nicht, obwohl die Eltern ihn sechs Jahre lang nach Dortmund chauffierten. Ab der B-Jugend ging es zu Urania Lütgendortmund auf Asche. Es folgte SC Dorstfeld 09, wo er als A-Jugendlicher schon bei den Senioren eingesetzt wurde.

Kothe erzielte sogar schon einmal einen Viererpack

Dann ging es in die Jugend-Abteilung zum FC Frohlinde. Zwei Jahre lang spielte er als Senior in der zweiten FC-Mannschaft (Kreisliga A) unter Trainer Heiko Linsmeyer und danach Jimmy Thimm, ehe er in die Landesliga-Elf von Steffen Hoffmann und Michael Wurst befördert wurde.

Jetzt ist wieder Thimm sein Trainer in der Landesliga, der Kothe natürlich bestens kennt. Der wiederum konnte sich auf die Frage, ob er schonmal drei Tore in einem Spiel erzielt hat, an ein Viererpack erinnern. Da er sich nicht mehr an das Datum erinnern konnte, ein Blick ins Archiv offenbarte: Es war am 3. Juni 2018 im Entscheidungsspiel gegen den Abstieg aus der Kreisliga B.

Frohlinde II gewann gegen Firtinaspor Herne II nach Verlängerung mit 6:4 und der heute 24-jährige hatte mit vier Treffern maßgeblichen Anteil an der Rettung. Trainer Jimmy Thimm hatte derzeit schon einen Satz gesagt, der auch heute noch gilt: „Es macht richtig Spaß, solch einen Spieler in der Mannschaft zu haben.“ Natürlich.

Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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