Markus Scherff (r,), Neuzugang bei Bezirksligist FC Castrop-Rauxel. © hermann Klingsieck
Fußball

Hat sich Markus Scherff beim FC Castrop-Rauxel die Nummer 10 schon verdient?

Als Verstärkung im Mittelfeld hat Bezirksligist FC Castrop-Rauxel den Dortmunder Markus Scherff geholt. Bei dessen ersten Einsatz haben wir genau hingeschaut, ob er bereits das Prädikat „Spielmacher“ erfüllt.

Vom Westfalenligisten Westfalia Wickede ist Markus Scherff zum Bezirksligisten FC Castrop-Rauxel gewechselt. In seiner fußballerischen Vita sind 77 Spiele in der Oberliga und NRW-Liga vermerkt – dazu 46 Spiele in der Westfalenliga. Scherff war der absolute Wunschspieler des neuen FC-Trainers Michael Wurst – obwohl der Fußballer schon 35 Jahre alt ist.

Die Nummer 10 war beim FC nicht vergeben worden

Für Trainer Wurst gibt es „keine alten Fußballer, nur gute und schlechte“. Markus Scherff unterstrich sofort im ersten Testspiel für den FC gegen TuS Harpen (1:1), dass er zur Kategorie „guter Fußballer“ zählt. Was Trainer Wurst bestätigte nach dem Schlusspfiff: „Markus ist eine Bereicherung in unserem Spiel – und das nicht nur wegen seines Tores.“ Der zentrale Mittelfeldspieler hatte zum 1:0 eingenetzt.

Markus Scherff trägt die legendäre Nummer 10 auf dem Trikot. Quasi als Zeichen für die Gegner: Seht her, ich bin der Spielmacher. Da passte es super, dass diese Nummer beim FC Castrop-Rauxel in der Saison 2020/21 nicht vergeben war. Von der ersten Sekunde an zeigte Scherff gegen Harpen, dass er der Mann für die besonderen Momente werden kann, wenn es ab dem 29. August um Punkte geht.

Markus Scherff (r.), einer von zwei Neuzugängen des Bezirksligisten FC Castrop-Rauxel, drückte dem Testspiel gegen den TuS Harpen seinen Stempel auf. © Hermann Klingsieck © Hermann Klingsieck

Scherff fordert Bälle, macht reichlich Meter auf dem Platz, ist stets anspielbar. Er dirigiert seine Mitspieler lautstark. Wie etwa bei einem Eckball: „Komm zurück, schnell. Ja, genau hierhin.“ Dass im ersten Testspiel nicht alle Scherff-Pässe ankamen, ist wohl auch der noch jungen Saisonvorbereitung geschuldet. Laufwege können noch nicht einstudiert sein.

Die Ausdauer passte beim Mittelfeldmotor nach fast neunmonatiger Corona-Pause auch – er rackerte die vollen 90 Minuten. Seine enge Ballführung mit kurzen Drehungen schafften freien Raum und waren sehenswert. Das ein oder andere Mal war er etwas zu ballverliebt. So sind Techniker eben.

Dass Scherff in der 79. Minute im Testpiel noch das sehenswerte 1:0 gegen Harpen gelungen ist, war nur das Sahnehäubchen auf einen gelungenen ersten Auftritt im Trikot des Bezirksligisten FC Castrop-Rauxel.

Im Testspiel nicht dabei war der zweite Ex-Westfalenliga-Spieler Dustin Wurst (36 Jahre alt), der sich im Urlaub befindet. Er ist ein Mann für die Abwehr-Stabilität, ist ein Cousin des Trainers und kommt vom FC Iserlohn. Scherff und Wurst sind nicht nur die Königstransfers beim FC Castrop-Rauxel – sie sind die einzigen Neuen.

Für Michael Wurst, den neuen Trainer des FC Castrop-Rauxel, gibt es „keine alten Fußballer. Nur gute und schlechte“. . © Hermann Klingsieck © Hermann Klingsieck

„Es besteht kein größerer Bedarf an neuen Spielern. Unsere Jungs konnten nach dem Bezirksliga-Aufstieg in den paar Spielen bis zum Corona-Lockdown kaum zeigen, was sie drauf haben. Das sollen sie in der neuen Saison nachholen“, baut Trainer Wurst auf seinen Kader.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
Zur Autorenseite
Avatar