Kassensturz hat der SV Wacker Obercastrop gemacht - und die Spenden für die Flutopfer vom Juli 2021 zusammengezählt. © picture alliance/dpa
Fußball

Kassensturz bei Wacker Obercastrop: Spendensumme steht fest – und nächste Aktion kommt

Die Verantwortlichen des SV Wacker Obercastrop haben nach ihrem Benefiz-Spieltag für die Flutopfer von Mitte Juli nicht lange gewartet. Der Kassensturz ist gemacht. Die nächste Aktion ist ins Auge gefasst.

Martin Janicki hat am Dienstag (16. August) um 12.32 Uhr die entscheidende Taste am PC gedrückt. Damit vollendete der Vorsitzende des Westfalenligisten Wacker Obercastrop die Überweisung seines Klubs auf das Spendenkonto der „Aktion Deutschland Hilft!“

Lange Liste mit Leuten, denen Janicki dankt

„Das ist doch eine stolze Summe“, betonte der Vereins-Chef, als er die Höhe der Spende übermittelte: „Insgesamt sind an Spenden und Losen aufgerundet seitens des Vereins 1.000 Euro zusammengekommen, zuzüglich der 150 Euro, die der FC Frohlinde beigesteuert hat – also 1.150 Euro.“

Die Liste der Leute, denen Martin Janicki dankt, ist lang: Lose für zwei große Tombolas spendeten die Wacker-Sponsoren und -Partner Fleischerei Bols, Blaze LaserTag in Herne, 11Teamsports, Brauhaus Rütershoff und Stadtwerke Castrop-Rauxel. Profi Michael Esser (VfL Bochum) hatte sein Torwart-Trikot und ein Paar Handschuhe auf Betreiben von Marcel Witte von WackerMedia gestiftet – zugunsten der Flutopfer von Mitte Juli.

Dieter Becker, der Schiedsrichter des Vorspiels der Partie gegen Wattenscheid 09, verzichtete auf seine Spesen. Pfarrer und Referee Michael Trockel hatte eines der DFB-Trikots in der Tombola gewonnen. Er spendete 40 Euro, weil er die Differenz zwischen seinem Los-Einsatz und dem Wert des Hemdes als zu groß empfand, so Janicki.

Martin Janicki, Vorsitzender von Wacker Obercastrop. © Jens Lukas © Jens Lukas

Die Altherren Abteilung um Elmar Bök war mit einer guten Summe an den 1.000 Euro beteiligt. Janicki: „Ein besonderer Dank geht an unsere neue Marketingabteilung, die diese Aktion ins Leben gerufen und mit Leben gefühlt hat.“ Die Protagonisten um Marius Hoffmann, Dr. Gerd Klumpe und Frank Wagener sowie alle ehrenamtlichen Helfer um Stephan und Felix Vielhaber hätten „wunderbar an diesem Tag die Aktion moderiert“. Familie Balzen machte sich um den Losverkauf verdient.

Martin Janicki betont: „Henrichenburg und wir haben genug Werbung im Vorfeld gemacht. Ich hätte mir da einen Anstoß für andere Vereine gewünscht. Aber am Ende entscheiden das die jeweiligen Klubs selbst.“ Auf den Zug sollten die heimischen Vereine nach Janickis Meinung spätestens zu Meisterschaftsbeginn aufspringen: „Wenn mehr Zuschauer zu den Spielen kommen. Es ist nie zu spät, etwas Gutes zu tun. Wir wären froh, wenn wir als Verein im Notfall solch eine Hilfe bekämen.“

Vielleicht sei sein Verein ein stückweit empathischer, sagt Janicki. Denn die Obercastroper schlitterten am Sturmabend knapp an einer Katastrophe vorbei. Eine Windhose hatte in der Erin-Kampfbahn Bäume entwurzelt.

Am Mittwoch (18. August) beim Kreispokal bei der Spvg Horsthausen (Landesliga) beteiligen sich die Wackeraner an einer weiteren Spendenaktion für die Flutopfer. Die Herner Gastgeber spenden ihre kompletten Einnahmen. Janicki: „Und wir verzichten auf unseren Anteil an den Eintrittsgeldern. Was auch nicht so wenig sein wird.“ Auch der Fußballkreis Herne verzichtet auf seinen Anteil. Martin Janicki: „Vielleicht denken die Vereine auch darüber nach.“

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas