Faires Verhalten wurden Lennox Günther (l.) und seinem Team des FC Frohlinde bei einem Gegentor gegen Arminia Ickern zum Verhängnis. Am Ende nahmen die Arminen mit einem 3:1-Sieg alle drei Punkte von der Brandheide mit. © Volker Engel
Fußball-Kreisliga A

Kuriose Tore im Kreisliga-Derby: Alle warten auf Pfiff – und Trainer befiehlt Eigentor

Derbys sind immer etwas Besonderes. Das Derby zwischen dem FC Frohlinde II und Arminia Ickern in der Kreisliga A hatte jedoch eine Besonderheit zu bieten, die man nicht alle Tage auf einem Fußballplatz sieht.

Das Kreisliga A-Derby zwischen dem FC Frohlinde II und Arminia Ickern endete mit einem 3:1 (0:0)-Sieg für den SC Arminia. Soweit die reinen Fakten und Zahlen. Dieses Lokalduell hatte jedoch etwas zu bieten, was auf Fußballplätzen nur ganz selten vorkommt – und auch leicht kurios ist.

Spieler warten auf Pfiff

Das Spiel war bereits weit fortgeschritten in der Zeit – man schrieb die 78. Minute. Ein Arminia-Spieler lag im Mittelkreis verletzt am Boden. Alle hörten auf zu spielen, weil sie eine Unterbrechung von Schiedsrichter Ahmet Candan vermuteten – der aber pfiff nicht. Ickerns Kevin Tann stand zu diesem Zeitpunkt mit dem Ball mutterseelenallein im Frohlinder Strafraum – und spielte auch nicht weiter. Vor draußen wurde gerufen: „Weitermachen, das Spiel ist nicht unterbrochen.“ Was Tann dann tat. Er umkurvte Frohlinde-Keeper Max Brandenburger und netzte zum 2:0 ein.

Tann trifft zum 3:1

Wenig später ging es weiter im Kuriositäten-Kabinett: Ickerns Trainer Kim Weber forderte seine Jungs auf: „Haut euch den Ball selber rein.“ Was Patrick Höfener tatsächlich per Eigentor zum 1:2 (82.) tat. Später meinte Weber dazu: „Das war ein reiner Fairplay-Gedanke bei uns wegen des Tors zum 2:0.“ Er habe seinen Spielern jedoch gesagt, dass er ihnen die Ohren langziehe, wenn das Spiel 2:2 enden würde, so Weber. Der Ausgleich fiel nicht mehr. Aber noch Ickerns 3:1 (85.) durch Tann.

Frohlindes Trainer Dirk Vierhaus meinte nach dem Schlusspfiff: „Ich könnte viel sagen zum Spiel, sage aber lieber nichts.“ Ickerns Trainer Weber hatte indes eine erste Halbzeit mit Vorteilen für Frohlinde II gesehen – in den zweiten 45 Minuten sei sein Team aber besser gewesen.

FC Frohlinde II verschießt einen Foulelfmeter

Die erste Hälfte war mehr ein Abnutzungskampf als ein Fußballspiel mit Torchancen. Einmal wurde Frohlinde-Keeper Brandenburger gefordert bei einem 25-Meter-Freistoß von Nico Foterek. Und dann zeichnete sich Arminia-Keeper Pascal Schrötter im Eins-Gegen-Eins-Duell mit Niklas Jürgens aus.

Viel lebhafter vor den Toren war die zweite Hälfte. In der 52. Minute gab es einen Foulelfmeter für den FC Frohlinde II. Lennart Reichel scheiterte vom Punkt an Keeper Schrötter.

Weiter ging es mit guten Chancen für beide Teams. In Minute 58 dann das 1:0 für Ickern. Dennis Kaprowski traf für Arminia. Frohlindes Benjamin Luca Dzilic hielt den Mund nicht nach einem Abseits-Pfiff. Dafür sah er die Gelb-Rote Karte (75.). Was dann noch bis zum Ende des Derbys folgte, ist bereits erzählt.

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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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