Die Castrop-Rauxeler Fußball-Trainer müssen sich derzeit einen Überblick darüber verschaffen, welche ihrer Spieler eine abgeschlossene Corona-Impfung digital oder per Impfausweis nachweisen können. © Jens Lukas
Fußball

Nur 2G-Fußballer dürfen spielen – einige Mannschaften bekommen Impf-Quittung

Der Mittwoch, 24. November, ist der erste Tag, an dem Sportler und Zuschauer im Freizeitsport 2G nachweisen müssen. Haben die Castrop-Rauxeler Kreisliga-Trainer da noch genügend Fußballer?

Einst haben Feldherren stets ihre Truppen sammeln müssen, wenn sich das Szenario auf dem Schlachtfeld änderte. Wie Feldherren fühlen sich wahrscheinlich aktuell die Trainer der Castrop-Rauxeler Kreisliga-Fußballer. Denn die Übungsleiter müssen sich eine Übersicht darüber verschaffen, welche ihrer Spieler die 2G-Anforderungen (geimpft oder genesen) erfüllen. Denn nur solche Kicker dürfen nach der neuen Corona-Schutzverordnung auflaufen.

Habinghorster Trainer und Spieler haben bereits die Booster-Impfung

Als Tabellendritter der Kreisliga A ist der VfB Habinghorst aktuell die beste heimische Mannschaft. VfB-Spielertrainer Marc Olschewski sagte am Tag vor der Wirkung der neuen Verordnung: „Soweit ich es weiß, haben einige meiner Leute sogar bereits eine Booster-Impfung. So wie ich.“

Mindestens einer seiner Spieler werde wegen fehlender Impfung nicht mitwirken dürfen. Olschewski: „Er hat jetzt die Quittung und darf nicht spielen.“ Weil sie auswärts bei der SG Victoria/Sportfreunde auflaufen, müssen sich die Habinghorster nicht um die Vor-Ort-Überprüfung von Zuschauern und womöglich Spielern kümmern.

Marc Olschewski. Spielertrainer des VfB Habinghorst. © Jens Lukas © Jens Lukas

Womöglich hart trifft es den SC Arminia Ickern (4.). Trainer Kim Weber erklärte: „Unter den neuen Voraussetzungen fehlen mir fünf Spieler. Unter dem Strich ist das meiner Meinung nach neben einer Bestrafung eines jeden einzelnen auch eine Bestrafung der Mitspieler in der Mannschaft – und auch des Vereins.“ Denn sein Klub habe vor der Saison einiges dafür getan, um Spieler für den Verein gewinnen zu können. Weber: „Jetzt dürfen einige nicht mehr spielen. Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden Vereinstreibenden. Und die ungeimpften Kimmiche können munter weiterspielen, weil es ihr Beruf ist.“

Müssen auf eine Reihe von ungeimpften Spielern verzichten: Die Arminen-Trainer Kim Weber (r.) und Chris Kampe. © Volker Engel © Volker Engel

Ungelegen kommt für den SuS Merklinde (7.) das Datum der neuen Verordnung. SuS-Trainer Björn Brinkmann berichtete am Dienstag von drei Akteuren, die nach der zweiten Spritze noch nicht die 14-Tage-Wartezeit für den vollen Impfschutz vollendet haben. Brinkmann: „Daher sind es bei uns nicht rosig aus.“ Zum Spieltag am Sonntag, 27. November, und dem Derby gegen Arminia Ickern sagt der Coach: „Bei uns am Platz wird es direkt am Eingang die Kontrolle von Impfausweis und Personalausweis bei der gegnerischen Mannschaft und allen Zuschauern geben.“

Trat im Oktober mit Maske am Spielfeldrand auf: Merklindes Trainer Björn Brinkmann. © Volker Engel © Volker Engel

Dirk Vierhaus, Trainer des FC Frohlinde II (10.), wollte zum Thema vor dem Duell beim Spitzenreiter RWT Herne nicht viel sagen. Nur so viel: „Ich muss mir keine Gedanken machen.“

Danny Jordan, Trainer der SG Victoria/Sportfreunde (13.), trumpft mit der ersten Antwort auf: „Ich bin geimpft. Das kann ich mit Gewissheit sagen. Ich hatte schonmal eine Abfrage bei meinen Spielern gemacht. Die werde ich jetzt wieder machen. Mir persönlich wäre es lieber gewesen, wenn jetzt schon die Winterpause einberufen worden wäre. Dann hätte niemand ausgeschlossen werden müssen. Fußball ist für mich persönlich ein Sport, den Jedermann ausüben kann. Arm, reich dick, dünn…“

Cemal Cicibas, Trainer bei Eintracht Ickern. © Volker Engel © Volker Engel

Cemal Cicibas, Trainer von Eintracht Ickern (15.), sagt: „Zu Beginn der Saison hatten wir fünf oder sechs Ungeimpfte. Um zu wissen, wie es jetzt ist, muss ich bei meinen Spielern jetzt noch erfragen.“

Trotz der 2G-Regel wird B-Kreisligist TuS Henrichenburg bei der DJK Sportfreunde Datteln laut Trainer Alexander Schmottlach „wie immer eine konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen können“. Doch die 2G-Regel geht auch am TuS nicht spurlos vorbei. „Nach meiner Kenntnis kann ich drei Spieler nicht mehr einsetzen, weil sie nicht vollständig durchgeimpft sind.“ Schmottlach hat zum 2G-Thema aber auch noch nicht alle Rückmeldungen seiner Spieler vorliegen.

Alexander Schmottlach, Trainer des TuS Henrichenburg. © Philip Wihler © Philip Wihler

Beim C-Kreisligisten SuS Pöppinghausen weiß Trainer Torsten Heermann von „drei Spielern, die in meiner Mannschaft nicht geimpft sind“. Heermann möchte nochmals den Status bei allen Spielern abfragen. Er befindet aber auch: „Das ist eine ganz schwierige Situation. Man darf gespannt sein, wie der FLVW darauf reagiert.“ Dass der SuS Pöppinghausen eine Mannschaft aufstellen kann, sollte möglich sein – ob auch zwei C-Liga-Teams, dafür fehlt Heermann „die Übersicht, wie der Impfstatus in unserer zweiten Mannschaft ausschaut“.

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Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas
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Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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