SG-Trainer Tino Westphal musste gegen Union Lüdinghausen selbst in der Abwehr auflaufen. © Jens Lukas
Fußball-Bezirksliga

SG Castrop erkämpft sich Erfolg im Kellerduell gegen Union Lüdinghausen

Bezirksliga-Niveau hatte das Kellerduell zwischen der SG Castrop und (14.) und Union Lüdinghausen (15.) nur in ganz wenigen Phasen. Das kann den Castropern egal sein, weil sie Zählbares mitnahmen.

Mit großen Personalsorgen traten die Bezirksliga-Fußballer der SG Castrop am neunten Spieltag gegen Union Lüdinghausen an. Sogar Trainer Tino Westphal musste das Trikot überstreifen und als Abwehrorganisator auflaufen. In der Abwehr links neben ihm führte Simon Hinerasky von der SG III (Kreisliga C) die Zweikämpfe.

Torwart Fabian Leinhäuser partierte mit vollem Körpereinsatz

Castrop und Lüdinghausen waren am Sonntag im Stadion an der Bahnhofstraße auf den jeweils zweiten Saisonsieg aus. Am Ende hatte die SG mit Kampf, Geschick und auch einer Portion Glück mit 3:1 (2:1) die Nase vorn.

Ausgerechnet Hinerasky hatte das wichtige 1:1 (36.) aus dem Gewühl heraus erzielt. Vier Minuten später erhöhte Stefan Strasser per Flachschuss aus 17 Metern auf 2:1.

Glück hatten die Castroper, dass ihr junger Keeper Fabian Leinhäuser mit allen Körperteilen die Bälle parierte. Eine große Portion Glück verbrauchte Zouhir Akrifou beim Tor zum 3:1 (88.). Hier übersah Schiedsrichter Osman Genc eine mehr als deutliche Abseitsstellung des Torschützen.

Nach der Partie erklärte Tino Westphal – nicht zum ersten Mal, dass er sich nicht vorstellen könne, nochmals in der Bezirksliga-Elf auflaufen zu können: „Mir werden morgen bestimmt alle Knochen wehtun.“ Gegen Lüdinghausen machte es allerdings den Anschein, dass seine junge Truppe die Abgeklärheit und technische Versiertheit ihres Coach dringend benötigt.

Westphal lief einige Bälle ab und spielte gute, weite Pässe auf seine Schützlinge. Da fiel es rückblickend auch nicht ins Gewicht, dass ein Klärungsversuch von Westphal in der Szene zum Lüdinghausener 1:0 (15.) durch Simon Homann zu kurz ausfiel. Der Ball landete auf Rechtsaußen. Danach bekamen die Castroper aber die Mitte nicht mehr dicht.

Westphal kam während der Partie auch zu der Erkenntnis, dass eine Dreier-Abwehr-Kette nicht zur Situation passte. Er sagte: „Wir hatten zwar mehr Leute im Mittelfeld. Diese waren aber die Lücke zur Abwehr nicht geschlossen. Daher habe ich auf ein 4-2-2 umgestellt.“

Die Fans von Union Lüdinghausen hatten vor der Fahrt nach Castrop-Rauxel offenbar einen Reiseführer gelesen. Denn nicht selten kommentierten sie nach Foulspielen gegen SG-Kicker: „Das ist doch nur Schauspielerei. Geh doch nach nebenan – zum Westfälischen Landestheater. Da bist Du besser aufgehoben.“

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Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas