Die Wacker-Trainer Aytac Uzunoglu (l.) und Steffen Golob. © Volker Engel
Fußball

Testspiel: Wacker Obercastrop setzt in Heven „Geisterspieler“ ein – kein Torwart im Tor

Aller Anfang ist schwer. Auch für die Westfalenliga-Fußballer des SV Wacker Obercastrop. Das erste Testspiel beim TuS Heven wurde mit 0:2 (0:1) verloren. Ein Spieler war dabei, den niemand kannte.

Dass es nach der Corona-Auszeit schwierig sein wird, ins Spiel zu kommen, war beim Westfalenligisten SV Wacker Obercastrop jedem klar. Zumal sich beim SV Wacker gleich zum Testspiel-Auftakt beim 0:2 in TuS Heven am Freitag (2. Juli) massive Personalprobleme auftaten.

Ein Wacker-Fan erfindet den Begriff „Geisterspieler“

Das konnte dann der „Überraschungs-Spieler“ im Wacker-Trikot nicht kompensieren. Ein Wacker-Fan nannte dann auch Kenan Kastali, der eine Halbzeit mitspielte, „Geisterspieler“.

Obercastrops Trainer Aytac Uzunoglu klärte die Personalie gegenüber dem Reporter dieser Redaktion auf: „Kenan Kastali kommt vom SV Bommern, ist bei uns seit 14 Tagen im Training dabei und hat überzeugt.“ Und weiter: „Mit seinen 19 Jahren passt er gut zu unseren Youngstern aus der A-Jugend.

Kenan Kastali vom SV Bommern ist im ersten Testspiel der Saison für den SV Wacker Obercastrop aufgelaufen. © SV Bommern/Facebook © SV Bommern/Facebook

Jung ist auch Yassine Bellahcen, der vor einem Jahr von der SG Castrop kam und sich gleich verletzte. Gegen TuS Heven spielte er durch – und zeigte sein Potential. Aytac Uzunoglu sagte: „Yassine ist ja gefühlt auch ein Neuzugang.“ Von den Neuen zudem Julian Mieszczak (DSC Wanne), Philip Wielsch und Dawid Lewandowski (alle eigene A-Jugend) dabei.

Während Wacker gegen die überaus „leidenschaftlich“ agierenden Akteure des TuS Heven, wie es Uzunoglu sah, an den Nachwuchs-Kickern im Wacker-Team nicht mangelte, schwächelte es doch an anderer Stelle. So hatte Obercastrop keinen Torwart zur Verfügung. Da wird sich auch Hevens Trainer, Maximillian Wagener, dessen Vater Frank und Bruder Alex Wagener Sportliche Leiter und Kaderplaner bei Wacker sind, gewundert haben. David Scholka und Marvin Kröger sind angeschlagen, Rückkehrer Chris Ebeling war verhindert.

So war Coach Uzunoglu froh, dass sich Don Schreiber (1. Halbzeit) und dann Martin Kapitza (2. Halbzeit) freiwillig ins Tor stellten. „Die haben ihr Bestes gegeben“, so der Trainer. Das 1:0 erzielte Heven in der dritten Minute, das 2:0 fiel in Minute 58.

Zum Torwart-Problem kam auch noch, dass sich Julian Ucles Martinez und Christian Mengert vorher verletzt abgemeldet hatten. Uzunoglu sagte zum Spiel: „Es war mir klar, dass man nicht gleich auf 100 sein kann, aber es war eine gute Einheit gegen tief verteidigende Gastgeber.“

Eine lockere Antwort hatte der Coach auch auf diese Vergleichs-Frage: „War es vielleicht so etwas wie das Szenario bei Deutschland gegen England beim 0:2 im Achtelfinale der EM? „Nein, sagte Uzunoglu, wir haben wenigstens versucht nach vorne zu spielen.“

Über den Autor
Sportredaktion Castrop-Rauxel
Geboren und wohnhaft in Castrop-Rauxel, bin ich über den Billardsport (Karambolage) als freier Mitarbeiter in der Castrop-Rauxeler Lokalredaktion angefangen. Da ich neben dem französischen Billard noch Fußball, Handball, Tischtennis und Tennis in Vereinen aktiv ausführte bot es sich förmlich an, darüber ebenfalls zu berichten.
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