Alexander Schmottlach und sein TuS Henrichenburg belegen derzeit einen unbefriedigenden sechsten Platz. © Philip Wihler
Fußball-Kreisliga B

TuS Henrichenburg steckt in einer speziellen Krise

Der TuS Henrichenburg spielt als einziger Castrop-Rauxeler Klub im Fußballkreis Recklinghausen - in der Kreisliga-B-Staffel 4. Aktuell sieht es so aus, dass der TuS nach gutem Start seine Ziele verpasst.

Der TuS Henrichenburg kann in Castrop-Rauxel das Alleinstellungsmerkmal für sich in Anspruch nehmen, als einziger Klub im Fußballkreis Recklinghausen zu kicken. Das hat kommunalpolitische Gründe aus der Zeit vor der Eingemeindung in den 1970er Jahren. Gefühlt war der TuS dort immer in der Recklinghäuser Kreisliga A beheimatet. Bis eben in der Saison 2018/19 der Abstieg in die Kreisliga B4 folgte – als Vorletzter der Kreisliga A2.

Kapitän war zugleich Henrichenburger Trainer

Den Wiederaufstieg hatte sich der TuS Henrichenburg auf die Fahnen geheftet. Die Corona-Pandemie grätschte dazwischen. In der abgebrochenen Saison 2019/20 mit Auf- und Absteigern wurde man in der Endabrechnung nur Vierter mit 2,0 Punkten im Schnitt pro Spiel. Aufgestiegen ist der VfB Waltrop (2,50). Trainer war damals noch Kapitän Christian Grum.

Zur Saison 2019/20 ging der TuS Henrichenburg in der Trainerfrage einen anderen Weg. Bediente sich quasi für diese Position nicht mehr mit einem Mann aus dem Dorf: Der Herner Alexander Schmottlach übernahm den Trainerjob.

Es lief gut an. Ein Quartett lag eng beeinander an der Spitze der Kreisliga B4. Darunter der TuS als Dritter mit nur einem Punkt Rückstand auf den Spitzenreiter. Nach sechs Spielen schlug der Corona-Lockdown zu. Später folgte die Saison-Annullierung ohne Auf- und Absteiger. Der zweite Anlauf des TuS Henrichenburg auf den Wiederaufstieg war gescheitert.

In der aktuellen Spielzeit sollte es klappen. Trainer Schmottlach wollte sich nicht zu weit aus dem Fenster hängen und sprach von den Tabellenplätzen eins bis vier, die der TuS anstreben wolle. Welcher Trainer sagt schon laut, dass nur der Aufstieg zählt? Die Saison lief auch gut an mit zwei Siegen. Der erste Nackenschlag folgte beim SV Bossendorf (2:4).

Das kann passieren im Fußball. Es war auch nicht weiter tragisch. Henrichenburg lag am sechsten Spieltag auf Tabellenplatz drei – nur drei Punkte hinter Spitzenreiter FC Erkenenschwick. Aktuell sind elf Spiele ausgetragen. Und der TuS hinkt als Tabellen-Sechster schon 14 Punkte hinter Spitzenreiter FC Erkenschwick her.

Was war los? „Wir haben uns bisher immer als gute Mannschaft präsentiert, spielen auch einen guten Ball – stecken aber in einer Ergebniskrise“, umschreibt Trainer Schmottlach die momentane sportliche Lage. Nüchtern betrachtet könne kaum noch mit dem Aufstieg liebäugelt werden, ist Schmottlach Realist.

Des Trainers Erklärung für die Ergebniskrise ist einfach wie richtig: „Wenn der Gegner ein Tor mehr schießt als wir, verlieren wir diese Spiele eben – egal, wie gut wir auch gespielt hatten.“ Schmottlach ist sich aber sicher, die Wende hinzukriegen: „Wir haben einen starken Kader für den Platz sechs auf Dauer keine Option ist. Bisher waren wir in keinem Spiel chancenlos.“

Dennoch bleibt Schmottlach ein Reralist: „Mit dem Aufstieg dürfte es schwierig werden. Da müssten ein paar Klubs vor uns schon extrem einbrechen.“ Allein bei der Souveränität von Tabellenführer FC Erkenschwick (zehn Siege, eine Niederlage), ist damit kaum zu rechnen. Also wird der TuS Henrichenburg wohl auch in der Saison 2022/23 den nächsten Aufstiegs-Angriff starten müssen. Unabhängig davon, welche Überraschungen die Corona-Pandemie in dieser Spielzeit den Amateurfußballern noch zu bieten hat.

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Freier Mitarbeiter
Über 30 Jahre als Sportredakteur aktiv, bin ich nun im "Unruhestand" seit der Saison 2018/2019 als Freier Mitarbeiter für den Castroper Sport am Ball - eine neue, spannende Erfahrung. Meine journalistischen Fachgebiete sind alle Ballsportarten, die Leichtathletik und Golf. Mit den deutschen Spitzen-Fechtern war ich in den frühen 2000er-Jahren bei Welt- und Europameisterschaften in der "halben Welt" unterwegs.
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