Ein wichtiges Werkzeug für Habinghorsts Trainer Marc Olschewski (hinten, rechts) und seinen Sportlichen Leiter Dustin Lukat ist die Taktiktafel. © Jens Lukas
Fußball

Video: Habinghorsts Trainer Marc Olschewski liebt seine Taktiktafel

Marc Olschewski, der Trainer des VfB Habinghorst, überlässt ungern etwas dem Zufall. Deshalb nutzt er nicht selten ein Werkzeug, das im VfB-Klubheim vor seinem Amtsantritt eingestaubt ist.

Für eine Aufgabe hat sich Marc Olschewski, der Trainer des VfB Habinghorst, beim Testspiel bei der Spvg Schwerin (Bezirksliga) einen speziellen Spieler ausgesucht: Dennis Both. Olschewski erklärt: „Dennis denkt nicht lange nach und macht, was man ihm sagt.“

Laufwege werden erkennbar

Deshalb bekam der Offensivspieler eine Anweisung, mit der er der kompletten Mannschaft half. Olschewski: „Dennis, ab in die Kabine – hol die Taktiktafel.“ Spontan hatte der Habinghorster entschieden, dass er für seine Pausenansprache das Utensil benötigt: „Ich musste anschaulich noch einige Laufwege erklären – das geht besser mit der Tafel.“

Marc Olschewski hatte bemerkt, dass seine Offensivspieler die Schweriner Innenverteidiger ungeschickt anlaufen. Auch boten sie den Gastgebern zu viele Räume für das Aufbauspiel. Zudem forderte der Coach von seinen Mittelfeldspielern, den Zehner und die Sechser der Blau-Gelben enger zu markieren, damit diese maximal Rück- oder Querpässe spielen können.

Olschewski erklärt: „Als ich vor Jahren als Trainer verpflichtet wurde, war die Tafel, die wir jetzt nutzen, schon da. Sie ist allerdings im Vereinsheim eingestaubt. Offenbar hat sie niemand genutzt.“ Ihm sei es wichtig, eine anschauliche Mannschaftsbesprechung abzuhalten, seinen Schützlingen eindeutige Informationen an die Hand zu geben – und wenig bis nichts dem Zufall zu überlassen.

Schmunzeln muss Marc Olschewski, wenn er sich daran erinnert, wie einst VfB-Landesliga-Trainer Dieter Beleijew die Besprechungen gestaltet hat: „Bele hat sich im Klubheim auf einen Hocker gesetzt und hat gesagt: ,Huckarde hat zwei kräftige Leute in der Abwehr. Du spielst heute Zehner und ihr beiden seid vorne.´ Das war es.“

Olschewski hat die weiße, DIN A2 große Tafel in der Vergangenheit oft und intensiv genutzt. Einige alte Aufstellungen haben sich sogar schon eingebrannt. Der Trainer gesteht ein: „Ich habe dreimal mit einem wasserfesten Stift darauf geschrieben. Daher wird Dennis Kock, der zur SG Castrop gewechselt ist, auf ewig im rechten Mittelfeld bei uns auftauchen.“

Für die neue Saison 2021/22 verabschiedet sich Marc Olschewski von dem Gedanken, mit einer festen Vierer-Kette zu spielen: „Damit sind wir in der alten Saison krachend gescheitert. Da waren wir hinten schlecht und vorne auch nicht besser.“ Jetzt werde der VfB mit einer 3-5-2-Formation in der Vorwärtsbewegung auftreten, aus der im Spiel gegen den Ball eine 4-4-2-Taktik wird.

Beim 3:2-Sieg auf Schwerin hat sich die Taktik bewährt, meint Olschewski: „Das ist aber kein Grund zum Abheben. Für das Selbstvertrauen war das gut. Es kommen aber auch noch Gegner, die uns vor andere Herausforderungen stellen.“

Marc Olschewski hat eine Vision: Vor Heimspielen würde er gerne digital die Aufstellung und Taktik im Vereinsheim präsentieren. Per Laptop und mit großer Bildschirmfläche. Für die nahe Zukunft backt der Coach kleinere Brötchen und wird von eigenem Geld eine neue Tafel bezahlen. Aktuell ist es noch auf der Suche nach einem Modell, das auf Vorder- und Rückseite nutzbar ist: einmal für die Namen, einmal für die taktischen Verschiebungen.

VfB-Trainer Marc Olschewski (l.) mit seiner Tafel und Kapitän Marius Steger. © Jens Lukas © Jens Lukas

Übrigens: Auf der aktuellen Tafel nutzt Olschewski die roten Magnete stets für sein Team. „Das ist meine Lieblingsfarbe. Der Gegner ist Gelb – die Farbe mag ich überhaupt nicht“, so der VfB-Übungsleiter.

Über den Autor
Lokalsport Castrop-Rauxel
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises).
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Jens Lukas

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