Letzter Boxenstopp auf dem Weg zum Klassensieg. Das FK Performance-Team gibt noch einmal alles, damit der BMW M2 CS Racing sicher ins Ziel kommt. FOTO © Horst Lehr
Motorsport

Am Nürburgring reicht Moritz Oberheim gedrosselte Fahrt zum Titel

Das letzte Rennen der Nürburgring-Langstreckenserie stellte den Schermbecker Moritz Oberheim vor ungewohnte taktische Herausforderungen.

Wenn Moritz Oberheim Rennen fährt, dann fährt er eigentlich immer am Limit. Doch genau das sollte der Schermbecker beim letzten Rennen der Langstreckenserie auf dem Nürburgring laut Teamorder nicht.

Denn beim Pagid Racing 45. DMV Münsterlandpokal reichte dem Team FK Performance ein dritter Platz für den Sieg in der Fahrer- und Teamwertung des BMW Cups. Und deshalb fuhren Oberheim und seine Teamkollegen diesmal nicht auf Sieg, sondern auf sicheres Ankommen.

Moritz Oberheim
Volle Konzentration fürs letzte Rennen: Moritz Oberheim fuhr am Ring erneut zum Titel. © Horst Lehr © Horst Lehr

„Das war schon ein seltsames Gefühl. So kurz vor der Meisterschaft durfte einfach nichts mehr schief gehen“, sagte Moritz Oberheim. Und dieses Sicherheitsbemühen zeigte sich schon am Freitag wo der BMW M2 CS Racing die Box nur zur Begutachtung bei der technischen Abnahme verließ. Im wegen Nebel verspätet gestarteten Qualifying am Samstagmorgen fuhr Oberheim gerade mal zwei schnelle Runden und ließ es danach auch mit Startplatz fünf gut sein.

Für die wie immer hektische Startphase übernahm Nico Otto das Cockpit, konnte schon in den ersten Runden Plätze gutmachen und übergab beim Boxenstop auf Platz zwei liegend an Oberheim. In seinem ersten Stint erlebte er unterwegs allerdings enorm viel Verkehr, einige Gelbphasen und musste am „Flugplatz“ sogar durch den Dreck fahren, den ein vor ihm fahrendes Fahrzeug bei einer ungewollten Offroad-Einlage auf die Fahrbahn geschleudert hatte. „Bei Tempo 180 willst du das nicht unbedingt haben …“ In seinem zweiten Stint profitierte der Schermbecker danach aber erneut von der klugen Boxenstrategie seines Teams, das ihm durch den geschickt gewählten Stop praktisch freie Fahrt ohne direkte Klassenzweikämpfe ermöglichte.

Jetzt nutzte Oberheim ein weiteres Mal seine große Routine und bewegte den Wagen zwar immer noch schnell, aber mit einem absolut sicheren Handling um den Kurs. Dabei schaltete er ganz gezielt immer wieder etwas früher hoch, lenkte und bremste bewusst möglichst weich ein , hielt sich von den hohen Curbs fern und wartete bei Überholmanövern ruhig auf die ganz sichere Gelegenheit.

„So zu fahren ist viel herausfordernder als der gewohnte Angriffsmodus am Limit“, gestand er ein. Nach seinem zweiten Stop übernahm Marc Ehret den Boliden zum Schlusstörn und fuhr unter dem Jubel des Teams dicht an der Boxenmauer vorbei auf Platz zwei über die Ziellinie.

Oberheim freut sich über maximale Ausbeute

Oberheim, der die letzten Runden in der Box mitfieberte, freute sich danach über den NLS „Cup Sieg“ und feierte noch mehr die damit verbundene, so wichtige Fahrer- und Teammeisterschaft in der direkt von BMW Motorsport ausgeschriebenen Wertung: „Das war einfach eine überwältigend gute Saison für unser Team. Diese maximale Ausbeute ist kaum zu toppen.“

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Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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Horst Lehr