„Endlich ist er drin!“ Lana Hubbeling (M.) wird von ihren Mitspielerinnen zu ihrem zweiten Tor beglückwünscht. Es bedeutete die Entscheidung. © Joachim Lücke
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Auftakt nach Maß – dabei gewinnen Rhades Bundesliga-Juniorinnen viel zu niedrig

Einen Auftakt nach Maß feierten die U17-Juniorinnen des SSV Rhade in die neue Spielzeit der Bundesliga West/Südwest. Für einige Stunden waren sie sogar erster Tabellenführer der Saison.

Der Rhader 2:0-Sieg über den 1. FC Saarbrücken zum Auftakt der U17-Bundesliga West/Südwest, er war hoch verdient. Trotzdem kostete er SSV-Abteilungsleiter Dieter Müssner reichlich Nerven.

Hätten die Rhaderinnen im ersten Saisonspiel nur die Hälfte ihrer Chancen genutzt, Saarbrücken wäre mit einer echten Klatsche nach Hause geschickt worden. Doch in der ersten Halbzeit fehlte im Abschluss die Genauigkeit und in der zweiten das Durchsetzungsvermögen.

Fünf- sechsmal liefen Rhader Stürmerinnen mit Vorsprung vor ihren Gegenspielerinnen aufs gegnerische Tor zu. Doch entweder war die Ballannahme so schlecht, dass die Chance dahin war, oder die Saarbrückerinnen drängten die Rhaderinnen mühelos ab. Kam es zum Körpereinsatz blieben die Rhaderinnen in schöner Regelmäßigkeit zweite Siegerinnen – und nicht nur Dieter Müssner verzweifelte.

Immerhin: Was vorne an robuster Zweikampfstärke fehlte, das glich die Rhader Defensive – allen voran Linksverteidigerin Anna Overhoff – wieder aus. Saarbrücken hatte im gesamten Spiel eigentlich nur zwei echte Torchancen, von denen die erste es allerdings in sich hatte. Rhade konnte sich in der 27. Minute bei Torhüterin Sophie Kleinpas bedanken, die den Schuss von Emily Montag an den Pfosten lenkte und so das 0:0 sicherte.

Lana Hubbeling bricht den Bann

Rhades Führung fünf Minuten später war trotzdem verdient, denn die Gastgeberinnen hatten sich bis dahin schon eine ganze Handvoll guter Möglichkeiten herausgespielt. Lana Hubbeling brach den Bann schließlich mit einem Heber über Saarbrückens Torhüterin (36.).

Die zweite Halbzeit verlief dann zunächst lange ohne nennenswerte Höhepunkte. Saarbrücken kam gegen Rhades gut stehende Defensive nicht zum Zuge, Rhade fehlte im Spiel nach vorn wie gesagt die letzte Konsequenz.

Das änderte sich erst wieder, als der SSV nach 70 Minuten binnen 20 Sekunden gleich fünfmal zum Torschuss kam, jedes Mal abgeblockt wurde und schließlich in Saarbrückens Keeperin Amanda Sandmann seinen Meister fand.

SSV Rhade - 1. FC Saarbrücken
Zum Abschluss einer Fünffach-Chance scheiterte auch Rhades Julia Greskamp (r.) an Saarbrückens Torhüterin. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

Der Frust über die vergebene Chance reizte die Rhaderinnen offenbar. Die Offensivaktionen hatten nun wieder mehr Biss, und Lana Hubbelings zweites Tor mit einem platzierten 11-m-Schuss in den Winkel kam im Anschluss an eine Ecke in dieser Phase nicht mehr überraschend (75.).

Helge Bruns lobte die Einstellung

Trainer Helge Bruns räumte nach dem Schlusspfiff zwar ein, dass der Sieg auch höher hätte ausfallen können. Bruns betonte aber vor allem, dass seine Spielerinnen „von Beginn an Gas gegeben“ und „fokussiert“ gewesen seien: „Dass wir jetzt für drei Stunden Tabellenführer sind, liest sich gut. Es ist Zeichen der guten Arbeit.“

SSV: Kleinpas; Overhoff, Webers, Geling, Bruns, Höbing, Joia (71. Merfeld), Hubbeling, Greskamp (79. Lerche), Althaus (67. Paulusma), Wenning.

Tore: 1:0, 2:0 Hubbeling (36., 75.).

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner