Wulfens Trainer Gary Johnson (M.) ärgerte sich nach dem Spiel gegen Leverkusen, dass sich sein Team die Chance auf den zweiten Saisonsieg selbst zunichte gemacht hatte. © Ralf Pieper
Basketball

Bittere Last-Second-Niederlage für den BSV Wulfen – aber schuld ist das Team selbst

Niederlagen in letzter Sekunde sind an und für sich schon bitter genug. Wenn man sie sich dann noch selbst zuschreiben muss wie der BSV Wulfen am Samstag, wird es noch ärgerlicher.

Es war ein bitteres Ende für den BSV Wulfen. Mit der Schlusssirene legte Leverkusens Thomas Fankhauser den Ball am Samstag zum 83:82 für die Gäste in den Wulfener Korb. Kurz hofften Team und Fans noch, dass der Korb nicht zählte. Doch die Schiedsrichter entschieden schnell: Korb für Leverkusen, Niederlage für den BSV. Im Kampf um einen Play-off-Platz bedeutete das für die Wulfener einen herben Rückschlag. Doch den hatten sie sich selbst zuzuschreiben.

Sieben Ballverluste listete die Computer-Statistik nach dem ersten Viertel für Wulfen auf. Dass es bei Spielende 13 gewesen sein sollen, lag wohl eher daran, dass die Beobachter am Computer beim Zählen der Wulfener Ballverluste einfach nicht mehr nach kamen, so oft warfen die Gastgeber den Ball am Samstagabend in der Gesamtschulhalle einfach nur weg.

Zugegeben: Die Leverkusener Verteidigung war nicht von schlechten Eltern. Die jungen Riesen vom Rhein waren flink wie die Hasen und machten es den Wulfenern schwer, freie Würfe zu kreieren. Und wenn es wie bei Spielbeginn, als Wulfen 6:0 führte (3.), eine problematische Phase gab, konnte Bayer-Trainer Karsten Schul wechseln und sich darauf verlassen, dass der neue Mann, dieselbe Intensität an den Tag legte wie der Ausgewechselte, wenn nicht noch ein wenig mehr.

Im Angriff zeigten sich die Gäste zudem sehr diszipliniert. Die Aufbauspieler Nicolas Funk und Daniel Merkens dirigierten das Spiel ihrer Mannschaft mit fester Hand. Aus Leverkusens Spielzügen ergab sich regelmäßig ein frei stehender Schütze, und von außen trafen die Gäste am Samstagabend einfach besser als der BSV.

Der lebte im Vergleich zum Leverkusener Kollektiv doch eher von individuellen Aha-Momenten, allen voran von Aufbauspieler Bryant Allen. Doch so gut dessen Auftritt am Ende mit 35 Punkten auch war, dem BSV-Spiel fehlte die klare Struktur, an der sich die Spieler angesichts der vielen haarsträubenden Fehler wieder hätten orientieren können.

Bezeichnend war die Szene, als der BSV drei Offensiv-Rebounds in Folge holte und den Ball am Ende doch nicht im Korb unterbrachte. Als dann im Schlussviertel Nicolas Funk, der sich bis dahin aufs Verteilen des Balles konzentriert hatte, auch noch seine Scrorer-Qualitäten auspackte und 13 seiner insgesamt 17 Punkte erzielte, war es um den BSV geschehen.

Matej Silic sichert die Pausenführung

Ende des zweiten Viertels hatte Wulfen mit einer seiner wenigen gelungenen Pass-Staffetten noch einen Dreier für Matej Silic heraus gespielt und die 38:37-Pausenführung geschafft. Doch am Ende reichte der 82:81-Vorsprung, den Bryant Allen 16 Sekunden vor dem Ende erzielte nicht. Wulfen verteidigte aggressiv, und Leverkusens erster Wurfversuch verfehlte sein Ziel, doch unter dem Korb fiel der Ball Thomas Fankhauser in die Arme, und der legte ihn mit der Schlusssirene ins Netz.

Dass Bayer-Trainer Schul attestierte, auch der BSV wäre ein verdienter Sieger gewesen, konnte den Wulfener Frust nicht mindern.

  • BSV: Silic (3/1), Landwehr (5/1), Strubich (3/1), Allen (35, 6 Rebounds, 6 Assists), Bojang (3/1, 6 Assists), Köhler (11), Kleinert (3/1), Peters (3), Paskov (10), van Buer (6).
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Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner