Wulfens US-Amerikaner Bryant Allen (r., hier gegen Philipp Spettmann) war zwar erfolgreichster Werfer seines Teams. Doch dass er aus der Dreier-Distanz eine bessere Wurfquote aufwies als aus der Mittel- und Nahdistanz, sprach Bände. © Joachim Lücke
Basketball

BSV Wulfen verliert gegen Citybasket die Nerven

Mit Fehlpässen, schlechter Wurfauswahl und zu wenig Einsatz beim Rebound verspielte der BSV Wulfen den Sieg gegen Citybasket Recklinghausen.

Als die BSV Münsterland Baskets Wulfen am Samstag zur Halbzeitpause des Vestderbys gegen Citybasket Recklinghausen mit 50:38 führten, schwante manchem BSV-Fans nichts Gutes. Mit mehr oder weniger deutlichen Führungen nach zwei Vierteln konnte der BSV in dieser Saison nur selten gut umgehen, und genau so lief es auch diesmal wieder.

Citybasket hätte die Partie schon früher drehen können

Im dritten Viertel hatten die Wulfener noch Glück. Recklinghausen vergab in diesen zehn Minuten gleich mehrfach die Chance, dem Spiel schon zu diesem Zeitpunkt die entscheidende Wende zu geben. Wulfen reihte einen Fehlwurf an den nächsten, leistete sich Fehlpässe zuhauf. Doch Recklinghausen ging es nicht viel besser. Immerhin: Vor dem Schlussviertel hatten die Gäste schon fünf Punkte vom Wulfener Vorsprung abgeknapst, und es hieß nur noch 66:59.

Im Schlussviertel ging es dann recht schnell. Zwei Dreier von Niklas Meesmann und David Ewald, dazu ein Korb von Jan Letailleur, und es hieß 67:66 für die Gäste. Wulfen schöpfte Hoffnung, als David Ewald in der 36. Minute mit fünf Fouls vom Feld musste. Doch Recklinghausen blieb auch in dieser Situation die coolere Mannschaft.

Meesmann und Co. fanden die richtigen Antworten

Aus einem 72:71-Vorsprung machte Citybasket durch Dreier von Meesmann und Jamie Töps ein 78:71. Drei Minuten vor Spielende eine kleine Vorentscheidung.

Denn Wulfen hatte sich schon bei eigener Führung als wenig nervenstark erwiesen. Jetzt, da das Team einem Rückstand hinterher lief, brachen sich die leichten Fehlwürfe und Fehlpässe endgültig Bahn. Auf der Zielgeraden sorgten Dreier von Manuel Bojang und Bryant Allen noch einmal für Spannung. Doch Recklinghausen hatte längst das nötige Selbstvertrauen, um die richtigen Antworten zu geben: Niklas Meesmanns Dreier zum 79:85 (40.) sowie Freiwürfe von Matija Jokic zum 79:87 und Meesmann zum 85:89-Endstand hielten Wulfen auf Distanz.

Wulfens Trainer Gary Johnson war anschließend bedient: „Wir haben im dritten und vierten Viertel so viele einfache Korbleger vergeben, das ist kaum zu glauben.“ Noch schlimmer für ihn war aber: „Recklinghausen hat auch solche Fehlwürfe gehabt. Aber die sind dann mit aller Macht zum Offensivrebound gegangen.“

Das hatte sich schon im ersten Viertel abgezeichnet, als die Gäste noch recht viele Fehlwürfe verbuchten und trotdzem immer wieder in Ballbesitz blieben. Als sie ihren Wurfrhythmus erst gefunden hatten, fand der BSV kein Mittel mehr, das zu stoppen.

Wulfen agierte taktisch ungeschickt

Die Wulfener agierten aber auch taktisch ungeschickt. Aus ihrer Überlegenheit auf der Centerposition machten sie in der zweiten Halbzeit zu wenig. Und die Distanzschützen Felix Landwehr und Jonas Kleinert, die den BSV im zweiten Viertel von 26:27 (12.) zur 50:32-Pausenführung geworfen hatten, spielten ab Viertel drei quasi keine Rolle mehr.

Konrad Tota lobte den Einsatz seines Teams

Citybasket-Trainer Konrad Tota lobte den Einsatz seines Teams: „Wir mussten heute wegen Tyson Kanseyos Fehlen mit einer etwas kleineren Aufstellung spielen, haben das aber sehr gut ausgeglichen. Am Ende haben wir defensiv wie offensiv in den entscheidenden Situationen etwas abgeklärter agiert als Wulfen.“

Recklinghausens Generalprobe fürs „große“ Derby gegen Herten ist also gelungen, die des BSV fürs Duell mit der BG Dorsten ging gehörig daneben.

Über den Autor
Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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