Eigentlich ist alles wie immer beim Herbstcamp der Handball-Abteilung des SV Schermbeck. Eigentlich. © Andreas Leistner
Handball

Corona drückt dem Schermbecker Herbstcamp seinen Stempel auf

Der Andrang ist genauso groß wie eh und je. Trotzdem ist beim Herbstcamp des SV Schermbeck in dieser Woche vieles anders als in früheren Jahren.

63 Kinder hat der SV Schermbeck in dieser Woche bei seinem traditionellen Herbstcamp zu Gast. Das sind drei mehr als eigentlich geplant. „Wir mussten sogar eine Warteliste einrichten“, erzählt Organisator Burkhard Bell. Die Nachfrage nach Handball ist in Schermbeck also ungebrochen. Und doch ist bei der 21. Auflage des Camps vieles anders als sonst.

Da ist zum einen die organisatorische Ebene. Wegen der Corona-Pandemie findet das Trainingscamp erstmals in zwei statt einer Halle statt. Außerdem sind die Teilnehmer in drei statt sonst vier Gruppen aufgeteilt. An der Schienebergstege haben sie die ganze Halle, ander Erler Straße ist die Sporthalle durch den Trennvorhang in zwei Hälften geteilt, damit sich die Gruppen nicht begegnen. Auch das Mittagessen bei Overkämping findet gruppenweise im 30-Minuten-Takt statt, das traditionelle Allstar-Spiel zum Ende des Camps fällt ebenfalls aus.

Ferien machen Tests erforderlich

Eine neue Herausforderung stellten zudem die notwendigen Coronatests dar. Weil in den Ferien nicht in den Schulen getestet wird, mussten die Kinder und Jugendlichen bei Camp-Beginn am Montag einen gültigen Coronatest vorlegen. Am Dienstag und Donnerstag konnte der SVS dann selber Schnelltests vornehmen.

„Wir hatten Restbestände aus dem Ferienlager der Katholischen Kirche bekommen können. Da klappt die Vernetzung in Schermbeck halt sehr gut. Außerdem haben wir Fachpersonal, das die Tests auch ordentlich ausführen kann“, berichtet Burkhard Bell. In der Gruppe der Älteren, die er in der Schienebergstege betreut, habe er elf geimpfte Teilnehmer: „Die anderen Neun und alle Jüngeren müssen die Tests machen.“ So ist es im Hygienekonzept, dass der SVS der Gemeinde Schermbeck vorlegen musste, vorgesehen.

Diese organisatorischen Hürden haben die Camp-Organisatoren genommen. Doch beim Training selbst tun sich noch ganz andere auf. „Nach Corona ist der Körperkontakt nicht mehr da“, hat der erfahrene Trainer Bell beobachtet. Die Kinder und Jugendlichen haben ganz offenbar das Abstandhalten des täglichen Lebens verinnerlicht und scheuen die körperliche Nähe zum Gegenspieler. „Die Aggressivität von früher ist einfach nicht mehr da“, sagt Burkhard Bell, „aber genau davon lebt der Handball natürlich.“

Und so leisten die Trainer der Handball-Akademie Klaus Feldmann, die das Schermbecker Camp seit dessen Premiere vor 20 Jahren begleiten, diesmal wieder eine Art Aufbauarbeit. Die drei Headcoaches der Akademie werden dabei von sechs Jugendlichen des SVS unterstützt. „Wir haben überlegt, ob wir auch unsere erwachsenen Trainer einbinden“, erzählt Burkhard Bell, „aber es ist einfach das Besondere an unserem Camp, dass die Headcoaches Auswärtige sind. Da bekommen die Teilnehmer ganz neue Impulse.“ Und vielleicht helfen die ja weiter zurück zu Normalität.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner