Michael Steinrötter vom SV Schermbeck wurde für sein ehrenamtliches Engagement vom DFB geehrt. © Privat
Fußball

DFB ehrt Schermbecker für ehrenamtliches Engagement – „Es ist wie ein zweiter Job“

Michael Steinrötter, Vorsitzender des SV Schermbeck, hat vom DFB eine Auszeichnung für sein besonderes Engagement als Ehrenamtlicher erhalten. Bei der Laudatio waren auch zwei Weltmeister dabei.

Michael Steinrötter ist nun Mitglied im Club 100. Am Samstag ist der Vorsitzende des SV Schermbeck vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für seine jahrelange ehrenamtliche Tätigkeit geehrt worden.

Der Fußballkreis Recklinghausen hat ihn beim Deutschen-Fußball-Bund für den Preis nominiert. So war Steinrötter am Samstagabend (16. Oktober) zu Gast bei der Gala-Veranstaltung im Deutschen Fußball-Museum in Dortmund. Der DFB-Vorsitzende Peter Peters lobte in seiner Laudatio alle Preisträger für ihre außerordentlich wichtige Tätigkeit in den Clubs.

Zudem sprachen Jimmy Hartwig und die Weltmeister Renate Lingor und Benedikt Höwedes den Ehrenamtlichen ihren Dank aus. Als Präsent bekamen die Geehrten einige Bälle für die Jugendabteilungen und einen Besuch eines Länderspieles im kommenden Jahr.

Abtrennung der Fußballabteilung sorgte für viel neue Arbeit

Michael Steinrötter gab zu: „Solche Veranstaltungen und Lobreden gehen einem runter wie Butter. Man wird für etwas geehrt, was im Leben eines Ehrenamtlichen eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist.“

Michael Steinrötter (3.v.r.) wurde mit weiteren Ehrenamtlichen geehrt.
Michael Steinrötter (3.v.r.) wurde mit weiteren Ehrenamtlichen geehrt. © Privat © Privat

Diese Selbstverständlichkeit nimmt bei Steinrötter eine große Anzahl von Stunden in der Woche ein: „Es ist eigentlich wie ein zweiter Job, gerade bei einem Fußball-Oberligisten.“

Neben den normalen Verwaltungstätigkeiten stünden immer wieder Gespräche mit den Trainern und Spielern an: „Gerade jetzt vor der Winterpause reden wir mit Kickern, die unzufrieden sind oder möglichen Neuzugängen. Das kommt bei einem Oberligisten deutlich öfter vor als in den unteren Ligen.“

Ohnehin sei in den letzten Jahren besonders viel Arbeit auf den Schermbecker Vorstand zugekommen: „Durch die Abtrennung der Fußballabteilung und Neugründung zum SV Schermbeck 2020 müssen wir nun Dinge erledigen, die früher der Hauptvorstand gemacht hat.“

Zudem habe es viel Arbeit erfordert, die Strukturen neu zu schaffen: „Es hat beispielsweise eine Zeit gedauert bis wir einen neuen Jugendvorstand hatten. Nun haben wir auch die Beisitzerpositionen neu besetzt.“ Dennoch musste er auch alle Neulinge in ihre Posten einarbeiten, was erneut viel Zeit in Anspruch nahm.

Neue ehrenamtliche Helfer sind schwer zu finden

Der Vorsitzende ist an Spieltagen immer auch noch Mädchen für alles. Oft steht Steinrötter an der Kasse und verkauft Eintrittskarten, wenn er nicht am Grill oder an der Verkaufstheke im Abraham-Haus steht. Es sei eben immer schwieriger, neue Helfer zu generieren: „Der Ehrenamtsgedanke ist in den Hintergrund gerückt und viele wollen auch ein paar Euro für ihre Tätigkeit haben“, sagt er.

Zudem habe Corona die Struktur des Ehrenamts zersetzt, so Steinrötter. „Die Menschen haben sich daran gewöhnt, zuhause auf dem Sofa zu sitzen. Einige der Älteren haben nun das Internet für sich entdeckt, andere verbringen nun lieber die Zeit mit Online-Spielen. Das ist für sie behaglicher als bei Wind und Wetter auf dem Fußballplatz zu stehen.“

Daher ist Michael Steinrötter froh um jede helfende Hand. Wer den Schermbeck Vorstand bei der Arbeit unterstützen möchte, kann Michael Steinrötter jederzeit ansprechen. Er wird sicherlich keinen Freiwilligen nach Hause schicken.