Oliver Sprungmann, hier mit seinem Ford Mustang. © Horst Lehr
Motorsport

Dorstener Oliver Sprungmann nach Problemen: „Stimmung im Team war am Tiefpunkt“

Die Mühen haben sich gelohnt - nachdem es zuvor noch ein großes Desaster gab, setzte das Team um Oliver Sprungmann alles daran, den Mustang wieder auf Vordermann zu bringen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Nach dem großen Frust beim Saisonhighlight, dem Sechs-Stunden-Rennen vor gut zwei Wochen, bei dem das OVR Racing Team wegen Getriebeproblemen ohne einen einzigen Rennkilometer zu fahren wieder abreisen musste, gingen in der Erftstädter Teamwerkstatt die Lichter nicht mehr aus.

Rennfahrer Oliver Sprungmann sagt: „Die Jungs haben alles getan um den Mustang wieder flott zu machen damit wir endlich wieder Rennen fahren können.“ Doch einfach war es nicht. Fahrzeugführer Ernst Sinowzik sagt: „Die Stimmung im Team war am Tiefpunkt, da wollten wir zeigen, dass doch noch was geht mit dem Auto.“

Und so wurde zunächst das Getriebe ausgebaut und danach durch ein neues Seriengetriebe ersetzt. Erst danach konnte auch die neue dazu notwendige Software aufgespielt werden. „Damit waren wir schon gut beschäftigt“, erklärt Sinowzik . Ein weitere „Baustelle“ war die Tankanlage. Diese musste komplett neu abgedichtet werden, um einen reibungslosen Betankungsvorgang im Rennbetrieb zu gewährleisten.

Nach der Reparatur folgt der Funktionstest

So entschloss sich Sprungmann im Rahmen von NLS 8 den Freitag zu einem kompletten Funktionstest zu nutzen. Zuversichtlich und hoch motiviert nahm er am Freitagnachmittag im Cockpit des Ford Mustang GT Platz, und lenkte nach drei Grand Prix Runden zum „Warmfahren“ bei der Einfahrt Hatzenbach entschlossen nach links und bog auf die Nordschleife ab.

Und sofort stellte sich bei ihm wieder das vertraute Rennfeeling ein. Dabei drehte er mit Bedacht und vorsichtiger Steigerung die Gänge immer weiter aus, um ab der zweiten Runde die Standfestigkeit des neuen Getriebes auch unter Volllast zu testen. Sinowzik, der über die Sprechanlage die ganze Zeit in direktem Kontakt mit ihm stand, fieberte praktisch bei jedem Rennkilometer mit und sagte später: „Die beste Nachricht des Tages war, als Sprungmann meldete das Getriebe hält.“

Erst Top-Speed erreicht, dann auch noch persönliche Bestzeit

Danach drehte Sprungmann alle Gänge sauber bis zur Lastgrenze aus, erreichte er auf dem schnellsten Teilstück der „Döttinger Höhe“ den angepeilte Top-Speed von 266 km/h und verbesserte sogar noch seine persönliche Bestzeit um eine Sekunde.

Er sagte später sehr zufrieden: „Unser Testeinsatz hat sich gelohnt, alles hat super funktioniert. Wir können mit dem neuen Getriebe jetzt schneller und noch akkurater hochschalten und sind damit auch früher im Top-Speed-Bereich“. So gut sortiert will er beim PAGID Racing 45. DMV Münsterlandpokal, dem Abschlussrennen der diesjährigen NLS Serie am 9. Oktober noch einmal richtig angreifen.

Über den Autor
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Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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Horst Lehr