69. Minute in Kaan-Marienborn: Schiedsrichter Timo Gansloweit schickt Schermbecks Trainer Sleiman Salha (M.) mit Rot vom Platz. Es war nicht die einzige Entscheidung, die Salha übel aufstieß. © Carsten Loos
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Droht Sleiman Salha jetzt gar eine Sperre? Beim SV Schermbeck herrscht Frust

Auch am Tag nach der 0:1-Niederlage in Kaan-Marienborn herrschte beim SV Schermbeck der Frust vor. Trainer Sleiman Salha hat weiterhin zahlreiche Baustellen.

Viel geschlafen hat Sleiman Salha in der Nacht von Sonntag auf Montag nicht. Zu sehr ärgerte er sich über die Oberliga-Partie seines SV Schermbeck beim 1. FC Kaan-Marienborn. Im Zentrum des Ärgers: Schiedsrichter Timo Gansloweit.

Der hatte Salha in der 69. Minute die Rote Karte gezeigt. „Für nichts“, sagte Salha auch am Tag danach. Das habe ihm auch der gegnerische Trainer bestätigt. „Ich habe, wenn überhaupt, dann mit Gelb gerechnet“, erklärte der SVS-Coach zu der Szene, in der er sich über ein grobes Foulspiel beklagt hatte. Doch das war nicht die einzige Szene, die Salha als „sehr unglücklich“ bezeichnete.

1. FC Kaan-Marienborn - SV Schermbeck
Die Sekunden vor dem entscheidenden Tor: Schermbecks Spieler monieren noch, dass Kaan-Marienborn den Ball nicht ins Aus gespielt hat, da hält der spätere Freistoß- und Torschütze Jannes Hoffmann (M.) den Ball schon in der Hand. © Carsten Loos © Carsten Loos

Vor dem alles entscheidenden Freistoßtreffer der Gastgeber habe Kaan-Marienborn die eigentlich anerkannten Fair-Play-Regeln verletzt und weitergespielt, als ein Schermbecker Spieler verletzt kurz vorm gegnerischen Strafraum am Boden lag. „Die haben bis zu unserem Sechzehner gespielt und gesagt, der Spieler verstehe kein Deutsch. Dabei haben ihn die eigenen Mitspieler aufgefordert, den Ball ins Aus zu spielen“, schilderte Sleiman Salha das Geschehen. Als die Schermbecker am eigenen Strafraum foulten, um das Spiel zu unterbrechen, machte Kaan-Marienborn aus dem fälligen Freistoß das Tor des Tages.

Sleiman Salha klagt über Verletzungspech

Der goldene Oktober, für den der Schermbecker Trainer sein Team eigentlich in Bestform hoffte, hat aber nicht nur wegen dieser strittigen Szenen und der Niederlage von Sonntag erste Flecken. „Viel schlimmer sind unsere Verletzten“, klagt Sleiman Salha. Denn weder mit Timur Karagülmez noch mit Bilal Can Özkara sei in absehbarer Zeit zu rechnen.

„Sie fehlen uns ja beide praktisch schon die ganze Saison. Das ist sehr, sehr frustrierend“, sagte der Schermbecker Trainer. An der generellen Zielsetzung ändere das aber nichts: „Daran halten wir fest. Wir wissen ja, was die Jungs können. Wenn wir komplett antreten können, werden wir noch besser sein. Aber aktuell ist es eben schwierig. Uns fehlen zwei Schlüsselspieler, und auch ein Bernad Gllogjani ist nach seiner Verletzung noch nicht wieder fit, sodass ich ihn nicht bringen kann.“

Kommt nun eine Sperre?

Jetzt gelte es, die nächsten Aufgaben gegen Victoria Clarholz und beim TuS Ennepetal konzentriert anzugehen. Ob Sleiman Salha dann auf der Bank sitzt? Staffelleiter Reinhold Spohn hat die Angelegenheit wie in solchen Fällen üblich ans Verbandssportgericht weitergeleitet. Dessen Entscheidung über eine mögliche Sperre für den SVS-Trainer steht noch aus.

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Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner