Franjo Lukenda (M.) gibt bei der BG Dorsten auch weiterhin den Ton an. © Joachim Lücke
Basketball

Machen Play Offs und Summer League überhaupt Sinn?

Der Westdeutsche Basketball-Verband möchte die 1. Regionalliga gerne mit Play Offs beenden und denkt auch über eine Summer League nach. Doch macht das Sinn? Ein Trainer ist skeptisch.

Dass die BG Dorsten den Vertrag mit Trainer Franjo Lukenda um zwei Jahre verlängert hat, war alles andere als überraschend. Letztlich war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die BG die Weiterverpflichtung ihres erfolgreichen Headcoaches bekannt geben würde. Und wie es sich zu Corona-Zeiten gehört, wurde die Verlängerung nicht per Handschlag beschlossen, sondern in einem sehr kurzen Online-Treffen zwischen dem Vorstand und dem Trainer.

In den dreieinhalb Jahren seiner Amtszeit hat Lukenda viele Erfolge vorzuweisen. Der größte war natürlich der Gewinn des WBV-Pokals im Jahre 2019. Doch selbst wenn die BG keine Titel holte, hat Lukenda immer sehr gute Arbeit geleistet. Er war immer in der Lage, aus den vorhandenen Mitteln, das Beste herauszuholen.

Dazu gehörte auch, dass er bei den Imports immer ein gutes Gespür hatte. Sowohl Mike Nwabuzor als auch Mark Gordon avancierten zu den Top-Scorern der Liga. Auf der anderen Seite ist es ihm aber auch immer gelungen, junge Spieler ins Team einzubinden und weiter auszubilden.

Lukenda hält die Fortsetzung der Saison ist unwahrscheinlich

Der 34-Jährige freut sich zwar wieder darauf, das Training so bald wie möglich aufzunehmen, hält die Fortsetzung der Saison aber eher für unwahrscheinlich: „Es wäre zwar schön, wenn es irgendwie weiterginge, und es gibt auch Pläne, doch ich halte es kaum für durchführbar.“

Der Plan gleich in die Play-Offs zu gehen, sei für die BG und für viele andere ein Muster ohne Wert: „Wir holen doch nicht wieder einen Importspieler, den wir dann nach zwei oder vielleicht vier Spielen wieder nach Hause schicken.“ Vielmehr schlägt er vor: „Die Vereine die aufsteigen wollen, sollen sich für eine Aufstiegsrunde melden und in einer eigenen Spielrunde den Sieger ermitteln. Dieser bekäme dann eine Wild-Card für die Pro B.“ So ähnlich haben es auch die Handballer geplant, um die Saison nicht ganz ohne Ergebnis zu beenden.

Die Idee einer Summer-League hält Lukenda für reizvoll, doch der Vorschlag müsse auch noch einmal auf Herz und Nieren überprüft werden: „Wir werden sicherlich keinen Amerikaner für Freundschaftsspiele verpflichten. Man könnte vielleicht einen Spieler testen, aber dennoch stünden dann zwei Monatslöhne auf der Sollseite. Und man muss auch für eine Summer-League ordentlich trainiert haben, und so weit sind wir auch noch lange nicht.“

Spielzüge bleiben außen vor

Zwar könne man vielleicht bald mit zehn Leuten ohne Kontakt trainieren, doch das ist nur ein erster Schritt: „Technik und Kondition kann man so sicherlich wieder trainieren, Spielsituationen und Spielzüge bleiben aber weiterhin außen vor.“

Zudem beginnt im Juli oder spätestens August schon wieder das Vorbereitungstraining auf die neue Saison: „Eine intensive Saisonvorbereitung ist mir wichtiger als eine Summer League. Das Team muss Anfang September wieder auf den Punkt fit sein.“

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