Hoch war in diesem Fall nicht hoch genug: Der Ball fliegt über die Schermbecker Mauer zum 0:1 ins Tor. © Carsten Loos
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Rot für Salha und ein fragwürdiger Gegentreffer – SV Schermbeck verliert in Kaan-Marienborn

Alexander Geraedts lag platt auf dem Boden. Und der Torwart des Fußball-Oberligisten SV Schermbeck war platt vor Enttäuschung nach der 0:1 (0:0)-Niederlage beim 1. FC Kaan-Marienborn.

Eine Woche nach dem 4:1 gegen die SG Finnentrop/Bamenohl, dem ersten Sieg der Schermbecker seit dem 1. Spieltag (6:0 gegen Westfalia Herne), war auch Sleiman Salha enttäuscht vom Ausgang der Ausfahrt ins Siegerland. „Ich bin enttäuscht“, sagte der Schermbecker Trainer, „der Sieg für Kaan ist absolut unverdient, wenn wir die Großchancen gegenrechnen.“

In den ersten zehn Minuten legten allerdings die Gastgeber mächtig los. Fast so, als wollten sie sich selbst und den 150 Zuschauern in dem Siegener Stadtteil beweisen, dass der spektakuläre Trainertausch am Donnerstag von Tobias Wurm zu dessen Vorgänger Thorsten Nehrbauer keine Spuren hinterlassen habe. „Danach hatte Kaan keine nennenswerte Chance mehr“, betonte Salha, „da war schon fast Verzweiflung zu sehen und Stärke in unserer Verteidigung.“

Tolga Özdemir trifft den Pfosten

Anders die Schermbecker: Tolga Özdemir traf nur an den Pfosten, Michael Smykacz konnte allein vor Julian Bibleka den Käner Keeper nicht überwinden, in einer anderen Szene soll Smykacz knapp abseits gestanden habe. „Solche Chancen müssen sitzen, wenn man eine Top-Mannschaft sein will“, sagte Salha. Es kam anders: Schon kurz nach der Pause musste Schlussmann Geraedts bei einem Schuss von Derrick Kyere prächtig reagieren.

Und später wurde die Partie hektischer. Erst sah Trainer Salha die Rote Karte (69.). „Das war eine absolute Frechheit“, zürnte er später, „der gibt mir die Rote Karte, weil ich einen halben Schritt auf die Linie gemacht habe.“ Kurz darauf erhitzten sich die Gemüter auf der Schermbecker Bank erneut: Smykacz lag verletzt vor dem eigenen Strafraum, musste behandelt werden, doch die Käner spielten weiter. Die Partie wurde erst mit einem Freistoß-Pfiff vor dem SVS-Tor unterbrochen. Auch das „eine absolute Frechheit“, wie Salha es nannte. Den Freistoß trat Jannes Hoffmann über die Mauer hinweg ins rechte obere Tor-Eck aus Geraedts Sicht — 0:1 in der 73. Minute.

Geraedts einige Male gefordert

Geraedts musste nun ein paar Mal aufpassen bei Käner Versuchen. Auf der anderen Seite stieg Maik Habitz bei einem weiten Freistoß von Jan Bachmann am höchsten; doch den Kopfball hielt Torwart Bibleka sicher fest.

So haderte Salha nach dem Abpfiff über die entscheidende Szene in der 73. Minute. „Meine Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt“, betonte er, „aber so werden wir um den Lohn gebracht.

  • SV Schermbeck: Gereadts – Jordan, Schlüter (86. Grumann), Steinrötter – Schick, Stieber, Habitz, Bachmann – Smykacz (80. Gllogjani), Özdemir, Pakowski (70. Alimusaj)
    Tor: 1:0 Hoffmann (73.)
    Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Trainer Sleiman Salha (69.)
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