Moritz Oberheim in seinem Rennrauto auf dem Nürburgring in Aktion - Hier in der Bilstein-Kurve. © Horst Lehr
Motorsport

Schermbecker Moritz Oberheim legt Grundstein für die Meisterschaft

Der Nürburgring ist berüchtigt. Der Schermbecker Moritz Oberheim hat sich mit seinem Team der Herausforderung gestellt und am Ende sogar ein tolles Ergebnis auf dem Weg zur Meisterschaft erzielt.

Beim 53. ADAC Barbarossapreis, dem achten Lauf aller gesamten Saisonrennen der diesjährigen Nürburgring Langstrecken-Serie, wurde am vergangenen Wochenende mit dem Sieg des Aston Martin Vantage GT3 erneut ein Stück Nordschleifenhistorie geschrieben. Es war der erste Sieg eines britischen Herstellers in der jahrzehntelangen Geschichte des Nordschleifen-Championats.

Ebenfalls sehr erfolgreich war auch der Schermbecker Moritz Oberheim, der mit einem weiteren Klassensieg für das FK Performance Team einen wichtigen Grundstein zu einer möglichen Meisterschaft legte. Doch zunächst sorgten am frühen Samstagmorgen Nebel und die dementsprechend schlechte Sicht für einen verspäteten Start des Zeittrainings, das danach auf nur 45 Minuten verkürzt wurde.

Doch davon zeigte sich Oberheim unbeeindruckt, fuhr in souveräner Manier in nur zwei gewerteten Zeitrunden mit 8:47.152 Minuten die schnellste Zeit seiner Klasse und sicherte seinem Team damit die fünfte Pole-Position der laufenden Saison.

Viele Führungswechsel enden beim Boxenstopp vorerst auf Platz zwei

Beim anschließenden hektischen Rennstart behielt später sein Teamkollege Marc Ehret zunächst die Führung, musste diese aber in der zweiten Runde kurzfristig abgeben, brachte nach weiteren Führungswechseln aber den BMW M2 CS Racing wieder auf Platz zwei zum Boxenstopp, wo Oberheim schon bereitstand, zurück.

Oberheim sagte später: „Das Team hat den Boxenstopp strategisch genau passend gelegt und mich damit aus dem direkten Kampfgetümmel herausgeholt. Ich konnte viel freier fahren.“ Und das nutzte der Schermbecker wieder einmal eiskalt aus und fuhr bis zu zwei Sekunden schneller als seine direkten Verfolger.

Allerdings hatte er unterwegs viele Begegnungen mit den schnelleren GT3 Boliden, wo es auf den schnellen Teilstücken wie der „Döttinger Höhe“ wegen des eigenen hohen Topspeeds schwierig wurde, Platz zumachen. Er sagte deshalb später: „Teilweise fuhren wir da zu dritt nebeneinander.“ Aber auch langsamere Fahrzeuge schafften es immer wieder, den Adrenalinspiegel weiter anzuheben.

Der technische Defekt eines Radlagerschadens bestätigte sich nicht

Wie zum Beispiel im „Pflanzgarten“, wo nach dem Sprung plötzlich ein Renault Megane formatfüllend vor ihm auftauchte. Oberheim sagt: „Ich konnte noch nach rechts ausweichen, aber solche Situationen können durchaus auch anders ausgehen und damit rennentscheidend werden.“

Als dann auch noch gegen Ende seines ersten Stints hinten links ein Geräusch aufhorchen ließ, war er komplett alarmiert und tippte auf einen Radlagerschaden. Doch bei seinem routinemäßigen zweiten Boxenstopp war nichts erkennbar und er konnte in seinem zweiten Stint weiter schnelle Zeiten – fast ohne Gelbphasen – fahren.

Dabei achtete er natürlich weiterhin auf das Geräusch und erklärt: „Das belastet schon, denn du hörst bei jedem Einlenken viel mehr ins Auto hinein.“ Doch auch diese „Freie Fahrt“ barg natürlich weitere Gefahren, denn durch die langen Passagen unter Volllast stieg natürlich auch der Spritverbrauch. Und darauf reagierte das Team erneut mit der passenden Strategie und beorderte den inzwischen weit in Führung liegenden Oberheim rechtzeitig zurück in die Box.

Die Meisterschaft ist zum greifen nahe, doch noch ist nichts entschieden

Am Ende brachte Schlussfahrer Nico Otto den Boliden unter dem Jubel der Boxencrew doch noch ohne technische Probleme ins Ziel und sicherte damit den erneuten Klassensieg.

Oberheim sagte nach dem Zieleinlauf und einem mal wieder sehr ausdauernden Rennen: „Am Ende war alles gut und die Technik hat gehalten. Das war ein weiterer, ganz wichtiger Schritt in Richtung Meisterschaft.“ Doch sicher ist tatsächlich noch lange nichts. Denn beim Saisonfinale am Samstag, den neunten Oktober, kann es bei doppelter Punktvergabe noch einmal richtig spannend werden im Klassement.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
Zur Autorenseite
Horst Lehr