Der Ball mag ruhen, trotzdem gibt es in der Landesliga 4 reichlich Bewegung. © Bludau
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Überraschende Trennung in der Landesliga 4

In der Landesliga 4 kam es am Dienstagabend zu einer überraschenden Personalentscheidung, die der Vorstand so eigentlich gar nicht geplant hatte.

Ursprünglich hatten die Planungen des Vereins einen Trainerwechsel im Sommer vorgesehen. Doch dann kam alles ganz anders.

Martin Stroetzel, Training des SV Dorsten-Hardt
Martin Stroetzel (l.) wird beim SV Dorsten-Hardt nicht mehr auf den Trainingsplatz zurückkehren. © Armin Dille © Armin Dille

Der Vorstand des SV Dorsten-Hardt teilte Trainer Martin Stroetzel am Dienstagabend mit, dass sein Vertrag nach Ablauf dieser Saison nicht verlängert werden solle. Daraufhin erklärte Stroetzel – auch mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation – dass er es unter diesen Umständen für besser halte, die Trennung sofort zu vollziehen. Dem stimmte der Vorstand daraufhin zu.

“Wir sind Martin Stroetzel zu großem Dank verpflichtet“, erklärte der Sportliche Leiter Jürgen Gertz: „Er ist seinerzeit in einer Krisensituation eingesprungen und hat uns vor dem Abstieg bewahrt.“

Nach den Neuverpflichtungen vor der aktuellen Saison habe sich der Vorstand aber einen größeren Schub erhofft, als bislang eingetreten. „Wir hatten auch das Gefühl, dass es in Zukunft nicht viel erfolgreicher laufen würde“

Vor diesem Hintergrund habe man sich zur Trennung entschlossen, sagte Gertz. Das sei aber zum großen Teil nicht dem Trainer, sondern der Mannschaft anzulasten.

“Martin kennt das Geschäft und hat das akzeptiert. Es gibt keinerlei Groll“, erklärte Gertz. Da aber frühestens im März wieder mit Trainings- oder gar Spielbetrieb zu rechnen sei, habe der Trainer die sofortige Trennung vorgeschlagen.

“Es gibt aber noch keinen Nachfolger“, so Gertz weiter: „Weder für jetzt noch für den Sommer. Wir hätten die Saison mit Martin ganz entspannt zu Ende geführt.“

Von der veränderten Situation will sich der Hardter Vorstand aber nicht unter Druck setzen lassen. „Einen Schnellschuss oder Aktionismus wird es jetzt nicht geben“, versichert der Sportliche Leiter.

Martin Stroetzel zeigt Verständnis

Martin Stroetzel erklärte am Mittwoch: „Verträge laufen aus und werden nicht verlängert – so ist das Spiel. Ich habe von mir aus kurzfristig den Weg frei gemacht, damit sich der Verein neu aufstellen kann. Und ich schaffe Luft auch finanziell.“ Und ergänzt: „Ich war gerne auf der Hardt, dort herrschte immer ein freundschaftlicher Umgang. Die Mannschaft ist nicht gefährdet, so kann ich mit ruhigem Gewissen gehen.“

In Stroetzels Entschluss zur sofortigen Trennung spielten natürlich auch sportliche Gründe hinein: „Um erfolgreich zu sein, muss die gesamte Mannschaft mitziehen. Die Trainingsbeteiligung war aber über weite Streckung nicht zufriedenstellend.“

SV Hardt war sehr offensiv ausgerichtet

Martin Stroetzel blickt allerdings nicht im Zorn zurück: „Ich wollte dem Verein helfen, die Situation zu verbessern – das ist nur teilweise geglückt. Die Aufgabe, die ich übernommen hatte, war schwierig, teilweise chaotisch. Ich hätte gern den zweiten Schritt mitgemacht, um dauerhaft sportlichen Erfolg zu haben.“ Der scheidende Trainer – dem sein Co-Trainer Tunahan Terzi folgt – weiter: „Wenn das Hardter Team komplett ist, hast du eine Top-Mannschaft. Ich habe die Elf sehr offensiv ausgerichtet, aber wir haben vier Spiele verloren, weil wir auf Konter defensiv nicht gut reagiert haben.“

Ein wenig bedauernd klingt es schon, wenn Stroetzel schließt: „Ich bin im Winter 2018 gekommen, die Saison 2019/2020 wurde abgebrochen und im Winter 2021 gehe ich wieder – ich habe also nicht eine volle Saison auf der Hardt absolviert. Aber ich hoffe, dass der Verein seinen sportlichen Weg findet und die Fans guten Fußball sehen.“

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner
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Armin Dille, Jahrgang 1952, Dorstener und Ruheständler, seit 1988 freiberuflicher Journalist mit Tätigkeitsschwerpunkt Sportberichterstattung, vornehmlich Fußball, Basketball und Reitsport.
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Armin Dille