Der Fußball im Würgegriff von Corona? Viele hatten gedacht, das läge hinter uns. © Jens Lukas
Fussball

Wieviele Ungeimpfte gibt es denn nun im Dorstener Fußball?

Erst galt für den Sport in dieser Woche 2G, nun doch wieder 3G plus Test. Aber wie sind nun eigentlich die Impfquoten in den heimischen Fußballteams? Wir fragten nach.

Für viele heimische Mannschaften und Vereine bedeuten die neuen Corona-Schutzmaßnahmen – abgesehen vom erhöhten organisatorischen Aufwand bei den Kontrollen – keine größeren Probleme. Im Grunde ließe sich das Ergebnis unserer Umfrage bei den heimischen Clubs so zusammenfassen: Je höher die Spielklasse, desto höher die Quote der Geimpften.

So habe der Vorstand des SV Schermbeck das Thema Impfen bereits frühzeitig und offen mit den Spielern kommuniziert, berichtet Trainer Sleiman Salha. Das Ergebnis: 100 Prozent Geimpfte plus einige Genesene.

Genauso sieht es nach Information von Trainer Markus Falkenstein beim SV Rot-Weiß Deuten aus, und beim SV Dorsten-Hardt ist im 26er-Kader nur ein Spieler noch nicht vollständig immunisiert.

2G beim SSV Rhade
Der SSV Rade war nur einer von vielen heimischen Vereinen, die ihre Mitglieder und Zuschauer in den sozialen Medien auf die veränderte Situation hinwiesen. © Privat © Privat

Ebenfalls mit 100 Prozent geben die Verantwortlichen die Impfquoten beim VfB Kirchhellen, beim SV Lembeck, dem TuS Gahlen und dem TSV Raesfeld, dem BVH Dorsten und dem SSV Rhade an.

Blau-Weiß Wulfen meldet 1,5 Ungeimpfte

Blau-Weiß Wulfens Vorsitzender Dennis Pohlmann erklärte: „Wir haben im gesamten Seniorenbereich noch 1,5 Ungeimpfte.“ Heißt: Ein Akteur ist noch ungeimpft, ein weiterer wartet noch auf die vollständige Immunisierung. Beim SV Altendorf-Ulfkotte müsste ein Spieler einen PCR-Test vorlegen, wenn er am Sonntag spielen will. Bei Grün-Weiß Barkenberg wären es drei, eine Antwort von SuS Hervest-Dorsten stand bei Redaktionsschluss am Freitag noch aus.

Zweigeteilt ist die Lage bei Eintracht Erle. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir schon seit Monaten eine 2G-Situation in der Mannschaft haben“, erklärt der Trainer der ersten Mannschaft, Manuel Jakob. Der Großteil der Mannschaft ist geimpft, einige Akteure seit weniger als sechs Monaten genesen. Am Sonntag kann Jakob deshalb aus dem Vollen schöpfen, sein Gegner indes nicht. Und das ist ausgerechnet die eigene Zweite.

Eintracht Erles Reserve drohen Spielausfälle

„Bei uns werden wohl zwei, drei Leute deswegen fehlen“, sagt Jule Rehmann. Für die Mannschaft ein dickes Problem, denn aktuell fallen in der Eintracht-Reserve noch rund fünf Verletzte aus. „Ich habe schon beim Staffelleiter nachgefragt, was passiert, wenn man wegen der Corona-Vorschriften keine Mannschaft zusammenbekommt und nicht antreten kann. Aber da gibt es kein Entgegenkommen: Die Spiele werden als verloren gewertet, und wenn es dreimal passiert, ist man raus.“

Mindestens genauso große Sorgen wie die Erler Zweite hat in dieser Hinsicht der FC Rot-Weiss Dorsten. „Bei uns sind sehr viele Spieler noch nicht geimpft. Ich weiß noch nicht, wie ich für Sonntag überhaupt eine Mannschaft zusammen bekommen soll“, berichtete Trainer Dirk Cholewinski zunächst, als er noch davon ausging, dass 2G gilt.

Seitdem hat sich die Sachlage zwar entspannt, und Vorsitzender Stefan Cremer teilte mit, dass der Verein versuche, „für mehrere Spieler bis Sonntag noch PCR-Tests zu organisieren“. Doch ob der FC noch Termine bekommt und ob die Testergebnisse noch rechtzeitig bis Sonntag vorliegen, war am Freitag natürlich noch ungewiss.

Stefan Cremer übt Kritik am Verband

Für die abstiegsbedrohten Dorstener natürlich eine denkbar schlechte Entwicklung, und Stefan Cremer spart deshalb auch nicht mit Kritik am Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen: „Ich habe den Eindruck, dass der FLVW auf Teufel komm raus die 50-Prozent-Quote an Spielen durchpeitschen will und deshalb die Winterpause auf keinen Fall vorziehen wollte. Das wäre aber in meinen Augen das einzig Sinnvolle gewesen.“

Der FLVW zeige einmal mehr, wie weit er sich von der Basis entfernt habe: „Die zunächst geforderte 2G-Regelung war ganz sicher nicht im Interesse aller Vereine. Doch genau diese Interessen sollte der FLVW vertreten.“

„Lieber mit 20 Getesteten als mit 20 Geimpften“

Den Effekt der jetzt getroffenen Regelungen zieht Stefan Cremer ebenfalls in Zweifel: „Geimpfte können auch ansteckend sein. Ich denke, es wäre besser, wenn man tagesaktuell testet, und zwar alle, Geimpfte und Ungeimpfte.“ Eine Meinung, die Grün-Weiß Barkenbergs Vorsitzender Frank Hofmann teilt: „Ich trainiere lieber mit 20 Getesteten als mit 20 Geimpften.“

Über den Autor
Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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