Zwei der drei Wulfener Last-Minute-Torschützen beim Jubel: Dennis Grodzik mit der Nummer neun (l.) und Teamkollege Jan Goroll mit der Acht (2.v.r.). © Archiv
Fußball: Kreisliga A

Wulfen-Trainer Arek Knura: „Sonst bekomme ich noch mehr graue Haare“

Solche Geschichten schreibt nur der Fußball: Aus 2:4 wird binnen weniger Minuten 5:4. Genau das hat BW Wulfen am vergangenen Wochenende geschafft - die Leistung ließ dennoch zu wünschen übrig.

Die Freude bei BW Wulfen war nach dem Wahnsinns-Comeback – bis zur 86. Spielminute lag man mit 2:4 auf heimischer Anlage gegen den FC RW Dorsten hinten – riesig. In der 95. Minute wurde die Aufholjagd sogar noch mit dem 5:4-Siegtreffer gekrönt.

Dass die letzten Minuten am Wittenbrink nichts für schwache Nerven waren, würde Wulfen-Coach Arek Knura wohl zu einhundert Prozent unterschreiben. Tatsächlich geht er sogar noch ein Stückchen weiter und hofft, dass es in Zukunft nicht mehr ganz so viele Spiele der Kategorie „Last-Minute-Sieg“ gibt. „Viele Spiele von solchen brauche ich wirklich nicht. Sonst bekomme ich noch mehr graue Haare“, flachst der Übungsleiter im Gespräch mit der Redaktion.

Keine gute Leistung und dennoch der glückliche Sieger

Glücklich über den Erfolg seiner Mannschaft sei er natürlich gewesen. Auch wenn seine Elf laut eigener Aussage das gesamte Spiel über gerade in puncto Ballbesitz und Torchancen deutlich mehr von der Partie hatte als die Dorstener, so sei die Leistung ansonsten aber nicht in Ordnung gewesen.

„Wir haben den Gegner zum Tore schießen eingeladen und selbst viel liegen lassen. Die Phase bis zu unserem dritten Tor hat mir nicht gefallen, weil wir einfach nicht unseren Plan umgesetzt haben“, so Knura zum Spielgeschehen vor dem völlig verrückten Ende. Doch vor allem den unbedingten Willen und die mentale Stärke rechnet der Coach seiner Mannschaft ganz hoch an und sagt dazu: „Im Fußball kann das ganz schnell gehen und man glaubt da auch eigentlich immer dran.“

Und weiter erzählt der Trainer: „Das spricht total für die Mannschaft. Nach dem Anschlusstor haben wir noch mal gehofft, etwas Zählbares mitzunehmen. Dass wir auch noch gewinnen, hatte ich allerdings nicht gedacht.“ Seinen Torschützen Jan Goroll, Dennis Grodzik und Marvin Wloch sei Dank – zudem spielte die Gelb-Rote Karte der Dorstener exakt eine Minute vor dem Siegtor in aller letzter Sekunde ebenfalls in die Comeback-Karten der Wulfener.

Warme Worte für das eigene Team und Mut-Macher für den Gegner

„Insgesamt muss ich den Jungs das aber hoch anrechnen. Das wir mit einem Sieg belohnt wurden, ist umso schöner. Auch wenn es hinten heraus glücklich war – Mund abputzen und weiter geht´s“, sagt Knura der abschließend auch noch ein paar warme Worte für sein Gegenüber – Dirk Cholewinski – und dessen Mannschaft parat hat.

„Dirk und ich kennen uns schon lange und sehr gut. Wir haben damals selbst als Spieler gegeneinander gekickt. Das ist ein guter Trainerkollege. Ich kann mich schon in seine Lage hineinversetzen – einfach extrem bitter. Für uns war es zwar toll, aber für die Dorsterner tat es mir schon leid. Ich wünsche der Truppe alles Gute und hoffe, dass sie den Klassenerhalt schaffen“, so Knura.

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