Maximilian Dagott (weiß) fackelte gegen Westfalia Herne nicht lange, als er eine Lücke sah. Sein Tor brachte den TuS Haltern zurück ins Spiel. © Blanka Thieme-Dietel
Fußball: Oberliga

Dagotts Hammer leitete TuS-Wahnsinn ein: „Ich hab einfach geschossen“

Maximilian Dagotts 25-Meter-Kracher gegen Herne führte den TuS Haltern zurück in die Erfolgsspur. In einer Szene hatte der Verteidiger aber mächtig Glück - das sagt er sogar selbst.

Lange mussten die Fans des TuS Haltern am See warten, ehe sie wieder einen Heimsieg in der Oberliga bejubeln konnten. Am 1. Oktober 2020 gab es den letzten Erfolg, an einem verregneten Donnerstagabend gegen den TuS Ennepetal. Mehr als ein Jahr später jubelte die Stauseekampfbahn wieder: Gegen Herne gab es einen späten Sieg – auch dank Neuzugang Maximilian Dagott.

Aus rund 25 Metern packte der 21-jährige Innenverteidiger, der in dieser Spielzeit nur 15 Minuten in der Oberliga verpasst hat, seinen rechten Hammer aus. Alexander Rothkamm im Tor der Westfalia hatte keine Chance, der Ball passte genau in den Winkel.

Was Dagott in diesem Moment durch den Kopf ging? „Gute Frage, eigentlich nichts“, sagt er und fügt hinzu: „Ich hab einfach geschossen, in dem Moment war mir alles scheißegal.“ Manch einer auf der Anlage des TuS hatte sich wohl noch gedacht, der Verteidiger solle lieber zum augenscheinlich besser stehenden Teamkollegen auf der rechten Außenseite spielen, doch Dagott hielt einfach drauf.

Maximilian Dagott: „Wir nutzen unsere Chancen nicht immer“

„Im Training mache ich das öfter mal, da hat schon der eine oder andere so gepasst“, erzählt er. Mit seinem Traumtor hatte er dem TuS sogar letztendlich nicht nur einen Punkt gesichert, sondern sogar dabei geholfen, dass die Halterner noch den Sieg einfuhren.

Denn in der dritten Minute der Nachspielzeit köpfte Peter Elbers zum 2:1 für die Gastgeber ein. „Wir haben uns natürlich riesig gefreut“, sagt Maximilian Dagott. „Endlich konnten wir zuhause den ersten Sieg feiern.“ Ein Sieg, der aber auch früher hätte klar gemacht werden können.

„Wir nutzen unsere Chancen nicht immer“, stellt der Verteidiger fest, der in seinem ersten Seniorenjahr zuvor in der Regionalliga Nord gespielt hatte. Doch auch Herne präsentierte sich besser als es viele erwartet hatten von einem Team, das aus acht Spielen nur einen Punkt geholt hatte.

„Ich hatte sie auch schlechter erwartet“, gesteht Dagott, „sie waren aber auch nicht überragend“. Nur selten wurde es vor dem Tor des TuS Haltern am See wirklich gefährlich – vor allem auch dank des Innenverteidiger-Duos Dagott/Temme. Letzterer ist eigentlich gelernter Sechser, läuft aber seit Saisonbeginn in der Abwehr auf.

Erst war er sich sicher, dass es kein Elfmeter war – dann sah er das Video

„Wir verstehen uns perfekt, das ist wichtig“, sagt der Verteidiger. In einer Szene hatte der 21-Jährige allerdings auch etwas Glück. Nach einem hohen Pass über die Abwehrkette kam er zwar zuerst an den Ball, rutschte dann aber etwas weg und am Ende lagen nach einem intensiven Zweikampf sowohl er als auch Hernes Stürmer am Boden. Die Gäste forderten einen Pfiff, doch der blieb aus.

„Für mich war es klar, dass das kein Elfmeter ist“, so Maximilian Dagott. „Als ich es dann später noch mal sah, habe ich mir aber gedacht, dass es doch einer war“, sagt er ehrlich. Das Glück des Tüchtigen war in diesem Moment also auf Seiten der Halterner, die nun auf Platz neun der Oberliga stehen.

„Wir würden gerne in die Aufstiegsrunde kommen, viel haben wir darüber aber nicht geredet“, erzählt er. Das anvisierte Ziel hat zwei Gründe: Zum einen hätte der TuS dann keinen allzu großen Druck mehr, da er sein erstes Ziel, den Klassenerhalt, schon erreicht hätte. „Außerdem ist es geiler, gegen Mannschaften zu spielen, die zum Teil auch höher spielen wollen, um sich zu zeigen“, sagt Dagott.

Über den Autor
Redakteur
Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
Zur Autorenseite
Pascal Albert