Michel Hülsmann gehört seit dieser Saison fest zum Kader des SV Hullern. Auch im Pokal gegen Oberligist TuS Haltern am See durfte er zwischen den Pfosten stehen. © Jürgen Patzke
Fußball: Kreisliga C

Erstes Seniorenjahr: „Die Erfahrenen lassen sich nicht so einfach verarschen“

Der Sprung von den Junioren zu den Senioren ist nicht immer einfach. Hülsmann ist er gelungen, er ist bislang Stammtorwart beim SV Hullern. Ein Spiel ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben.

Seit dem vergangenen Sommer gehört der 18-jährige Michel Hülsmann fest zum Kader des SV Hullern in der Kreisliga C. Nach dem ersten halben Jahr bei den Senioren ist er zufrieden – genauso wie sein Trainer. Im Vergleich zum Jugendfußball hat er derweil schon einige Unterschiede ausgemacht, sagt Hülsmann.

„Er hat bislang eine super Saison gespielt. Wir können stolz sein, solche Jungs im Kader zu haben“, sagt Christoph Bafs-Dudzik, Trainer des SV Hullern über seinen neuen Stammtorwart. Mit gerade mal 18 Jahren stand Hülsmann bis zum Lockdown von allen drei Torhütern am häufigsten zwischen den Pfosten des C-Ligisten.

Michel Hülsmann wird von seinen erfahreneren Kollegen unterstützt

Bevor er zu den Senioren hochgezogen wurde, hatte er schon hin und wieder bei ihnen mittrainiert, erzählt er. „Ich hab immer den Ehrgeiz, mehr zu machen“, sagt Hülsmann. Daher habe er neben den Einheiten bei der A-Jugend auch schon bei den Senioren reinschnuppern können.

Und seit dieser Spielzeit ist er fester Teil des Teams. „Bisher war es echt gut“, sagt er über die ersten Monate. Besonders die Chemie in der Mannschaft habe ihm von Beginn an gut gefallen. Und mit Robert Stueer und Florian Horstick habe er zudem noch zwei erfahrenere Keeper als Teamkollegen, von denen er lernen kann.

„Er hat viel dazugelernt“, lobt Christoph Bafs-Dudzik einen seiner jüngsten Schützlinge. Vor allem im Mitspielen und mit seinen Vorderleuten reden habe er sich verbessert. „Florian (Horstick, Anm. d. Red.) hat viel mit ihm geredet und ihm Tipps gegeben“, sagt der Trainer.

Wer Marco Masannek vor sich hat, muss nicht allzu oft laut werden

Er könne durchaus auch mal lauter auf dem Platz sein, so Hülsmann. „In der Jugend war ich auch öfter mal lauter, aber jetzt bei den Senioren übernimmt das eben Marco Masannek“, erklärt er. Wenn es mal sein muss, könne er aber auch bei den Senioren laut sein.

Vor allem für Feldspieler, so heißt es oft, ist der Sprung zu den Senioren groß. Die Zweikämpfe werden härter und die taktischen Anforderungen größer. Doch auch für ihn als Torwart sei der Wechsel nicht ohne gewesen, sagt Michel Hülsmann. „Da gibt es schon große Unterschiede.“

Bei den A-Junioren seien viele Spieler noch unsicherer und hätten weniger Kraft beim Schuss. Das hat sich nun geändert. Beispielsweise bei Elfmetern „lassen sich die Erfahrenen nicht mehr so einfach verarschen“, erklärt er. Gegen Juniorenspieler reiche oftmals eine kurze Finte, um den Spieler bei seiner Entscheidungsfindung entscheidend zu täuschen.

Gegen den TuS Haltern war Hülsmann „ziemlich nervös“

Bei den Senioren „wird man jetzt selbst in die falsche Ecke geschickt“. Als Torwart merke er außerdem ebenfalls, dass nun körperbetonter gespielt wird. Beispielsweise bei Eckbällen oder generell bei Flanken. Mit der bisherigen Saison ist Hülsmann derweil zufrieden.

Allerdings habe es auch das ein oder andere Spiel gegeben, in dem er mal einen Fehler gemacht habe. „Ich habe das Glück, dass ich eine Mannschaft und einen Trainer habe, dir mir auch mal einen Fehler verzeihen.“ Dass er überhaupt direkt so viel spielen würde, damit hatte der 18-Jährige nicht gerechnet.

„Ich dachte anfangs, ich werde mal spielen, wenn die anderen nicht können“, sagt er. Selbst im Kreispokal gegen den TuS Haltern am See durfte Hülsmann spielen.

„Da war ich auch ziemlich nervös“, gesteht er. „Plötzlich waren da statt 20 Zuschauern gefühlte 400.“ Trotz der 0:9-Niederlage wird ihm das Spiel bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert