Sythens Mats Linden spielte beim Derby gegen den ETuS Haltern zum ersten Mal gegen seinen Vater Thomas Linden. © Marie Krursel
Fußball: Kreisliga A

Linden gegen Linden im Halterner Derby: „Da musste ich erstmal durchatmen“

Zum ersten Mal trafen Vater und Sohn aufeinander: Am Ende trennten sich Mats und Thomas Linden mit Sythen und dem ETuS mit 3:3. Für beide war es merkwürdig, gegen den anderen zu spielen.

Früher kämpften sie im gleichen Team um Punkte, am vergangenen Sonntag (10. Oktober) trafen Thomas und Mats Linden erstmals in ihrem Leben als Gegner aufeinander – und trennten sich mit einem 3:3-Remis. „Es war komisch“, sagt Mats Linden, dem in letzter Sekunde fast noch der Siegtreffer gelang.

In der Jugend war Thomas Linden noch sein Trainer, seit dieser Saison sitzt er als Co-Trainer auf der Bank beim ETuS Haltern, während sein Sohn für den TuS Sythen spielt. „Es war schon eine merkwürdige Sache, aber wir sind ja schiedlich friedlich auseinandergegangen“, so Mats Linden.

Beinahe hätte er aber dafür gesorgt, dass es anders kam. In der letzten Minute der Nachspielzeit fehlten ihm nur wenige Zentimeter, als er versuchte, in einen Schuss von Lucas Lasch hineinzurutschen. „Das wäre richtig bitter für uns gewesen“, sagt Thomas Linden, „und wenn er das auch noch gemacht hätte, wäre es ein bisschen hart gewesen“.

Mats Linden: „Nach dem dritten Tor gedacht, der Drops ist gelutscht“

Nach der Aktion „musste ich erstmal durchatmen“, so der Co-Trainer des ETuS. „In den nächsten Spielen gönne ich ihm, dass er die zehn Zentimeter eher am Ball ist.“ Nur im direkten Aufeinandertreffen war er froh, dass es nicht so kam. Denn dadurch blieb die Aufholjagd der Halterner nicht unbelohnt. „Wir konnten einen Punkt gegen eine wirklich starke Sythener Mannschaft mitnehmen.“

Thomas Linden unterstützt seit dieser Saison als Co-Trainer Phillip Oligmüller beim ETuS Haltern.
Thomas Linden unterstützt seit dieser Saison als Co-Trainer Phillip Oligmüller beim ETuS Haltern. © Jürgen Patzke © Jürgen Patzke

Mit dem Punkt konnten letztendlich beide Seiten leben. Dennoch habe er sich erstmal gefragt, „wie man so ein Spiel nicht gewinnen kann“, sagt Mats Linden. Denn sein Team führte zwischenzeitlich mit 3:1. „Nach dem dritten Tor hatte ich gedacht, und Ähnliches haben mir viele später auch gesagt, dass der Drops gelutscht ist“, so der Sythener Angreifer.

In der Schlussviertelstunde hätte seine Mannschaft schlichtweg aufgehört, Fußball zu spielen. „Die Gegentore kassieren wir dann vielleicht auch zu leicht“, stellt er fest. Dadurch riss der ETuS die Partie wieder an sich. „Wenn wir zehn Minuten länger gespielt hätten, wäre es vielleicht 4:3 für den ETuS ausgegangen“, sagt er.

Nach der Partie tauschten sich Vater und Sohn dann erstmal aus, erzählt Mats Linden. „Wir sprechen immer nach Spielen, haben auch am Sonntag ein, zwei Situationen besprochen.“ Obwohl sein Vater nun auf der anderen Seite steht, „denke ich, wird er bestimmt ein Auge auf mich geworfen haben“.

Thomas Linden lobt Sohn Mats für seine „hervorragende Vorarbeit“

Auch vor der Partie wurde über das Derby gesprochen. „Aber keiner hat sich in die Karten schauen lassen“, so der Sythener weiter. Da er letztendlich nicht den Siegtreffer erzielte, gab es hinterher dann auch keinen Stunk in der Familie, sagt er mit einem Lachen.

„Wenn ich da noch drangekommen wäre, hätte man vielleicht aber noch darüber sprechen müssen“, fügt er hinzu. Das Derby zwischen Sythen und dem ETuS sei ohnehin schon etwas Besonderes, sagt indes Thomas Linden, „aber wenn dann so wie gestern der eigene Sohn eingewechselt wird, ist das schon ein komisches Gefühl“.

Während des Spiels sei er aber auch die meiste Zeit sehr auf die eigene Mannschaft konzentriert gewesen. „Und Mats wird das vermutlich genauso gegangen sein.“ Sein Sohn habe auch ein gutes Spiel gemacht, so der ETuS-Co-Trainer. Das Sythener 3:1 durch Sebastian Hohaus „hat er hervorragend vorbereitet“, lobt Linden seinen Derby-Gegner.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert