Nach längerer Verletzungspause ihres Pferdes „Cacao“ ritt die Halternerin Carla Potthast beim Turnier am Görtzhof im Stilspringen direkt wieder auf die vorderen Plätze. © Horst Lehr
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Mit 55 Bildern: Über 800 Nennungen beim Reitturnier auf dem Halterner Görtzhof

Sowohl für die Veranstalter des LFRFV Haltern am See als auch die zahlreichen Reiter war es ein erfolgreiches Wochenende: Drei Tage lang war auf dem Görtzhof einiges los.

Der Halterner „Görtzhof“ war von Freitag (24. September) bis Sonntag (26. September) erneut das Mekka des ländlichen Reitsports. Bereits zum dritten Mal veranstaltete der LZRFV Haltern am See ein so großes Turnier und Berthold Budde, Vorsitzender des Vereins, freute sich über rund 850 Nennungen. „Wir sind richtig stolz, ein so tolles Turnier mit erfolgreichen heimischen Reitern zu präsentieren“, sagte er.

Auch in diesem Jahr war der Gronauer Heiner Kotting als offizieller Parcourchef gesetzt, und der erfahrene Turnierorganisator Bernhard Hessling lieferte in der Meldestelle vor Ort die Ergebnisse der Prüfungen. Insgesamt sieben Wertungsrichter überwachten den Turnierablauf, ehrten die Sieger mit Schleifen und gaben den Reitern noch wertvolle Tipps mit auf den Weg.

Der Freitag war für die Vorstellung der vier- bis siebenjährigen Jungpferde reserviert, die überwiegend von Berufsreitern über die Hindernisse gebracht wurden. Hendrik Dowe vom ZRFV Heiden siegte in allen vier Springen und war damit auch der erfolgreichste Reiter. In der L* Dressur gelang der erst 11-jährigen Merlin Schmorleiz auf „Don Miguel“ die Überraschung des Tages. Sie gewann die Prüfung souverän mit der Wertnote 8,1.

Viele starke Platzierungen für den LZRFV Haltern am See

Am Samstag freuten sich Laura Weber und Annika Meussen, beide vom Veranstalterverein, über ihre ersten vorderen Platzierungen in der Dressur. Bei den Stilspringen zeigte Carla Potthast, ebenfalls für den Görtzhof startend, einmal mehr ihre Klasse.

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Über 800 Nennungen beim Reitturnier auf dem Halterner Görtzhof

Nach Corona und einer langen Verletzungspause ihres Pferdes „Cacao“ ritt sie auf Anhieb wieder auf die Plätze drei und fünf. Ähnlich gut waren ihre Vereinskameradinnen Amelie Panthen auf „Landano J“ (Platz 3) und Simone Peveling-Oberhag auf „Diamare“ (Platz 4) im Stilspringen unterwegs.

Noch besser waren die beiden auswärtigen Reiterinnen Mareen Dieker (RV Velen) und Carlotta Merschformann (RV Nottuln), die ihre Stilspringen jeweils mit der Traumnote 8,6 gewannen.

In das wichtige Mannschaftsspringen schickte der Veranstalter am Sonntag neben Lokalmatadorin Carla Potthast erneut auf „Cacao“ auch Helena Schrief auf „Cookie 94“, Amelie Panten auf „Vigotaire“ und Jeremy Hols auf „Cubicki“ in den Parcour. Sie jubelten am Ende über die goldene Schleife. Mit erfolgreichen Ritten sicherten danach Annika Meussen, Simone Bartels, Emelie Mühlenbrock und Christin Lechtenberg auch den zweiten Platz für den LZRFV Haltern.

„Am Samstag war schon alles gut, aber Platz eins am Sonntag war super“

Das mit den couragierten Ritten auch noch hervorragende Einzelergebnisse erzielt wurden, war da fast schon Nebensache. Potthast sagte nach der Siegerehrung: „Am Samstag war schon alles gut, aber Platz eins am Sonntag war super.“ Und auch Mühlenbrock freute sich: „Ich bin zum ersten Mal eine Zwei-Sterne-Prüfung geritten. Das war einfach ein megagutes Gefühl.“

Für die Nachwuchswettbewerbe hatten am Sonntagmittag die jüngsten Teilnehmer ihre Pferde herausgeputzt. Den hohen Ausbildungsstand zeigten mit dem Gewinn goldener Schleifen Isabella Klinger und Amelie Grasenick – beide vom RFV Recklinghausen- in den Führzügelwettbewerben.

Annabell Haunert und Emily Rülling, beide vom LZRFV Haltern, überzeugten danach die Richter in den Reiterwettbewerben mit den höchsten Wertnoten 7,8 und 7,7.

Die Erfolgsserie des Veranstaltervereins setzte sich danach auch in dem wichtigen Mannschaftsdressurpreis fort. Mannschaftsführerin Nathalie Berkenkamp präsentierte den Richtern für den LZRFV Haltern gleich fünf hoch motivierte Mannschaften, die sich mit Annika Meussen, Letizia Dominicus, Emily Honert und Laura Weber nach einer hervorragenden Darbietung die goldene Schleife erkämpften.

Ein schweres und hochklassig besetztes M-Springen

Hinter Recklinghausen belegten danach drei weitere Halterner Teams die Plätze drei bis fünf und trugen damit zu dem überragenden Mannschaftserfolg bei. „Wir wollten bei unserem Heimturnier allen eine Chance geben, haben vier Wochen lang dafür speziell trainiert und freuen uns jetzt über den Erfolg“, sagte Nathalie Berkenkamp hinterher.

Als Turnierhighlight wurde am späten Sonntagnachmittag zum Abschluss der Sprungwettbewerbe noch ein schweres, hochklassig besetztes M-Springen auf Zeit und mit Stechen ausgetragen.

Dafür hatte Parcourchef Heiner Kotting das Sprunglevel mit anspruchsvollen Distanzsprüngen, einer Kombination und der Sprunghöhe von 1,30 Meter noch einmal angehoben. „Teilweise haben wir zwischen den insgesamt zehn Hindernissen schon eine herausfordernde Sprungfolge gewählt“, sagte er.

„Nur mit einem so guten Team wird eine solche Großveranstaltung erst möglich“

Im ersten Durchgang schafften bei der Zeitenjagd im Stangenparcour nur sechs Reiterinnen die dafür notwendige Nullfehlerrunde. Im anschließenden dramatischen Stechen überzeugte alleine aber Lea Ercken vom RFV Recklinghausen. Sie flog auf „Comme On“ ohne Fehler in nur 43:82 Sekunden über die Hindernisse und belegte damit mit rund drei Sekunden Vorsprung den ersten Rang.

Die Lippramsdorfer Reiterin Britta Büser hatte sich ebenfalls für das Stechen qualifiziert. In ihrem couragierten Ritt lag sie zunächst mit „Favorit 194“ auf Bestzeitkurs, doch dann fiel eine Stange. Zu ihrem sechsten Platz sagte sie später: „Das kann immer passieren. So ist das Spiel.“

Veranstalter Berthold Budde freute sich am Ende über ein unfallfreies Turnier, bedankte sich bei den Sponsoren und lobte besonders den Einsatz der vielen unermüdlichen Vereinshelfer. „Nach den ganzen Corona-Sorgen im Vorfeld haben sich alle auf das Turnier gefreut. Nur mit einem so guten Team wird eine solche Großveranstaltung überhaupt erst möglich.“

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert