Lippramsdorfs Timo Berg (M.) erzielte gegen Genclikspor Recklinghausen einen Dreierpack. © Jürgen Weitzel
Fußball: Bezirksliga

Nach 7:4-Spektakel: Warum gewinnt der SV Lippramsdorf nur zuhause, Timo Berg?

Gegen Genclikspor feierte der SV Lippramsdorf den vierten Saisonsieg. Timo Berg erzielte drei Treffer. Er nennt zwei Gründe, warum der LSV bislang nur vor heimischer Kulisse gewinnen konnte.

Der SV Lippramsdorf erlebte im Spiel gegen Genclikspor Recklinghausen einen ziemlich verrückten Nachmittag. Trotz früher Führung lag das Team von Sven Kmetsch nach 50 Minuten plötzlich mit 2:4 hinten und gewann am Ende dennoch souverän mit 7:4 – auch dank Timo Bergs drei Treffern. Der Zeitpunkt für seinen Dreierpack hätte nicht besser sein können.

Denn am 10. Oktober feierte Berg nicht nur den Sieg mit Lippramsdorf, sondern auch seinen Geburtstag. Er betont aber, dass er sich nicht mit seinem Dreierpack beschenkt habe. Vielmehr „hat die Mannschaft mich beschenkt“, sagt er.

Gegen Genclikspor Recklinghausen erzielte er erst den 3:4-Anschlusstreffer, ehe er später noch zum 5:4 und zum 7:4-Endstand traf. Beim ersten Tor war Berg ein Abpraller vor die Füße geflogen, beim zweiten nutzten er und Giacomo Lopez-Fernandez ihre überlegene Geschwindigkeit und beim dritten Treffer ließ er erst drei Recklinghäuser aussteigen, ehe er aus rund 14 Metern abschloss.

Lippramsdorf nutzt seine spielerische und konditionelle Überlegenheit

Doch warum machte es sein Team zuvor überhaupt erst so spannend? „Wir waren tatsächlich gar nicht so schlecht ins Spiel gekommen“, erzählt er, „aber dann sind wir durch individuelle Fehler ins Hintertreffen geraten“.

Die Lippramsdorfer verloren etwas die Kontrolle und kassierten Standard-Gegentore, „bei denen die Fouls zu vermeiden waren“, so Berg. „Wir haben uns auch von der Art und Weise von Genclikspor etwas einlullen lassen. Vielleicht waren wir dann mehr mit den Gegenspielern beschäftigt, statt sich auf unser Spiel zu konzentrieren.“

In der Halbzeitpause hatten sich die LSV-Spieler dann viel vorgenommen, doch das nächste Tor machten wieder die Gäste. „Das war noch mal ein kleiner Nackenschlag“, sagt Timo Berg, „aber wir konnten uns schnell erholen“. Im Anschluss habe seine Mannschaft gezeigt, dass sie dem Gegner aus Recklinghausen sowohl spielerisch als auch konditionell deutlich überlegen war.

„Die waren gefühlt ab der 60. Minute stehend k.o.“, so der Lippramsdorfer. Von da an ließ der LSV die Gäste gar nicht mehr in die Nähe des von Niklas Schlüter gehüteten Tores und leitete einen Angriff nach dem anderen ein. „Wir haben das Spiel dann dominiert.“

Für Berg waren es derweil die Saisontore zwei bis vier, insgesamt steht der LSV nun bei 19 Toren aus sieben Spielen. Vier Siege holten die Lippramsdorfer bislang – alle vier jedoch zuhause an der Jahnstraße. Auswärts gab es für die Kmetsch-Schützlinge noch nichts zu holen. Doch woran liegt das?

Timo Berg: „Das sind Spieler, an denen sich die anderen orientieren“

Zum einen womöglich an den vielen Ausfällen, vermutet Timo Berg. „Wir haben den Pokalsieg teuer bezahlt“, sagt er. Dort verletzten sich mit Stürmer Henrik Kleinfeld sowie mit Kapitän und Torwart Marvin Niehaus zwei wichtige Spieler. Und mit Tim Vierhaus kassierte noch ein weiterer Stammspieler eine Rot-Sperre.

Henrik Kleinfeld (l.) fehlt dem SV Lippramsdorf seit dem Pokalspiel gegen RW Deuten.
Henrik Kleinfeld (l.) fehlt dem SV Lippramsdorf seit dem Pokalspiel gegen RW Deuten. Seinen Ausfall sowie die von Marvin Niehaus und Tim Vierhaus nennt Timo Berg (r.) als einen der Gründe für die unterschiedlichen Ergebnisse in Heim- und Auswärtsspielen. © Jürgen Weitzel © Jürgen Weitzel

Während Vierhaus gegen Genclikspor wieder dabei war, fehlten die anderen beiden immer noch. Ausfälle gab es allerdings auch einige, wenn der LSV zuhause spielte. Die drei genannten, die zuletzt fehlten und es teilweise noch immer tun, „sind ein Stück weit auch Spieler, an denen sich die anderen orientieren“, erklärt Berg.

Wenn solche Spieler ausfallen, wiege das womöglich bei Spielen auf fremder Anlage noch ein bisschen schwerer, als auf dem heimischen Grün. Doch der zweite Grund, den Berg nennt, könnte der noch deutlich ausschlaggebendere sein: „Auswärts haben wir bislang gegen Gegner gespielt, die ich weiter oben sehe als unsere anderen bisherigen Gegner.“

Als nächstes steht eine Auswärtspartie beim SC Hassel an. Die Gelsenkirchener stehen mit einem Sieg, zwei Unentschieden und vier Niederlagen auf einem Abstiegsplatz. „Der erste Auswärtssieg ist nur eine Frage der Zeit“, kündigt er an. „Am besten fangen wir damit am Sonntag an.“

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert