Christian Knappmann gilt als sehr emotionaler Trainer. Wir haben zwei seiner Ex-Spieler, die aktuell beim TuS Haltern am See spielen, gefragt, wer lauter ist: "Knappi" oder TuS-Trainer Timo Ostdorf. © Olaf Krimpmann (Archiv)
Fußball: Oberliga

Ostdorf oder Knappmann: Wer ist lauter? – „Die Frage stellt sich gar nicht“

Christian Knappmann gilt als sehr emotionaler Trainer. Doch auch Timo Ostdorf kann mal lauter werden. Zwei TuS- und Ex-Herne-Spieler sagen, wer lauter ist, und sprechen über „Knappis“ Rücktritt.

In wenigen Wochen empfängt der TuS Haltern am See um Trainer Timo Ostdorf in der Oberliga Westfalia Herne. Christian Knappmann wird dann bei den Gästen nach seinem Rücktritt aber nicht an der Seitenlinie stehen. Der Ex-Herner ist im Ruhrgebiet – auch aufgrund seiner Art am Spielfeldrand – kult. Zwei seiner ehemaligen Spieler verraten, ob ihr aktueller Trainer Timo Ostdorf, was die Lautstärke angeht, eine Chance gegen „Knappi“ hat.

„Die Frage stellt sich gar nicht“, sagt Maurice Temme, ehemaliger Kapitän von Westfalia Herne und aktueller Kapitän des TuS Haltern am See, mit einem Lachen. Auf jeden Fall sei Christian Knappmann bei Spielen der lautere Trainer. „Aber ‚Ossi‘ (Spitzname von Timo Ostdorf, Anm. d. Red.) ist natürlich auch laut“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

TuS-Trainer Timo Ostdorf kann an der Seitenlinie auch mal lauter werden, ist aber im Vergleich zu Christian Knappmann ruhiger, sagen zwei seiner Spieler.
TuS-Trainer Timo Ostdorf kann an der Seitenlinie auch mal lauter werden, ist aber im Vergleich zu Christian Knappmann ruhiger, sagen zwei seiner Spieler. © Jürgen Patzke (Archiv) © Jürgen Patzke (Archiv)

Doch Temme, der in diesem Sommer nach Haltern gewechselt war, betont auch noch mal: „An ‚Knappi‘ kommt er aber nicht heran.“ In den bisherigen Partien habe er Timo Ostdorf an der Seitenlinie als gar nicht so laut empfunden. „Da bin ich ganz anderes gewöhnt“, erzählt er. „Ich empfand es vielmehr als eine sehr angenehme Lautstärke auf dem Platz“, so der TuS-Kapitän weiter.

Auch sein Teamkollege Nico Pulver, der schon ein Jahr länger als Temme in Haltern spielt, muss bei der Frage nach dem lauteren Trainer erst mal lachen, legt sich aber nach kurzem Überlegen fest: „Wenn es rein um die Lautstärke geht, eher ‚Knappi‘.“

Nico Pulver: TuS-Trainer Ostdorf ist in dieser Saison ruhiger

Der, so der junge Linksverteidiger weiter, sei ein sehr emotionaler Mensch – das merke man dann auch manchmal an der Wortwahl auf dem Platz. Was Timo Ostdorf aufs Feld ruft, sei oft konstruktiver. In dieser Saison, ist dem Vize-Kapitän des TuS Haltern am See aufgefallen, sei sein Trainer aber etwas ruhiger als in der Vorsaison.

Nico Pulver spielt nun schon seine zweite Saison unter Timo Ostdorf. Der Verteidiger hat das Gefühl, der TuS-Trainer ist in dieser Spielzeit etwas ruhiger als in der Vorsaison.
Nico Pulver spielt nun schon seine zweite Saison unter Timo Ostdorf. Der Verteidiger hat das Gefühl, der TuS-Trainer ist in dieser Spielzeit etwas ruhiger als in der Vorsaison. © Jürgen Patzke (Archiv) © Jürgen Patzke (Archiv)

„Wir haben jetzt eine viel, viel jüngere Truppe“, sagt Pulver. Das sei womöglich ein Grund, warum sein Coach etwas ruhiger an der Seitenlinie ist, vermutet er. „Letztes Jahr konnte die Mannschaft vielleicht etwas mehr abhaben. Wenn er jetzt lauter wäre, könnte das die Mannschaft vielleicht ein wenig mehr verunsichern.“

In der Kabine sei derweil auch Knappmann lauter. Maurice Temme sieht das ähnlich, sagt aber auch, dass dort beide Trainer sich etwas annähern, wenn es um die Lautstärke geht. „Wir hatten jetzt auch schon das ein oder andere Spiel, wo Timo etwas lauter geworden ist“, erzählt er. Aber: „Bei ‚Knappi‘ fliegen eben auch mal Klamotten durch die Gegend.“

Seit dem 4. Oktober kann das in Herne jedoch nicht mehr passieren. Denn nachdem Christian Knappmann und die Westfalia einige Tage zuvor bekannt gegeben hatten, dass er im Sommer beim Oberligisten aufhört, trat der Trainer einige Tage später nach der nächsten Niederlage mit sofortiger Wirkung zurück.

„‚Knappi‘ hat den Verein mehr als genug geprägt“

Allzu überrascht war sein ehemaliger Kapitän nicht von diesem Schritt. „Als er gesagt hat, er hört im Sommer auf, hatte ich schon geahnt, dass er es nicht mehr bis zum Sommer machen wird“, sagt Maurice Temme. Denn die sportliche Situation der Herner ist mehr als nur angespannt.

Maurice Temme kennt Christian Knappmann aus seiner Zeit bei Westfalia Herne.
Maurice Temme (l.) kennt Christian Knappmann aus seiner Zeit bei Westfalia Herne. Überrascht hat ihn der Rücktritt des Trainers nicht mehr allzu sehr. © Andreas Hofmann © Andreas Hofmann

Aus sechs Oberliga-Spielen gab es nur ein Unentschieden für die junge und größtenteils neu formierte Mannschaft. „Ich wusste, dass die Saison nicht einfach wird für Herne“, sagt Temme weiter. „Ich hatte schon geahnt, dass er es nicht bis zum Ende durchzieht, wenn das Team keinen Dreier einfährt – dass es so früh ist, hätte ich aber nicht gedacht.“

Knappmann betonte zuletzt, dass sein Rücktritt nicht damit zu tun hatte, dass er keine Lust mehr auf die Westfalia habe oder schlichtweg nicht mehr für seine Aufgabe dort brennt. Vielmehr „soll es jetzt noch mal die letzte Patrone sein und setzt vielleicht bei den Jungs die Energien frei, dass sie ihre Qualitäten zeigen können“, hatte er der WAZ gesagt.

Auch für Nico Pulver kam der Schritt nicht mehr allzu überraschend. Er betont aber auch: „‚Knappi‘ hat den Verein mehr als genug geprägt.“

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert