Sythens Andre Nacke (r.) im Duell mit Joel Ferraro vom ETuS Haltern. Am Ende gab es ein 3:3-Remis, mit dem beide Seiten leben konnten. © Marie Krursel
Fußball: Kreisliga A

Sechs Tore im Derby: Zwei Joker bescheren dem ETuS ein Remis gegen Sythen

Viele Tore, Führungswechsel und ein goldenes Händchen von Phillip Oligmüller. Das Derby zwischen dem ETuS Haltern und dem TuS Sythen hatte einiges zu bieten.

Vor dem Derby hatten sie die gleiche Bilanz und auch danach ist das noch der Fall: Der ETuS Haltern und der TuS Sythen haben sich mit einem 3:3-Unentschieden getrennt. Am Ende konnten beide Trainer mit dem Punkt leben, doch beide Teams hatten auch immer wieder Phasen, in denen sie zeigten, dass mehr hätte drin sein können. Letztendlich konnte sich ETuS-Trainer Phillip Oligmüller über ein goldenes Händchen freuen – er wechselte zwei spätere Torschützen ein.

„So wie das Spiel gelaufen ist, ist das Unentschieden in Ordnung“, sagte Oligmüller nach der Partie. Probleme bereiteten seiner Mannschaft vor allem die Diagonalbälle der Sythener. „Gefühlt haben wir die vier Mal nicht gut verteidigt und die machen dann drei Tore.“

Auch sein Gegenüber Dennis Schulz war nicht unzufrieden – obwohl sein Team eine 3:1-Führung verspielt hatte. „Auswärts einen Punkt zu holen, ist in Ordnung“, so der Sythener Trainer, der seinem Team eine spielerische Überlegenheit attestierte. „Davon können wir uns aber nichts kaufen“, sagte er.

Sythen kontert das 1:0 des ETuS Haltern nach nur kurzer Zeit

Nur ein kurzes Abtasten sahen die Zuschauer auf der Anlage des ETuS. Danach erspielten sich beide Teams schnell ihre ersten Chancen. Die beste hatte in der Anfangsphase Halterns Dennis Klüsener, bei dem der Ball überraschend im Strafraum landete. Auch der Stürmer schien etwas überrascht, hatte dadurch keine Chance aus kurzer Distanz an Sythens Keeper Janik Bilzer vorbeizukommen (9.).

Auf der anderen Seite fehlte den Sythener das letzte bisschen Glück. Erst blockte ein ETuS-Spieler Jens Bußmanns Schussversuch aus aussichtsreicher Position im letzten Moment ab (19.), dann verfehlte Janik Tönnes, der nach seiner Gelbsperre wieder im Einsatz war, mit einem Freistoß aus rund 25 Metern nur knapp das Tor von Sebastian Arentz (24.).

Das Derby zwischen dem ETuS Haltern und dem TuS Sythen hatte viele Zuschauer auf die Anlage des ETuS gelockt.
Das Derby zwischen dem ETuS Haltern und dem TuS Sythen hatte viele Zuschauer auf die Anlage des ETuS gelockt. © Marie Krursel © Marie Krursel

Wenig später machte es sein Ex-Mitspieler und ETuS-Kapitän Jens Quinkenstein besser. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld stand der Angreifer im Strafraum völlig frei und köpfte über Bilzer zum vielumjubelten 1:0 ins Netz (26.). Lange jubeln konnten die Gastgeber jedoch nicht.

Nur zwei Minuten später traf Bußmann zum Ausgleich. Es war einer der von Phillip Oligmüller angesprochenen Diagonalbälle, in diesem Fall von Marcel Sandschneider, der das 1:1 einleitete: Niklas Lehnert konnte den Pass nicht abwehren, sondern fälschte ihn unglücklich in den Lauf von Bußmann ab. Der fackelte nicht lange und jagte das Leder ins lange Eck (28.).

Danach flachte die Partie etwas ab, große Torchancen gab es kaum noch. Nur einmal wurde es noch mal richtig gefährlich – wieder nach einem langen Ball auf Bußmann. Während die Halterner auf Abseits reklamierten, zog Sythens Nummer neun in den Strafraum und scheiterte mit seinem Schuss an Arentz (44.).

„In der ersten Halbzeit haben wir nicht so gut Fußball gespielt, wie wir es können und wollen – da waren wir zu passiv“, sagte Phillip Oligmüller hinterher. In Halbzeit zwei klappte das dagegen immer wieder deutlich besser. Doch die Tore machten erst die Gäste.

Lukas Wemhoff tankte sich auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durch, zog dann in Richtung Tor und spielte flach in die Mitte. Janik Tönnes stand goldrichtig und traf aus rund zehn Metern mit einem Flachschuss zum 2:1 für Sythen (65.).

Timm Henniges sprintet durch die Sythener Verteidigung

Der für den angeschlagenen Jörn Hümmer zur zweiten Halbzeit gekommene Timm Henniges hätte nur wenig später ausgleichen können. Doch als eine Flanke von links bis zu ihm durchrutschte, verzog er (68.). Sein Moment sollte jedoch wenige Minuten später noch kommen.

Drei Mal konnten die Sythener gegen den ETuS jubeln.
Drei Mal konnten die Sythener gegen den ETuS jubeln. Für drei Punkte reichte es aber nicht. © Marie Krursel © Marie Krursel

Erst mal trafen aber erneut die Sythener. Mats Linden fand, nachdem er links in den ETuS-Strafraum eingedrungen war, mit seinem Pass ins Zentrum Stürmer Sebastian Hohaus. Der musste nur noch einschieben (72.). 3:1 für Sythen, das zweite Tor binnen sieben Minuten.

Wenig später war er dann gekommen: Timm Henniges‘ Moment. Einen hohen Ball in die Sythener Hälfte nahm der junge Halterner erst geschickt an, ehe er mit Quinkenstein einen Doppelpass spielte und an mehreren Sythener Verteidigern vorbeiging. Zum Schluss blieb er auch noch vor Bilzer ruhig und schob überlegt an ihm vorbei zum Anschlusstor ein (76.).

„Wir haben uns im Nachgang wieder belohnt, die Moral stimmt“

In der Folge übten die Gastgeber mehr Druck aus, konnten sich jedoch erst mal keine weiteren Chancen herausspielen – bis Quinkenstein den Ball im Strafraum der Sythener bekam. Der Kapitän behauptete sich gegen die gegnerischen Verteidiger und hatte dann noch das Auge für den am zweiten Pfosten stehenden Björn Ehlert.

Der zuvor für Joel Ferraro ins Spiel gekommene Ehlert machte einen Schritt ins Zentrum, zögerte noch einen Moment und traf dann souverän zum 3:3 (84.). Die letzte Chance hatte derweil ebenfalls ein Joker – jedoch auf Sythener Seite.

In den letzten Sekunden der Nachspielzeit kam Lucas Lasch rechts im Strafraum an den Ball, sein Schuss aufs lange Eck verfehlte nur knapp das Tor – auch dem ebenfalls eingewechselte Mats Linden fehlten nur Zentimeter, sonst hätte er den Ball noch über die Linie gedrückt.

„Wir haben uns im Nachgang wieder belohnt, die Moral stimmt“, freute sich Phillip Oligmüller nach dem Abpfiff. „Besonders freut es mich aber für Timm Henniges und Björn Ehlert, die beide zuletzt noch verletzt waren“, sagte er.

ETuS: Arentz – Pötter, Lütke Daldrup, Grütering (80. Heidemann), Sandkühler, Hümmer (46. Henniges), Quinkenstein, Klüsener, Ferraro (65. Ehlert), Lehnert, Stark (65. Gröner)

Sythen: Bilzer – Lettau, Möller, Schulte, Tönnes, Bußmann, Nacke (83. L. Lasch), Wemhoff, Hohaus, T. Spyra, Sandschneider (58. Linden)

Tore: 1:0 Quinkenstein (26.), 1:1 Bußmann (28.), 1:2 Tönnes (65.), 1:3 Hohaus (72.), 2:3 Henniges (76.), 3:3 Ehlert (84.)

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert