Janus Scheele (Nr. 42) hat sich im Oberliga-Team des TuS Haltern am See etabliert. © Blanka Thieme-Dietel
Fußball: Oberliga

TuS Halterns Shootingstar Scheele: „Das wäre ein bisschen naiv gewesen“

Vor dem Lockdown war Janus Scheele noch A-Jugendspieler. Fast ein Jahr später ist er Stammspieler beim TuS Haltern in der Oberliga - auch weil er in der Corona-Pause extrem viel trainiert hat.

Der Start in den Seniorenfußball hätte für Janus Scheele vom TuS Haltern am See nicht besser laufen können. Der 19-Jährige spielte sich auf Anhieb in die Startelf des Oberligisten und erhielt zuletzt von seinem Trainer viel Lob. In der B-Jugend war er zum TuS gewechselt, spielte zuvor in der Junioren-Bundesliga. Der Flügelspieler erklärt, wie er in Haltern gelandet war – auch eine schwere Verletzung spielte eine Rolle.

Ob er damit gerechnet hat, direkt zur ersten Elf zu gehören? Nicht unbedingt. „Aber ich hatte es mir natürlich gewünscht“, sagt Scheele. „Jeder hofft auf seine Minuten, ich bin dem Trainerteam sehr dankbar, dass sie mir diese Chance geben.“ Mit einem Stammplatz zu rechnen, „das wäre aber ein bisschen naiv gewesen“.

Den Grundstein für seinen starken Start hatte der aus Nottuln stammende TuS-Spieler schon lange vor der Vorbereitung gelegt. Sein Trainer Timo Ostdorf lobte zuletzt unter anderem seine Fitness. Im Lockdown, als noch nicht wieder an Fußball zu denken war, nutzte Janus Scheele den Fitnessraum in den eigenen vier Wänden – und das sogar ziemlich häufig.

Janus Scheele: „Es macht richtig Bock mit den Jungs“

„Fünf sechs Mal die Woche habe ich abwechselnd den Ober- und den Unterkörper trainiert“, erzählt er. Dazu ging er noch viel joggen und war auch auf dem Rad unterwegs.

„Der läuft und läuft und läuft“, hatte Ostdorf vor Kurzem noch gesagt. Oft sei er acht Kilometer mit Intervallen gelaufen, so Scheele. „Ich bin keiner, der einfach 15 Kilometer in einem Tempo läuft. Das ist meiner Meinung nach für einen Fußballer auch nicht so sinnvoll“, erklärt er.

Seine Fitness zu verbessern und seinen Körper zu stählen war für den jungen Spieler extrem wichtig. Denn: „Der Seniorenfußball ist natürlich deutlich intensiver. Damit muss man erstmal klar kommen.“ Auch im Kopf müsse er nun viel schneller sein, woran er sich erst mal gewöhnen musste, sagt er.

Janus Scheele (l.) trainierte im Lockdown fast jeden Tag im eigenen Fitnessraum, ging zudem noch laufen und war auch immer wieder mit dem Rad unterwegs.
Janus Scheele © Blanka Thieme-Dietel © Blanka Thieme-Dietel

Scheinbar gelang ihm das aber ziemlich schnell, sonst wäre er nicht auf Anhieb Stammspieler geworden. Doch nicht nur für ihn, sondern auch für das Team läuft es bislang gut – daran kann auch die erste Niederlage gegen Preußen Münster II im fünften Spiel nichts ändern. „Es macht richtig Bock mit den Jungs“, sagt Scheele, der in der Jugend erst als Stürmer spielte, ehe er zum rechten Flügelspieler umgeschult wurde.

Vor seinem Wechsel nach Haltern spielte er mit Preußen Münster noch in der U17-Bundesliga. Doch dann warf den heute 19-Jährigen ein Kreuzbandriss zurück. „Ich wollte mich danach erst mal wieder darauf konzentrieren, Spielminuten zu sammeln“ – und das bei einem Verein, „bei dem ich auch in der ersten Mannschaft eine Perspektive sehe“.

Es hätte keinen Sinn für ihn gemacht, weiterhin in der Junioren-Bundesliga zu spielen, aber dafür keine Perspektive bei den Senioren seines Vereins zu haben, erklärt er. Also ging er zum TuS Haltern am See. Eine Entscheidung, die bisher scheinbar genau die richtige war. „Auf jeden Fall“, sagt auch Janus Scheele.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert